Bad Honnef – Langsam aber sicher wird die Lage ungemütlich für die Dragons. Nach der 101:110-Heimniederlage gegen die Baskets Juniors TSG Westerstede steckt der Meister der Saison 2023/24 weiter im Tabellenkeller fest. Mit nun 14 Punkten rangiert das Team auf Platz 12 – eine Position, die vor der Spielzeit wohl niemand ernsthaft eingeplant hatte.
Dabei begann die Partie am Samstagabend gegen den aktuellen Tabellenvierten durchaus ausgeglichen. In einer intensiven ersten Halbzeit begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die Dragons hielten offensiv gut dagegen, verteidigten engagiert und gingen mit einem knappen 47:49-Rückstand in die Kabine. Zu diesem Zeitpunkt war noch alles offen.
Doch nach dem Seitenwechsel folgte ein Einbruch mit gravierenden Folgen. Das dritte Viertel geriet aus Sicht der Hausherren völlig aus dem Ruder. Mit 20 Punkten Differenz ging dieser Abschnitt an die Gäste – ein Rückschlag, von dem sich die Dragons letztlich nicht mehr vollständig erholten. In dieser Phase fehlte es sowohl an defensiver Stabilität als auch an klaren Abschlüssen im Angriff.
Was man der Mannschaft jedoch nicht vorwerfen kann, ist mangelnder Einsatz. Trotz zwischenzeitlichem 14-Punkte-Rückstand im letzten Spielabschnitt bewiesen die Dragons Moral. Beim Stand von 88:102 starteten sie eine Aufholjagd und verkürzten den Abstand noch einmal auf vier Zähler. Die Halle schöpfte Hoffnung, doch die Gäste behielten in der Schlussphase die Nerven und brachten den Vorsprung über die Zeit.
Bester Werfer aufseiten der Dragons war Juhwan Harris-Dyson mit 23 Punkten, der offensiv immer wieder Akzente setzte und Verantwortung übernahm. Dennoch reichte seine Leistung nicht aus, um die nächste Niederlage zu verhindern. (Hh)
Drei Viertel auf Augenhöhe reichten Rhöndorf nicht zum Sieg
Von Klaus Beydemüller
Rhöndorf gelingt es auch gegen Westerstede nicht, den Bock umzustoßen. Wiederholt kostet eine Schwächephase im dritten Viertel den Sieg. Hier bewiesen die Baskets ihre ganze Klasse und distanzierten die Hausherren vorentscheidend. Nach einer aufopferungsvollen Aufholjagd fiel die Niederlage am Ende mit 101:110 (47:49) zwar noch versöhnlich aus, trotzdem spitzt sich die Tabellensituation für die Dragons weiter zu.
Von Beginn an unterstrichen die Dragons, dass sie beim „Karnevalsspiel“ den jecken Fans etwas bieten wollten. Als noch 134 Sekunden im ersten Viertel zu spielen waren, jagte Jorge Mejias einen Dreier zur ersten Rhöndorfer Führung durch die Reuse (23:21). Danach machten Joshua Pettenò und Duje Dujmovic einen 8:0-Lauf perfekt (28:21). Der Buzzer von Fritz Hemschemeier zum 28:24 war aus Sicht der Dragons ein Schönheitsfehler in einem Auftakt nach Maß.
Den zweiten zehn Minuten drückte dann Beni Fungula seinen Stempel auf. Mit 15 Punkten sorgte er maßgeblich dafür, dass Westerstede sich wieder an Rhöndorf heran- und knapp vorbeischieben konnte (47:49). In der Halbzeitpause sorgte die Tanzgarde „Blau-Weiße Schelleböömsche“ der Großen Selhofer KG für gute Laune auf den Rängen – die jedoch nicht lange Bestand haben sollte.
