Bad Honnef – Ab dem Schuljahr 2026/2027 endet die Betreuung in allen Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Bad Honnef bereits um 16 Uhr. Die bislang mögliche Betreuung bis 16.30 Uhr entfällt. Für viele Familien bedeutet das einen Verlust von 2,5 Stunden verlässlicher Betreuung pro Woche. Bündnis 90/Die Grünen Bad Honnef sehen diese Entwicklung mit großer Sorge.
Zwar erkennen die Grünen die erheblichen organisatorischen und personellen Herausforderungen an, die sich aus dem ab dem kommenden Schuljahr geltenden Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz ergeben. Der massiv steigende Bedarf an Plätzen, Personal und Räumlichkeiten dürfe jedoch nicht einseitig zulasten der Familien gehen, die auf verlässliche Ganztagsbetreuung angewiesen sind.
Die Entscheidung wurde nach engem Austausch zwischen Stadtjugendring gGmbH und Stadt Bad Honnef sowie nach Beratungen mit den Eltern getroffen. Aus Sicht der Grünen bleibt jedoch festzuhalten: Die Verkürzung der Öffnungszeiten trifft insbesondere diejenigen, die am wenigsten Ausweichmöglichkeiten haben.
„Trotzdem ist es gerade für alleinerziehende Mütter oder Väter notwendig, eine ausgedehnte Betreuungszeit für die Kinder zu haben“, sagt Marita Langbein, Sprecherin der Grünen. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nur dann gegeben, wenn die Betreuungszeiten auch in den Randzeiten morgens und nachmittags verlässlich sind.“
Besonders Beschäftigte mit niedrigen Einkommen können ihre Arbeitszeit häufig weder flexibel gestalten noch reduzieren. Für sie ist eine Betreuung bis 16.30 Uhr keine Komfortfrage, sondern eine existenzielle Voraussetzung, um Erwerbsarbeit und Familienleben miteinander zu vereinbaren.
Die Grünen warnen davor, dass ein notwendiger quantitativer Ausbau der OGS-Angebote zu Lasten der sozialen Gerechtigkeit gehen könnte. Ein Qualitätsverlust dürfe nicht hingenommen werden – ebenso wenig wie das Ignorieren individueller Härtefälle. Auch wenn die Stadt Bad Honnef den Träger unterstützt und derzeit keine Möglichkeit sieht, das bisherige Angebot fortzuführen, fordern die Grünen ausdrücklich Ausnahmeregelungen.
Aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen muss zumindest ein begrenztes Zusatzangebot für besondere Bedarfslagen erhalten bleiben. Ein Minimalangebot bis 16.30 Uhr für einzelne Familien sei notwendig, um soziale Brüche zu vermeiden und den Anspruch auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie ernst zu nehmen.











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