Bad Honnef. Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Bad Honnef hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs vorgelegt. Ziel sei es nach Angaben der Fraktion, den Parkdruck am Mobilitätsknoten Bad Honnef während der laufenden Umbauarbeiten sowie langfristig nach deren Abschluss zu reduzieren.
Hintergrund des Antrags ist die Entscheidung, die ursprünglich geplante Errichtung eines Parkhauses mit rund 300 Stellplätzen am Mobilitätsknoten nicht weiterzuverfolgen. Die Grünen verweisen in ihrer Begründung auf ein Verkehrsgutachten der Sweco GmbH aus dem Jahr 2024, das für ein sogenanntes „konservatives Szenario“ einen entsprechenden Stellplatzbedarf prognostiziert habe. Nach Berechnungen der Fraktion könnten künftig jedoch lediglich rund 208 Parkplätze für den motorisierten Individualverkehr zur Verfügung stehen.
Um den Mobilitätsknoten dennoch als leistungsfähigen Park&Ride-Standort zu erhalten, schlagen die Grünen ein Bündel von insgesamt 13 Maßnahmen vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Verbesserungen des Busangebots, der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur sowie eine gezielte Steuerung des vorhandenen Parkraums.
So soll die Stadtverwaltung unter anderem gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Regionalverkehr Köln GmbH (RSVG) prüfen, wie die Busanbindung der Ortsteile im Bergbereich und entlang der Nord-Süd-Achse verbessert werden kann. Darüber hinaus regen die Grünen an, die Flächen für Buspausen an der Endhaltestelle zu überprüfen, um gegebenenfalls zusätzlichen Raum zu gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Antrags liegt auf dem Fahrradverkehr. Die Grünen fordern zusätzliche Fahrradstellplätze am Mobilitätsknoten, darunter auch einfache Abstellmöglichkeiten während der Bauphase. Nach Angaben der Fraktion gehe das Verkehrsgutachten von einem Bedarf von mehr als 280 Fahrradstellplätzen aus, während bislang lediglich 259 Stellplätze vorgesehen seien.
Zur Entlastung der während der Bauphase deutlich reduzierten Parkkapazitäten schlagen die Grünen außerdem vor, die verbliebenen Parkplätze an der Endhaltestelle stärker für Pendlerinnen und Pendler zu reservieren. Als mögliche Maßnahmen werden unter anderem Zugangsschranken oder Gebühren für Dauerparkende genannt. Zudem sollen die vorhandenen Stellflächen durch Markierungen effizienter genutzt werden.
Auch außerhalb des unmittelbaren Mobilitätsknotens sieht der Antrag Handlungsbedarf. So sollen mehrere bereits im Radverkehrskonzept der Stadt vorgesehene Maßnahmen an der Aegidienberger Straße und der Rottbitzer Straße umgesetzt werden. Darüber hinaus sprechen sich die Grünen für die Wiederaufnahme von Grundstücksverhandlungen für einen geplanten Radweg zwischen der Haltestelle Himberg und Orscheid/Wülscheid aus.
Ergänzend schlagen die Grünen zusätzliche Welo-Fahrradverleihstationen in den Bergbereichen sowie neue Fahrradboxen an der Haltestelle „Am Spitzenbach“ vor. Eine Werbekampagne, die gemeinsam mit der Initiative #WirFürsKlima umgesetzt werden soll, soll nach Vorstellung der Fraktion zudem für einen verstärkten Umstieg auf Bus und Fahrrad werben.
Nach Auffassung der Grünen könne eine aktiv vorangetriebene Verkehrswende nicht nur den öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr stärken, sondern auch den verbleibenden Parkraum für Pendlerinnen und Pendler entlasten, die weiterhin auf das Auto angewiesen sind. Über den Antrag soll nun der zuständige Planungsausschuss in seiner nächsten Sitzung beraten.










