Bad Honnef. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat für die nächste Sitzung des Umweltausschusses am 18. Juni 2026 eine umfangreiche Anfrage nach §17 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Rates eingereicht. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Jagd im Bad Honnefer Stadtwald seit der Umstellung auf eine Eigenbewirtschaftung durch die Stadt.
Die Anfrage bezieht sich auf die Jagdjahre der vergangenen fünf Jahre und zielt insbesondere auf drei Themenbereiche ab: die Entwicklung der Jagdstrecken, die Kosten- und Erlössituation sowie die Auswirkungen auf den Waldzustand.
Entwicklung von Wildbestand und Fallwild
Die Grünen möchten von der Verwaltung eine detaillierte Übersicht über die Jagdstrecken nach Wildarten erhalten. Zusätzlich wird um Angaben zur Alters- und Geschlechtsstruktur des erlegten Wildes gebeten. Auch das sogenannte Fallwild – also Tiere, die nicht durch Jagd, sondern etwa durch Verkehr oder andere Ursachen verendet sind – soll erfasst und dargestellt werden.
Kosten und Erlöse der städtischen Jagd
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage betrifft die wirtschaftliche Seite der Jagdausübung im Stadtwald von Bad Honnef. Konkret fragen die Grünen nach den Aufwendungen der Stadt für Sach- und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Jagdaufsicht und -durchführung sowie nach den erzielten Einnahmen.
Entwicklung des Waldzustands und Verbissgutachten
Darüber hinaus wird die Entwicklung des sogenannten Verbisses im Stadtwald thematisiert. Grundlage sollen die regelmäßig nach Landesjagdgesetz (§22 Abs. 5 Landesjagdgesetz NRW) erstellten Verbissgutachten sein, die den Einfluss des Schalenwildes auf die natürliche Waldverjüngung bewerten.
Die Fraktion interessiert sich dabei insbesondere für mögliche Veränderungen seit der Umstellung der Jagdstrategie. Seit dem Jagdjahr 2024/25 werden die Jagdbezirke nicht mehr vollständig verpachtet, sondern durch die Stadt selbst bewirtschaftet und über zeitlich befristete, entgeltliche Begehungsscheine in Pirschbezirke organisiert.
Hintergrund: Umstellung der Jagdorganisation
Mit der neuen Struktur wurde das bislang über langfristige Pachtverträge vergebene Jagdrecht im Stadtwald neu organisiert. Ziel dieser Reform war es unter anderem, die Steuerung der Jagd stärker in kommunale Hand zu legen und flexibler auf Wildbestände und Waldentwicklung reagieren zu können.
Die nun gestellte Anfrage der Grünen soll dazu beitragen, den ökologischen und finanziellen Effekt dieser Umstellung nachvollziehbar zu machen und eine erste Zwischenbilanz zu ermöglichen.
Umweltausschuss – 18.06.2026 – 18:00 Uhr – Ratssaal










