Bad Honnef. Im Mai 2025 trat der von der Stadt Bad Honnef eingerichtete Fachbeirat „Menschen im Alter“ zu seiner ersten Sitzung zusammen. Nun zieht die Vorsitzende, Prof. Dr. Claudia Solzbacher, in einem Jahresbericht erstmals Bilanz.
Ziel des Fachbeirats ist es, mit fachlicher Kompetenz und unter Einbeziehung der Perspektiven älterer Bürgerinnen und Bürger Maßnahmen zu entwickeln, die die Lebensqualität im Alter verbessern und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Satzungsgemäß versteht sich das Gremium als Bindeglied zwischen älteren Menschen in Bad Honnef sowie den politischen und administrativen Entscheidungsträgern der Stadt.
Im Fokus stehen dabei Themen wie Gesundheit, Einsamkeit, Wohnformen, kommunale Infrastruktur sowie Generationengerechtigkeit und generationenübergreifende Projekte. Die zehn ehrenamtlich tätigen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Seniorenarbeit sowie die beratenden Mitglieder der Stadtratsfraktionen verschafften sich zunächst einen Überblick über bestehende Angebote und Initiativen für ältere Menschen in Bad Honnef.
Bad Honnef weist den höchsten Anteil von Menschen über 65 Jahren im Rhein-Sieg-Kreis auf. Die Stadt bietet bereits eine Pflegeberatung für Seniorinnen und Senioren an und unterstützt neben zwei Seniorentreffs die ehrenamtliche Initiative „gemeinsam statt einsam“. Ergänzt wird dieses Angebot durch zahlreiche Vereine, Kirchengemeinden, gemeinnützige Organisationen sowie professionelle Anbieter wie ambulante Pflegedienste und Seniorenheime.
„Dennoch müssen wir uns schon heute auf die demografischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vorbereiten“, betont Claudia Solzbacher. „Ein wichtiges Ziel ist es, ältere Menschen – insbesondere Alleinlebende – dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstständig in ihrem vertrauten Zuhause leben zu können. Dafür ist Prävention ein entscheidender Baustein.“
Vor diesem Hintergrund hat sich der Fachbeirat im vergangenen Jahr intensiv für die Einführung präventiver Hausbesuche eingesetzt. Eine dafür vorgesehene Fachkraft soll ältere Menschen freiwillig in ihrem häuslichen Umfeld aufsuchen, individuelle Bedarfe ermitteln, Risiken frühzeitig erkennen und über passende Unterstützungsangebote informieren beziehungsweise diese vermitteln. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um medizinische Beratungen, wie sie etwa ambulante Pflegedienste anbieten.
Der zuständige Sozialausschuss hat die Empfehlung des Fachbeirats bereits befürwortet. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Stadtrat.
Darüber hinaus regt der Fachbeirat an, die präventiven Hausbesuche durch ehrenamtliches Engagement zu ergänzen. Derzeit wird gemeinsam mit dem Fachdienst Soziales, Integration und Ehrenamt der Stadt ein Konzept entwickelt, das die Aufgabenverteilung zwischen hauptamtlicher Fachkraft und ehrenamtlicher Unterstützung definiert. Für 2026 sind hierzu weitere Beratungen geplant. Zudem soll die Vernetzung aller Akteure im Themenfeld Alter weiter gestärkt werden.
Angeregt durch einen Fachvortrag zum Thema „Seniorenfreundliche Stadt“ beschäftigt sich der Beirat inzwischen systematisch mit weiteren zentralen Zukunftsthemen. Außerdem wurde eine Vortragsreihe auf den Weg gebracht, die sich mit Fragen und Herausforderungen befasst, die ältere Menschen und ihre Angehörigen besonders interessieren.
Ein weiteres Dauerthema bleibt die Verbesserung der öffentlichen Toiletteninfrastruktur in Berg und Tal. „Öffentliche Toiletten sind gerade für ältere Menschen wichtig, aber letztlich profitieren alle Bürgerinnen und Bürger davon“, sagt Solzbacher. „Generell gilt: Politik für ältere Menschen kommt nicht nur ihnen selbst zugute, sondern ihren Familien und der Gesellschaft insgesamt.“
Um mit den Bürgerinnen und Bürgern im direkten Austausch zu bleiben, bietet der Fachbeirat „Menschen im Alter“ regelmäßig Sprechstunden im StadtRaum (Hauptstraße 46) an: mittwochs von 15 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr.
red / Stadt Bad Honnef









