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Lesen: Deutsche Wirtschaft startet 2026 mit BIP-Wachstum von 0,3 Prozent ins neue Jahr
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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > News > Deutsche Wirtschaft startet 2026 mit BIP-Wachstum von 0,3 Prozent ins neue Jahr
News

Deutsche Wirtschaft startet 2026 mit BIP-Wachstum von 0,3 Prozent ins neue Jahr

Letztes Update: 22.05.2026
dts Nachrichtenagentur
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10 Min Lesezeit
Autoproduktion (Archiv)
Autoproduktion (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur
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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 Prozent gestiegen.

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Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, bestätigte sich damit das Ergebnis der ersten Schätzung von Ende April. „Nach dem leichten Wachstum zum Jahresende 2025 ist die deutsche Wirtschaft auch positiv ins Jahr 2026 gestartet“, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. „Vor allem die Exporte stiegen zu Jahresbeginn deutlich und stützten die Wirtschaftsleistung“, so Brand weiter.

Der Handel mit dem Ausland nahm im 1. Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt kräftig zu: So wurden insgesamt 3,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert, nachdem im 4. Quartal 2025 noch ein Rückgang der Ausfuhren zu verzeichnen war. Zur positiven Entwicklung zu Jahresbeginn trugen etwa die gestiegenen Exporte von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Metallen bei. Die Importe erhöhten sich zu Jahresbeginn insgesamt nur leicht (+0,1 Prozent).

Wie schon in den Quartalen zuvor nahmen die preis-, saison- und kalenderbereinigten Konsumausgaben insgesamt zu, sie stiegen um 0,4 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2025. Dabei erhöhte der Staat seine Konsumausgaben mit +1,1 Prozent deutlich. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte übertrafen dagegen das Niveau des 4. Quartals 2025 nicht. Sie entwickelten sich den neuesten Berechnungen zufolge, gestützt auf eine breitere Datengrundlage, etwas schwächer als noch bei der BIP-Schnellmeldung vom 30. April 2026 angenommen.

Die Bruttoanlageinvestitionen gingen im 1. Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt deutlich zurück (-1,5 Prozent), nachdem sie Ende 2025 noch gestiegen waren. Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sanken um 1,2 Prozent, was auf schwächere staatliche Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Die Investitionen in Bauten nahmen mit -2,5 Prozent noch stärker ab. Dies ist vor allem der ungewöhnlich kalten Witterung im Januar und Februar geschuldet, die den Baufortschritt bremste.

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im 1. Quartal 2026 mit +0,1 Prozent leicht an, nachdem sie im 4. Quartal 2025 bereits um 0,3 Prozent zugelegt hatte. Das Verarbeitende Gewerbe konnte die Wertschöpfung preis-, saison- und kalenderbereinigt im 1. Quartal 2026 mit +0,7 Prozent deutlich steigern. Insbesondere in den Bereichen Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Sonstiger Fahrzeugbau nahmen die preisbereinigten Umsätze im Vorquartalsvergleich zu. In der Herstellung von Metallerzeugnissen sowie im Maschinenbau sank die Wirtschaftsleistung dagegen. Das Baugewerbe verzeichnete ebenfalls einen Rückgang gegenüber dem Vorquartal (-0,6 Prozent), auch aufgrund der ungünstigen Witterung zu Jahresbeginn. In den meisten Dienstleistungsbereichen änderte sich die Wertschöpfung gegenüber dem Vorquartal kaum. Während die Unternehmensdienstleister und die Sonstigen Dienstleister leicht im Minus waren, konnten der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, der Bereich Information und Kommunikation sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister ihre preis-, saison- und kalenderbereinigte Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2026 steigern. Bei den Öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit war die Bruttowertschöpfung im Vorquartalsvergleich nahezu unverändert.

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 1. Quartal 2026 preisbereinigt um 0,5 Prozent höher als im 1. Quartal 2025. Preis- und kalenderbereinigt war der Anstieg geringer (+0,4 Prozent).

Die preisbereinigten Konsumausgaben nahmen auch im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, sie stiegen um 1,6 Prozent. Darunter entwickelten sich sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben positiv. Die Ausgaben der privaten Haushalte stiegen um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Staatskonsum trugen vor allem höhere Ausgaben des Bundes zu einem kräftigen Zuwachs von 3,5 Prozent bei. Die preisbereinigten Investitionen in Ausrüstungen nahmen ebenfalls im Vergleich zum 1. Quartal 2025 zu (+0,5 Prozent). Darunter entwickelten sich vor allem die gewerblichen Pkw-Zulassungen sehr positiv. Aber auch die Investitionen des Staates, die investive Ausgaben im Verteidigungsbereich einschließen, waren höher als im Vorjahr. In Bauten wurde hingegen deutlich weniger investiert als im Vorjahreszeitraum (-3,3 Prozent). Gebremst wurde die Bautätigkeit vor allem von der schlechten Witterung zu Jahresbeginn.

