Rhöndorf – Der Ziepchensplatz rappelvoll, die Sonne tief über Rhöndorf – und auf der Bühne stand eine Sängerin, die mit ihrer Stimme scheinbar mühelos zwischen Soul, R&B und Pop wechselte. Der Konzertabend mit Cage, Clemens Orth und Band wurde zu einem der musikalischen Höhepunkte der diesjährigen Reihe „Musik im Pavillon“.
Wer am Freitagabend zum Ziepchensplatz kam, musste nicht lange überlegen, ob sich der Besuch gelohnt hatte. Schon vor dem Konzert füllte sich der Platz immer weiter. Am Ende war kaum noch ein freier Stuhl zu finden.
Und dann betrat Karolin „Cage“ Gärtner die Bühne. Was folgte, war kein gewöhnliches Open-Air-Konzert. Cage sang sich mit einer Stimme durch den Abend, die zugleich warm, samtig und kraftvoll klingt. Mal zurückhaltend und beinahe intim, dann wieder mit einer Wucht, die über den gesamten Ziepchensplatz hinweg zu spüren war.
Begleitet wurde sie von Clemens Orth (Piano), Richard Münchhoff (Schlagzeug), Oliver Lutz (Bass), Matt Sonnicksen (Gitarre), Muriel Bonn und Louise Ullrich (Gesang).
Eine Stimme, die im Gedächtnis bleibt
Cage, die mit bürgerlichem Namen Karolin Gärtner heißt, ist längst keine Unbekannte mehr. Bundesweit wurde sie zunächst durch ihre Teilnahme an der ProSieben-Show „FameMaker“ bekannt. Beim deutschen ESC-Vorentscheid präsentierte sie sich anschließend einem noch größeren Publikum. Dort fiel auch Stefan Raab ihre außergewöhnliche Stimme auf. Er bezeichnete sie als das „größte Gesangstalent Deutschlands“.
In Rhöndorf konnte man an diesem Abend erleben, warum eine solche Einschätzung nicht einfach ein großes Kompliment ist. Cage verfügt über eine außergewöhnliche stimmliche Bandbreite und gleichzeitig über die Fähigkeit, einen Song nicht nur zu singen, sondern ihm Persönlichkeit zu geben.
Vom Sektglas in der Philharmonie auf die große Bühne
Die Geschichte von Cage klingt tatsächlich ein wenig wie ein modernes Märchen. Einst schenkte sie im Foyer der Kölner Philharmonie den Gästen Sekt aus. Heute steht ihr Name im Programm renommierter Konzerthäuser.
Dabei ist sie nicht einfach nur Sängerin. Cage schreibt und komponiert ihre Stücke selbst, spielt Klavier und produziert ihre Musik als Independent Artist gemeinsam mit ihrem Team und ihrer Band. Diese Unabhängigkeit ist auch in ihrer Musik spürbar. Sie wirkt nicht glattpoliert, sondern persönlich und unmittelbar.
Cage’s Musik hatte Raum für leise Momente, für große Gefühle und für jene Augenblicke, in denen ein ganzer Platz einfach nur zuhört. Ein großer Musikabend in Rhöndorf.