Es lag im Wesentlichen an den ersten sechs Minuten des dritten Viertels. Rhöndorf gab die Kontrolle über das Spiel ab, die Westerstede ohne zu zögern übernahm. Ein kurzer Dreierschauer von Johann Helwig und Alan Boger brachte die Baskets mit 20 Punkten in Front (53:73/26.). Eine so starke Mannschaft wie Westerstede lässt sich eine solche Führung kaum noch nehmen.
In der restlichen Spielzeit entwickelte sich eine rasante Punkte-Rallye. Hüben wie drüben wurde nicht lange gefackelt und der direkte Abschluss gesucht. Im Schlussviertel mit Vorteilen für Rhöndorf: Die Gastgeber verkürzten Punkt um Punkt, die große Serie wollte ihnen jedoch nicht mehr gelingen. So konnten die Dragons nur noch bis auf neun Punkte herankommen (101:110) – gleichbedeutend mit einem Achtungserfolg. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.
Rhöndorfs Gameplan ist über weite Strecken aufgegangen. Jon’ll Fugget wurde gut beschattet und bei „nur“ elf Punkten gehalten. Beni Fungulas 24 Punkte und sieben Assists waren in der Endabrechnung ebenfalls nicht entscheidend. Rhöndorfs Import-Duo Juhwan Harris-Dyson (23 Pkt./9 Reb.) und Jorge Mejias (20 Pkt./12 As.) hatte im Vergleich die Nase vorn.
Schmerzhafter waren dagegen Colin Schroeders 24 Punkte und zehn Rebounds, die 16 Punkte (4 Dreier) von Alan Boger sowie jeweils 13 Zähler von Fritz Hemschemeier und Johann Helwig. Hier konnte als Scorer nur Duje Dujmovic mit 18 Punkten richtig dagegenhalten. Erwähnenswert ist auch das Debüt von Joshua Pettenò im Dragons-Trikot, der sieben Punkte beisteuerte.
Im Nachgang ist die Neun-Punkte-Niederlage umso ärgerlicher, weil Rhöndorfs Feldwurfquoten sehr gut ausfielen (2er: 76 %, 3er: 42 %). Bitter ist dagegen, dass man allein 18 Punkte an der Freiwurflinie liegen ließ.
Die erneute Niederlage setzt die Dragons weiter unter Zugzwang. In der Tabelle sind die Rheinländer auf den zehnten Rang abgerutscht – mit einem hauchdünnen Vorsprung von zwei Punkten vor Iserlohn. Die nächsten Wochen werden von den Dragons und ihren Fans jedenfalls gute Nerven verlangen.
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Glückwunsch an Westerstede zum Sieg. Wir haben heute drei Viertel lang mehr als nur auf Augenhöhe mit dem Tabellenfünften gespielt. Leider konnten wir erneut im dritten Viertel nicht abliefern und müssen so eine weitere schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Unsere Aufholjagd zum Ende nehmen wir als positives Zeichen mit, unsere Mannschaft ist intakt. Die Situation wird trotzdem nicht einfacher und wir müssen Wege finden in den nächsten Wochen wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.“
Dragons Rhöndorf: Schmid (9 Pkt/1-3er), Harris-Dyson (23/1/9 Reb.), Dujmovic (18 Pkt./1/7 Reb.), Ilic (9/1), Reinhart (9/2), Diallo (2), Böhning, Mejias (20/3/12 As.), Sadikovic (4), Pettenò (7/1)
Baskets Juniors TSG Westerstede: Fugett (11 Pkt./1-3er), Steen, Galler, Hemschemeier (13/1/6 Reb.), Fungula (25/3/6), Boger (13/4), Helwig (13/3), Ewert (6/2), Harms (2), Schroeder (24/1/10)
Dragons Rhöndorf / Baskets Juniors TSG Westerstede: 2er 26/34 (76%) / 23/35 (66%), 3er 10/24 (42%) / 15/37 (41%), FG 36/58 (62%) / 38/53 (53%), FT 19/37 (51%) / 19/24 (79%), REB 31 / 32, ST 8 / 4, TO 13 / 18, BS 0 / 0, PF 23 / 26










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