Bonn – Vor der Bundeskunsthalle Bonn hat es am vergangenen Wochenende Proteste gegen die geplante Ausstellung „SEX WORK – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ gegeben. Mehrere Organisationen, darunter der Bundesverband Nordisches Modell e.V., Bündnis NRW pro Nordisches Modell, SISTERS e.V., Frauenheldinnen e.V., Mission Love e.V., die Initiative Lasst Frauen sprechen und das Frauenmagazin Emma, äußerten dabei deutliche Kritik an der aus ihrer Sicht einseitigen Darstellung des Themas.
Zu den beteiligten Gruppen zählen unter anderem der Bundesverband Nordisches Modell e.V., das Bündnis NRW pro Nordisches Modell, SISTERS e.V., Frauenheldinnen e.V., Mission Love e.V. sowie die Initiative „Lasst Frauen sprechen“ und das Frauenmagazin Emma. Sie demonstrierten am 4. April vor dem Museum und warfen den Verantwortlichen vor, ein „verharmlosendes Bild“ von Prostitution zu zeichnen.
Nach Auffassung der Kritikerinnen und Kritiker blende die Ausstellung zentrale Aspekte wie Zwang, Gewalt, Menschenhandel und soziale Abhängigkeiten aus. Stattdessen würden ästhetisierende Elemente in den Vordergrund gestellt, die den Eindruck erwecken könnten, Prostitution sei vor allem Ausdruck von Selbstbestimmung.
Simone Kleinert vom Bündnis NRW pro Nordisches Modell wird in einer Pressemitteilung mit den Worten zitiert, Prostitution sei „für die meisten Frauen keine freie Berufswahl“, sondern häufig mit Armut, fehlenden Alternativen oder Gewalt verbunden. Wer diese strukturellen Bedingungen ausblende, betreibe eine Verzerrung der Realität.
Besonders kritisch sehen die Organisationen den aus ihrer Sicht undifferenzierten Gebrauch des Begriffs „Sexarbeit“. Dieser werde auch in Zusammenhängen verwendet, in denen Zwang und Ausbeutung eine Rolle spielten. Dadurch würden unterschiedliche Lebensrealitäten vereinheitlicht und wichtige Perspektiven, etwa von Aussteigerinnen oder Betroffenen von Menschenhandel, nicht ausreichend berücksichtigt.
Die Bundeskunsthalle als staatlich geförderte Einrichtung stehe nach Ansicht der Protestierenden in der Verantwortung, gesellschaftlich relevante Themen differenziert darzustellen. Laut den Organisatoren der Demonstration werde die Ausstellung diesem Anspruch nicht gerecht.
Die Ausstellung „SEX WORK – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ soll sich mit der historischen Entwicklung von Prostitution und deren gesellschaftlicher Wahrnehmung befassen. Eine Stellungnahme zu Vorwürfen anderer Personen gegen die Ausstellung gab die Bundeskunsthalle auf Anfrage nicht ab.
red / Quelle: Bündnis Nordrhein-Westfalen pro Nordisches Modell













Ich frage mich, ob die Demonstrierenden sich die Ausstellung tatsächlich vorher angesehen haben, oder ob ihre Vorwürfe aus der Lektüre eines Emma-Artikels entstanden sind…