Deutscher Wetterdienst: Freitag droht wieder Ungemach

Hauptsächlich der Norden ist betroffen - Samstag entspannt sich die Lage

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Besonders der Norden ist vom Sturm betroffen. Hier muss sich die Hamburger Feuerwehr um eine Dachabdeckung kümmern, die sich gelöst hatte - Foto: Lisa Hombüche

Bad Honnef – Von der Nordsee her nähert sich dann mit ZEYNEP (international:
EUNICE) das nächste Orkantief. Mittlerweile haben sich die Modellprognosen soweit angenähert, dass man inzwischen hinreichende Sicherheit bezüglich der Vorhersage hat.

Ab den Mittagsstunden nimmt der Wind von Westen sehr rasch zu. Dann kommt es zunächst an der von West nach Ost durchziehenden Kaltfront verbreitet zu Sturm- bzw. schweren Sturmböen mit Windspitzen um 90 km/h. Während im Süden der Wind nach dem Durchzug dann relativ rasch wieder abflaut, aber in Böen durchaus weiter ziemlich frisch wehen kann, setzt sich die Sturmlage weiter nördlich fort.

Vor allem im nördlichen Drittel Deutschlands treten dabei schwere Sturm- oder orkanartige Böen auf. Die Windspitzen liegen dabei voraussichtlich im Bereich von 90 bis 110, vereinzelt auch bei 120 km/h. Mit Annäherung des Tiefs dreht der Wind über der Nordsee dann zusehends auf Nordwest und trifft dort unter anderem auf die Elbmündung.

In der Folge muss vor allem entlang der ostfriesischen Küste bis zur Elbe vorübergehend mit extremen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten jenseits von 140 km/h gerechnet werden. Dementsprechend groß ist damit einhergehend auch das Sturmflutrisiko vor allem im Bereich der Elbe.

Im Laufe der Nacht zum Samstag zieht ZEYNEP dann weiter rasch ostwärts. Das Sturmfeld verlagert sich damit ebenfalls relativ zügig. Während an der Nordsee der Wind langsam etwas nachlässt, ist vor allem von der Ostsee bis nach Brandenburg hinein auch noch in der zweiten Nachthälfte mit orkanartigen Böen zu rechnen.

Erst gegen Morgen lässt auch hier der Wind allmählich nach, insgesamt bleibt es aber auch noch im Laufe des Samstags weiter stürmisch. Dann werden allerdings keine unwetterartigen Windgeschwindigkeiten mehr erreicht.

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst

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