Die Entwicklung im Außenhandel war im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal zweigeteilt: Die Exporte sanken insgesamt preisbereinigt um 0,3 Prozent. Dies ging auf geringere Dienstleistungsausfuhren zurück (-2,4 Prozent), vor allem in den Bereichen sonstige unternehmensbezogene Dienstleistungen (u. a. Forschung und Entwicklung, Freiberufliche Dienstleistungen und Managementberatungsleistungen) und Transportdienstleistungen. Die Ausfuhr von Waren überschritt hingegen das Niveau des Vorjahres leicht (+0,4 Prozent), was unter anderem auf stärkere Exporte von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen Ausrüstungen zurückzuführen war.

Die Importe nahmen um 1,7 Prozent zu. Auch hier wurden weniger Dienstleistungen gehandelt (-3,2 Prozent). So gingen etwa die Importe von Telekommunikations-, EDV- und Informationsdienstleistungen sowie sonstigen unternehmensbezogenen Dienstleistungen zurück. Die Einfuhr von Waren (+3,8 Prozent) lag hingegen deutlich höher als im Vorjahresquartal. Insbesondere die Importe von Kraftwagen und Kraftwagenteilen nahmen zu.

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung insgesamt nahm im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent zu. Das Verarbeitende Gewerbe konnte seine Wertschöpfung im Vorjahresvergleich im 1. Quartal 2026 leicht steigern (+0,1 Prozent), nachdem sie bereits im 4. Quartal 2025 angestiegen war. Besonders die Kokerei und Mineralölverarbeitung sowie der Sonstige Fahrzeugbau verzeichneten Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorjahr, während die Herstellung von chemischen Erzeugnissen und der Maschinenbau Rückgänge hinnehmen mussten. Dagegen konnten beinahe alle Dienstleistungsbereiche ihre wirtschaftliche Leistung gegenüber dem Vorjahresquartal ausweiten. Besonders deutlich waren die Zuwächse der preisbereinigten Wertschöpfung im Bereich Information und Kommunikation mit +2,0 Prozent sowie bei den Öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit mit +1,8 Prozent. Einen Rückgang verzeichneten lediglich die Finanz- und Versicherungsdienstleister (-1,2 Prozent). Im Baugewerbe setzte sich die bereits mehr als vier Jahre anhaltende negative Entwicklung der Bruttowertschöpfung im Vergleich zum Vorjahr fort (-4,4 Prozent). Dabei verzeichneten sowohl das Bauhauptgewerbe als auch das Ausbaugewerbe Produktionsrückgänge im 1. Quartal 2026.

Die Wirtschaftsleistung wurde im 1. Quartal 2026 von rund 45,6 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 157.000 Personen (-0,3 Prozent) weniger als im 1. Quartal 2025. Dabei wurden die kräftigen Rückgänge im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe nicht vom leichten Anstieg der Erwerbstätigkeit in den Dienstleistungsbereichen kompensiert (siehe Pressemitteilung Nr. 167 vom 19. Mai 2026).

Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person stiegen nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3 Prozent. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus der gesunkenen Erwerbstätigenzahl und den gestiegenen geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – blieb im gleichen Zeitraum unverändert.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent zu. Je Erwerbstätigen gerechnet war sie um 0,8 Prozent höher als vor einem Jahr.

In jeweiligen Preisen war sowohl das BIP als auch das Bruttonationaleinkommen im 1. Quartal 2026 um 3,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen wuchs um 3,4 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2025. Dabei nahmen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit +2,1 Prozent weniger stark zu als das Arbeitnehmerentgelt. Dieses erhöhte sich mit +3,9 Prozent jedoch schwächer als in den Quartalen zuvor, was zum einen auf den Rückgang der Zahl der Arbeitnehmer (-0,3 Prozent) zurückzuführen ist, zum anderen auf geringere Steigerungen bei den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber (+3,5 Prozent). Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer erhöhten sich die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter im 1. Quartal 2026 um +4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Hierbei spielte die Entwicklung der Sonderzahlungen, zu denen auch Abfindungen zählen, eine Rolle. Netto stieg die Lohnsumme insgesamt mit +3,9 Prozent etwas schwächer als die Bruttolohnsumme (+4,0 Prozent). Dies lag an einer leicht überdurchschnittlichen Entwicklung der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer (+4,2 Prozent) sowie der Lohnsteuer (+4,3 Prozent).

Da der Konsum der privaten Haushalte in jeweiligen Preisen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 1. Quartal 2025 in gleichem Maße zulegte wie ihr gesamtwirtschaftliches Einkommen (jeweils +3,3 Prozent), befand sich die Sparquote mit 12,6 Prozent auf demselben Niveau wie im Vorjahr.

Zu Jahresbeginn lag die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland leicht oberhalb des europäischen Durchschnitts: In der Europäischen Union (EU) insgesamt war die Wirtschaftsentwicklung im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal mit +0,2 Prozent etwas schwächer als in Deutschland (+0,3 Prozent). Von den anderen großen EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Spanien mit +0,6 Prozent das stärkste Wachstum des preis-, saison- und kalenderbereinigten BIP. In Italien (+0,2 Prozent) stieg die Wirtschaftsleistung ebenfalls, in Frankreich stagnierte sie hingegen. In den USA fiel das BIP im Vergleich zum 4. Quartal 2025 um 0,5 Prozent höher aus.

Im preis-, saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich nahm die Wirtschaftsleistung in Deutschland leicht um 0,3 Prozent zu, während sie in der EU insgesamt deutlich um 1,0 Prozent anstieg, so die Statistiker.

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