Siegburg. Nach einem Zwischenfall in einem ICE auf der Strecke von Aachen nach Frankfurt hat der Staatsschutz der Polizei Bonn die Ermittlungen übernommen. Ein 20-jähriger Mann soll am Donnerstagabend (2. April) gegen 21 Uhr im Zug zwei Gegenstände gezündet haben. Mehrere Fahrgäste wurden dabei leicht verletzt.
Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei den gezündeten Objekten um pyrotechnische Gegenstände, die teilweise mit Kunststoffkugeln gefüllt waren. Betroffene erlitten unter anderem Knalltraumata und oberflächliche Verletzungen.
Der ICE wurde am Bahnhof Siegburg/Bonn gestoppt und geräumt. Einsatzkräfte nahmen den Tatverdächtigen noch vor Ort fest. Zuvor hatten offenbar Fahrgäste den Mann überwältigt und in einer Zugtoilette festgesetzt.
Ermittlungen wegen mehrerer Delikte
Wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und das Polizeipräsidium Bonn mitteilen, wird derzeit unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz ermittelt.
Die Ermittler prüfen insbesondere die Motivlage des 20-Jährigen. Eine politische Motivation könne derzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Auswertung von Spuren sowie die genaue Rekonstruktion des Tathergangs dauern an.
Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam.
Hinweise auf extremistischen Hintergrund
Zu möglichen Hintergründen äußern sich die Behörden bislang zurückhaltend. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Tatverdächtigen um einen polizeibekannten Rechtsextremen handeln. Eine offizielle Bestätigung dafür steht jedoch noch aus.
Großeinsatz im Reiseverkehr
Der Vorfall ereignete sich mitten im stark frequentierten Osterreiseverkehr. Rund 500 Fahrgäste mussten den Zug verlassen, es kam zu erheblichen Verzögerungen auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung.
Die Polizei betont, dass die eingesetzten Gegenstände nach aktuellem Stand keine hochgefährlichen Sprengmittel waren. Dennoch werde der Vorfall aufgrund der möglichen Gefährdungslage und der zunächst unklaren Absichten des Täters sehr ernst genommen.











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