Bonn/Rhein-Sieg. Nach den umfangreichen Prüfungen der vergangenen Tage ist am Freitag die erste Bahn einer betroffenen B-Wagen-Serie wieder in Betrieb genommen worden. Weitere Fahrzeuge sollen nun folgen. Für Fahrgäste auf der Linie 66 bedeutet das allerdings zunächst noch keine vollständige Rückkehr zum gewohnten Angebot.
Bonn/Bad Honnef. Nach den massenhaften Ausfällen bei den Stadt- und Straßenbahnen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis gibt es einen ersten Schritt in Richtung Normalität: Wie SWB Bus und Bahn am Freitag mitteilte, ist die erste Bahn einer B-Wagen-Serie nach der Überprüfung durch die Technische Aufsichtsbehörde und nach Vorlage der erforderlichen Unterlagen wieder für den Betrieb freigegeben worden.
Nun sollen weitere Fahrzeuge von SWB Bus und Bahn sowie der Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB) nach demselben Verfahren überprüft und anschließend schrittweise wieder eingesetzt werden. Zunächst sei vorgesehen, bis zu zwei Fahrzeuge pro Tag freizugeben. Nach Angaben von SWB Bus und Bahn nimmt allein das Ultraschallverfahren einschließlich der Inspektion bis zu zwölf Stunden pro Fahrzeug in Anspruch.
Die jetzt erteilte Zusage der Technischen Aufsichtsbehörde betrifft zunächst Fahrzeuge der sogenannten fünften Serie. Für die beiden anderen betroffenen Serien stehen die entsprechenden Bescheide nach Angaben des Unternehmens noch aus.
SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers bezeichnete die Freigabe als wichtigen Meilenstein. Gleichzeitig betonte sie, dass Sicherheit und Sorgfalt weiterhin Vorrang hätten. Erst auf Grundlage der Erfahrungen mit den ersten Prüfungen solle entschieden werden, ob das Tempo bei der Wiederinbetriebnahme erhöht werden könne.
Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke Bonn, David Lutz, sieht mit der Wiederinbetriebnahme des ersten Fahrzeugs den Beginn eines schrittweisen Weges zurück zu einem stabileren Angebot. Zugleich kündigte er an, die Informations- und Entscheidungsabläufe rund um die jüngsten Ausfälle weiter aufzuarbeiten.
Linie 66: Zunächst weiter Busse zwischen Bonn und Bad Honnef
Für Fahrgäste aus Königswinter und Bad Honnef dürfte die Rückkehr der ersten B-Wagen zunächst noch wenig an der aktuellen Situation ändern. Bis zum Ende der Sommerferien sollen nach Angaben von SWB Bus und Bahn ausschließlich Bonner K5000-Fahrzeuge sowie die nun nach und nach freigegebenen B-Wagen auf der Linie 66 eingesetzt werden.
Mit dem Ende der Ferien und dem Abschluss von Baumaßnahmen auf den Linien 16 und 18 sollen die Bahnen wieder durchgehend bis Köln fahren. Zudem gibt es laut SWB eine Absprache mit der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB), nach der zusätzliche Fahrzeuge für die gemeinsam betriebene Linie 18 zur Verfügung stehen sollen. Dadurch erhofft sich das Unternehmen eine Entlastung zum Beginn des normalen Berufsverkehrs nach den Sommerferien.
Auf der Linie 66 sollen dann zwischen Siegburg und Bonn Hauptbahnhof wieder Bahnen mit zwei Wagen im gewohnten Takt verkehren. Zwischen Bonn Hauptbahnhof und Ramersdorf sowie zwischen Ramersdorf und Königswinter beziehungsweise Bad Honnef bleibt zunächst jedoch der Ersatzverkehr mit Bussen bestehen.
Dieser Bahnersatzverkehr soll nach Angaben von SWB Bus und Bahn erst dann schrittweise zurückgenommen werden, wenn wieder ausreichend geprüfte und freigegebene Bahnen zur Verfügung stehen. Einen konkreten Zeitpunkt für die vollständige Rückkehr des Bahnverkehrs auf dem südlichen Abschnitt der Linie 66 nannten die Verantwortlichen zunächst nicht.
Angela Franken, Bereichsleiterin Planung und Vertrieb bei SWB Bus und Bahn, erklärte, dass die ersten wieder freigegebenen Fahrzeuge zunächst zur Entlastung der Linie 66 über die Kennedybrücke eingesetzt werden sollen. Dort sei die Situation trotz der Ferien, insbesondere in Richtung Siegburg, derzeit sehr angespannt.
Ultraschalluntersuchungen sollen Risse frühzeitig erkennen
Hintergrund der umfangreichen Prüfungen sind Auffälligkeiten an den Wellen der Radsätze, die nach Angaben von SWB Bus und Bahn das Entstehen von Rissen begünstigen können. Die betroffenen Fahrzeuge waren deshalb vorsorglich außer Betrieb genommen worden.
Gregor Frohne, Bereichsleiter Schienenfahrzeuge bei SWB Bus und Bahn, erklärte, man befinde sich nun in der letzten und wichtigsten Phase des Prüfkonzeptes: der Wiederinbetriebnahme. Die Wellen der Radsätze sollen künftig in festgelegten Abständen mit einem Ultraschallverfahren untersucht werden. Auf diese Weise sollen mögliche Risse oder Anrisse frühzeitig erkannt werden.
Nach Angaben von Frohne konnten bislang bei den überprüften Fahrzeugen keine Risse oder andere Defekte nachgewiesen werden. Gleichzeitig werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätten für die Anwendung des Ultraschallverfahrens weitergebildet.
Langfristig sollen die älteren Bauteile nach Angaben von SWB Bus und Bahn durch Material zertifizierter Hersteller ersetzt werden. Die Technische Aufsichtsbehörde begleite SWB Bus und Bahn sowie die SSB bei diesem Prozess.
Für die Fahrgäste zwischen Bonn, Königswinter und Bad Honnef bedeutet die Freigabe des ersten B-Wagens damit zwar ein erstes positives Signal. Bis der gewohnte Stadtbahnverkehr auf der Linie 66 wieder vollständig läuft, dürfte es allerdings noch einige Zeit dauern. SWB Bus und Bahn und die SSB wollen nach eigenen Angaben fortlaufend über den Stand der Wiederinbetriebnahme und die daraus resultierenden Änderungen im Fahrplan informieren.











Die gesamte Führung der SWB gehört rausgeschmissen. Und diese Vorkriegswagen sind eine absolute Zumutung,
Das ist mehr als eine Zumutung für die PendlerInnen, das ist ein Armutszeugnis der SWB. Dazu kommt, dass Ausfälle gar nicht oder fehlerhaft angezeigt werden, ich aber den vollen Preis für dieses Chaos zahlen muss! Jetzt soll wohl alle zwei Tage eine Bahn in den Umlauf kommen. Eine Lachnummer sondergleichen, wie die gesamte Informationspolitik übrigens auch.
Wird denn auch am Wochenende gearbeitet (das würde ich als Kunde bei diesem Chaotenverein SWB erwarten)?