Bad Honnef. Nach mehr als 80 Jahren soll Chanukka in Bad Honnef wieder öffentlich gefeiert werden. Die Synagogengemeinde Bonn/Rhein-Sieg lädt am Mittwoch, 9. Dezember, um 18.30 Uhr zu einer Chanukka-Feier auf den Rathausplatz ein. Initiiert wurde die Veranstaltung von der Initiative Jüdischer KulturRaum Bad Honnef (IJKH). Die Initiative hat nichts mit dem Verein Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef e.V. zu tun.
Im Mittelpunkt wird eine eigens für Bad Honnef angefertigte Chanukkia stehen. Der 2,60 Meter hohe und 2,80 Meter breite neunarmige Leuchter wird bereits am Mittwoch, 7. Oktober, im Rathausfoyer der Presse vorgestellt.
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Philipp Herzog. Nach Angaben der IJKH hat die Stadt die Initiative von Beginn an unterstützt. Bei der Präsentation des Leuchters sollen neben Herzog auch der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Jakov Barasch, sowie Vertreter der IJKH anwesend sein. Finanziert wurde der Leuchter den Angaben zufolge durch Spenden von Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern aus Bad Honnef.
Chanukka wird acht Tage lang gefeiert. Mit dem Entzünden eines weiteren Lichts an jedem Tag soll nach Darstellung der IJKH ein Zeichen für Hoffnung und Zuversicht gesetzt werden. Die Initiative versteht die öffentliche Feier zugleich als Beitrag dazu, jüdisches Leben und jüdische Kultur in Bad Honnef sichtbarer zu machen.
Zur Feier am 9. Dezember 2026 sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.
Der Leuchter hat neun Kerzen. Acht Hauptkerzen stehen für die acht Tage des jüdischen Lichterfestes. Sie erinnern an ein überliefertes Ölwunder im Tempel von Jerusalem, bei dem ein kleiner Krug Öl auf wundersame Weise statt nur für einen Tag volle acht Tage lang brannte. An jedem Abend des Festes wird eine Kerze mehr angezündet. Die neunte Kerze (Schamasch) wird als „Diener“ oder Dienerlicht bezeichnet. Mit dieser extra Kerze werden die anderen Kerzen entzündet, da es nach jüdischem Ritus nicht erlaubt ist, die Chanukka-Lichter selbst für alltägliche Lichtzwecke zu nutzen.
red / Initiative Jüdischer KulturRaum Bad Honnef (IJKH)









