Bad Honnef. Füße hochlegen war gestern: Derzeit haben Max Becker und Savo Milovic, Sportdirektor der Telekom Baskets Bonn, alle Hände voll zu tun, ein schlagkräftiges Rhöndorfer Team für die kommende ProB-Saison zusammenzustellen. Wir haben uns beim Headcoach der Dragons nach dem aktuellen Stand erkundigt.
Max, die Fans interessiert natürlich brennend, wie das Team der Saison 2026/27 aussehen wird. Wie ist der Stand der Dinge?
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): Wir sind auf einem sehr guten Weg. Die Vision des Teams steht bereits, und mit vielen Spielern haben wir uns schon geeinigt. Der Plan ist, einige bekannte Gesichter aus der vergangenen Saison zu halten, diese mit frischem Wind von außen und natürlich mit aufstrebenden Nachwuchsspielern zu ergänzen. Wir werden eine junge, schlagkräftige Mannschaft aufstellen, die den Fans hoffentlich viel Freude bereiten wird.
Vor der vergangenen Saison hieß es, dass man auf Kontinuität setzen möchte. Mit Benjamin Sadikovic und Josh Petenó sind bereits zwei bekannte Gesichter an Bord. Werden noch weitere folgen?
Ja, das ist der Plan. Wir haben mit jedem einzelnen Spieler der vergangenen Saison gesprochen. Abgesehen von Jorge, der seine Karriere beendet hat, war jeder auch für die kommende Saison eine Option. Alle werden wir allerdings nicht halten können, und ein Stück weit neue Energie ist ebenfalls wichtig.
Bei der Zusammenstellung eines „Farmteams“ gelten andere Kriterien als bei einer klassischen Profimannschaft. Wie geht ihr beim Recruiting vor?
Zunächst einmal ist wichtig, dass wir uns nicht als reines Farmteam verstehen. Wir sind die Dragons Rhöndorf, und unser Anspruch ist es, eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufzustellen, die klar die Play-offs anvisiert. Das wollen wir mit einer Mischung aus Erfahrung, jugendlicher Unbekümmertheit, viel Talent und großem Kampfgeist erreichen.
Natürlich steht auch die Entwicklung junger Spieler im Mittelpunkt. Wir haben in der vergangenen Saison mutig agiert und vielen Spielern mit wenig oder gar keiner ProB-Erfahrung früh Verantwortung übertragen. Sie haben sich hervorragend entwickelt. Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen. Die Fans können sich erneut auf viele Spieler freuen, die in der kommenden Saison den nächsten Entwicklungsschritt machen werden.
Bedeutet das auch, dass erfahrenere Spieler andere Erwartungen an ihre Rolle bei den Dragons haben, die ihr ihnen nicht erfüllen könnt?
So ist es. Einige der älteren Spieler, die in der vergangenen Saison starke Leistungen gezeigt haben, möchten nun den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen. Diesen können wir aufgrund der Vielzahl nachrückender Talente nicht immer ermöglichen. Wir kommunizieren das aber offen und ehrlich und stehen mit allen Spielern in einem konstruktiven und positiven Austausch.
Kannst du schon einen vorsichtigen Ausblick geben, ob wieder Importspieler für Schlüsselpositionen verpflichtet werden?
Ja, wir werden neben Joshua mindestens einen, möglicherweise auch zwei Importspieler im Kader haben. Genaueres kann ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen.
Ein erklärtes Ziel ist es, jungen Spielern den Weg an die Basketball-Spitze zu ebnen. Wie ist die nächste Generation bei Bonn/Rhöndorf aufgestellt?
Wir können sehr gespannt auf die Zukunft blicken. Einige Jungs, die in der vergangenen Saison in kleineren Rollen debütiert haben, werden künftig mehr Verantwortung übernehmen und sich weiterentwickeln. Die U16-Bundesliga-Mannschaft unserer Kooperation wurde im Mai Deutscher Meister – ausschließlich mit Spielern aus der Region. Auch die U19 gehörte zu den 16 besten Teams Deutschlands. Es rücken viele spannende Talente nach, die den Dragons-Fans in den kommenden Jahren sicherlich viel Freude bereiten werden.
Ein konkretes Beispiel kann ich bereits nennen: Im Kader der kommenden Saison wird auch einer der Spieler stehen, der als Gastspieler mit der U18 der Telekom Baskets Bonn ein starkes Turnier in der Youth Champions League absolviert hat und seinen Weg nun in unserem Programm fortsetzt.
Es wird also wieder eine vielversprechende Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern geben. Was stimmt dich zuversichtlich, dass den Dragons diesmal eine Zitterpartie bis zum Saisonende erspart bleibt?
Vor allem zwei Faktoren. Erstens die Erfahrung. Wir Coaches haben aus der vergangenen Saison viel gelernt – und die Spieler natürlich ebenso. Jeder, der den Abstiegskampf miterlebt hat, ist daran gewachsen. Außerdem werden in der kommenden Saison deutlich weniger Spieler dabei sein, die noch nie ProB gespielt haben.
Der zweite Faktor ist die Qualität. Ich habe großes Vertrauen in die individuelle Klasse unserer Mannschaft und in den Vorteil der Eingespieltheit, den wir durch den Verbleib einiger Spieler und die enge Verzahnung innerhalb unseres Programms haben.
Du gehst nun in deine zweite Saison als Headcoach der Dragons. Manche sagen, das zweite Jahr sei sogar schwieriger als das erste. Siehst du das auch so?
Ehrlich gesagt freue ich mich einfach darauf. Ich lebe meinen Traumjob bei meinem Heimatverein. Obwohl mein Urlaub noch bevorsteht, würde ich am liebsten morgen schon wieder loslegen. Ich bin überzeugt, dass wir den in der vergangenen Saison eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen können. Und ich hoffe sehr, dass wir unsere Fans von Beginn an für dieses Team begeistern werden.
Das Interview führte Klaus Beydemüller










