Chor der Theodor-Weinz-Schule sang bei Siegerehrung des Mundartwettbewerbs

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Rhein-Sieg-Kreis | Im November erst wurden die Jugendworte 2016 gekürt: „Fly sein“, „Bambusleitung“ oder auch „Hopfensmoothie“ standen zur Wahl. Dass die junge Generation auch noch anders reden kann, haben die Finalistinnen und Finalisten des Mundart-Wettbewerbs des Rhein-Sieg-Kreises bewiesen.

Am vergangenen Donnerstag traten die 14 Grundschülerinnen und Grundschüler der 3. und 4. Klassen zum Mundart-Wettbewerb an. Sie trugen selbst ausgewählte Text in rheinischer Mundart vor und beeindruckten damit die aus Schulaufsichtsbeamten, Verwaltungsbediensteten sowie externen Mundartfachleuten bestehende Jury.

Der Mundart-Wettbewerb fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt. Das Amt für Schule und Bildungskoordinierung sowie das Amt für Kultur und Sport des Rhein-Sieg-Kreises hatten zum Wettstreit ins Kreishaus gerufen. Als Preise winkten u. a. Eintrittskarten für das Hänneschen Theater in Köln sowie Büchereigutscheine. In zwei Gruppen trugen die jungen Mundartlerinnen und Mundartlern ihre Texte von den beiden Jurys vor, die dann jeweils die Plätze 1 bis 3 vergaben.

Musikalisch begleitet wurde die Siegerehrung mit „rheinischen Tön“ vom Chor der Gemeinschaftsgrundschule Bad Honnef-Aegidienberg. „Unter Euch gibt es Wiederholungstäter“, begann Landrat Sebastian Schuster schließlich die Siegerehrung. Gemeint waren die diesjährige Siegerin Ronja Schmitz, die von der Gemeinschaftsgrundschule Troisdorf-Eschmar ins Rennen geschickt worden war, Natascha Sprengler von der Janusz-Korzak-Schule in Much-Marienfeld und Tim Henseler, dem in diesem Jahr die Titelverteidigung für die Markus-Schule in Bornheim-Rösberg gelang. Alle drei hatten auch bereits 2016 erfolgreich teilgenommen.

Die Wahl fiel beiden Jurys schwer, weil die Kinder bemerkenswerte und lustige Vorträge lieferten. So wurde in der Gruppe 2 ein weiterer erster Platz an Tom Mehlitz vergeben, ebenfalls von der Markus-Schule in Bornheim-Rösberg. Die Jury der Gruppe 1 vergab aus denselben Gründen zwei zweite Plätze, an Lea Wördehoff von der Gemeinschaftsgrundschule in Königswinter-Oberdollendorf und an Ben Wirges von der Schule am Klostergarten in Windeck-Herchen. Über dritte Plätze freuten sich Felix Weidenbrück von der Janosch-Grundschule in Troisdorf-Oberlar und Janne Potulski von der Katholischen Grundschule in Sankt Augustin-Meindorf.

Moderator und Schulamtsleiter Hans Clasen appellierte an alle Anwesenden dafür zu werben, dass sich im kommenden Jahr mehr Wettbewerbsteilnehmer melden. „Bei rund 100 Grundschulen müsste das möglich sein. Es ist dabei gar nicht notwendig, dass die Sprache bereits beherrscht wird.“ meinte Clasen. Vielmehr mache es den Kindern durchaus Spaß, eine „neue Sprache“ zu erlernen und wenn es an Fachleuten fehle, könne das Schulamt dabei helfen, diese zu vermitteln, z.B. für Arbeitsgruppen im Rahmen der OGS.

Preisträger Tom Mehlitz aus Bornheim überzeugte als Beispiel für die Sprachbegeisterung der jungen Mundartfachleute. Der in Berlin geborene Tom beherrschte bis vor vier Wochen noch kein Wort in rheinischer Mundart.

Landrat Sebastian Schuster spornte die jungen Sprecherinnen und Sprecher bei der Urkundenvergabe weiter an: „Ich merke, es macht Euch großen Spaß unseren Dialekt zu sprechen. Maaht wigger su – Ihr seid damit die besten Botschafter für unsere Sprachvielfalt!“ (ar)

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