In etlichen deutschen Städten sind am Samstagnachmittag die sogenannten Gen-Z-Proteste gestartet.
Vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelten sich in der ersten Stunde nach dem offiziellen Beginn um 14 Uhr knapp 4.500 Demonstranten, wie ein Polizeisprecher einem Reporter der dts Nachrichtenagentur vor Ort sagte. Bislang habe es keine nennenswerten Vorfälle gegeben, die Lage sei insgesamt ruhig, so der Sprecher gegenüber dem dts-Reporter weiter. In der Spitze erwarten die Organisatoren in Berlin über 10.000 Protestler, bundesweit hoffen sie auf über 100.000 Teilnehmer.
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte neben Berlin auch in über 30 anderen Städten zu Protestkundgebungen aufgerufen. Gefordert werden unter anderem Maßnahmen gegen marode Schulen, steigende Lebenshaltungskosten, eine „ungerechte Lastenverteilung“ und den Klimawandel. Im Demo-Aufruf enthalten sind außerdem eine Ablehnung der Wehrpflicht und eines „Überwachungsapparates“, der immer weiter ausgebaut werde.
Mit ähnlichen Forderungen waren auch Proteste in Frankreich, Italien und anderen Ländern gestartet, die in den letzten Wochen teilweise in heftigen Ausschreitungen mündeten. Die offiziellen Veranstalter der Proteste in Deutschland betonten, dass der Protest friedlich bleiben solle.
Vor den Protesten verrammelten sich zahlreiche Läden und andere Einrichtungen. So wurden auf dem Berliner „Kudamm“ insbesondere bei Luxusartikel-Geschäften Sperrholzplatten vor den Schaufensterscheiben angebracht. Auch im Regierungsviertel wurden in manchen Gebäuden die Gewerbemieter informiert, dass am Wochenende Außenjalousien an den Fenstern zum Schutz vor Steinschlag heruntergelassen werden.
Die Bundesregierung wollte sich zu besonderen Sicherheitsvorkehrungen am Freitag nicht einlassen. „Die Gefährdungsbewertungen werden natürlich laufend vorgenommen“, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Wo sich der Kanzler am Samstag aufhält und ob die Proteste dabei irgendeine Rolle spielten, ließ der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur offen.









