Bad Honnef. Die anhaltende Trockenheit macht sich zunehmend auch in der Region bemerkbar. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) befinden sich die Böden in weiten Teilen Deutschlands in einem außergewöhnlich trockenen Zustand. Besonders betroffen ist die Südhälfte des Landes – eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.
Seit März seien die Niederschläge in weiten Teilen Deutschlands deutlich unterdurchschnittlich ausgefallen, berichtet der DWD. Gleichzeitig hätten sonnenscheinreiche und teils sehr heiße Wetterphasen die Verdunstung stark erhöht. Dadurch seien die Böden ungewöhnlich stark ausgetrocknet. Die Entwicklung der Bodenfeuchte erinnere inzwischen an die Dürrejahre 2018 und 2022.
Besonders betroffen seien Regionen von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken. Dort seien seit März vielerorts weniger als 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Im Süden Deutschlands habe es gebietsweise nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagsmenge gegeben. Das laufende hydrologische Jahr – es begann am 1. November 2025 – gehöre laut DWD zu den trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1882.

Auswirkungen auch am Rhein und im Siebengebirge
Auch in Bad Honnef und der Region sind die Folgen der Trockenheit inzwischen sichtbar. Der Rhein führt seit Wochen deutlich weniger Wasser als gewöhnlich. Die niedrigen Pegel verändern nicht nur das Landschaftsbild, sondern erschweren teilweise auch die Schifffahrt. Am 15. August 2026 wollen zahlreiche Freiwillige beim RhineCleanUp den außergewöhnlich niedrigen Wasserstand nutzen, um Müll aus dem Rhein und dem sogenannten „toten Arm“ bei Bad Honnef zu sammeln.
Im Siebengebirge ist die Trockenheit deutlich zu spüren. Wiesen und Grünflächen verfärben sich zunehmend braun, junge Bäume leiden unter Wassermangel und die Waldbrandgefahr bleibt hoch. Besucherinnen und Besucher sollten deshalb besonders vorsichtig sein und offenes Feuer oder das Wegwerfen von Zigarettenkippen unbedingt vermeiden.

Landwirtschaft zunehmend unter Druck
Nach Angaben des DWD verschärfen sich die Auswirkungen auf die Landwirtschaft seit Anfang Juli deutlich. Während Getreide und Raps ihre Reife wegen der hohen Temperaturen rasch erreicht hätten, litten inzwischen vor allem Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln unter dem Wassermangel. Für diese Kulturen drohten insbesondere in Süddeutschland erhebliche Ertragseinbußen.
Auch das Grünland trockne vielerorts aus. Teilweise sei bereits ein Grasschnitt ausgefallen, was zu Futterknappheit in der Viehhaltung führen könne. Obstbauern und Winzer müssten junge Weinreben und Obstanlagen mancherorts bewässern, um größere Schäden zu vermeiden.
Bereits Ende Juni habe die Hitzewelle nach Angaben des Wetterdienstes ungewöhnlich starke Sonnenbrandschäden an Obst verursacht. Neben Äpfeln seien vor allem Kirschen, Aprikosen, Zwetschgen und Erdbeeren betroffen gewesen.
Waldbrandgefahr deutlich erhöht
Mit der Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. Laut DWD wurden bis zum 2. August deutschlandweit bereits durchschnittlich rund 22 Tage mit hoher Waldbrandgefahr registriert. Im langjährigen Mittel seien es bis zu diesem Zeitpunkt lediglich etwa zehn Tage. Auch beim Graslandfeuerindex liege die Zahl der Tage mit hoher Gefährdung deutlich über dem Durchschnitt.
In den vergangenen Wochen kam es bundesweit bereits zu zahlreichen Wald- und Flächenbränden. Gerade in bewaldeten Gebieten wie dem Naturpark Siebengebirge könne sich ein Feuer bei anhaltender Trockenheit rasch ausbreiten.
Flüsse und Grundwasser auf niedrigem Niveau
Die anhaltende Trockenheit wirkt sich nach Angaben des DWD auch auf Flüsse und Grundwasser aus. Weil auch in den Nachbarländern außergewöhnlich wenig Niederschlag gefallen sei und im vergangenen Winter vergleichsweise wenig Schnee lag, führten zahlreiche Flüsse deutlich weniger Wasser als üblich. Betroffen seien unter anderem Rhein, Mosel, Elbe, Oder und Inn.
Keine Entspannung in Sicht
Für die kommenden Tage erwartet der Deutsche Wetterdienst überwiegend trockenes Wetter. Zwar seien vereinzelt Schauer und Gewitter möglich, flächendeckende Niederschläge zeichneten sich jedoch weiterhin nicht ab. Zeitweise müsse erneut mit hohen bis sehr hohen Temperaturen gerechnet werden.
Auch die längerfristigen Prognosen deuteten bis Anfang September auf weiterhin deutlich trockenere Bodenverhältnisse als im langjährigen Mittel hin. Nach Einschätzung des DWD ist deshalb davon auszugehen, dass sich die Auswirkungen der Trockenheit auf Natur, Landwirtschaft und die Waldbrandgefahr in den kommenden Wochen eher noch verstärken werden.










