Bad Honnef. So war es mir bewusst: Die Initiative Göttchesplatz lud zum Event ein, die Leute kamen, und es wurde voll, richtig voll und man hörte der Musik zu, unterhielt sich, ließ es sich gut gehen und erlebte einen tollen Nachmittag und Abend.
Jetzt also ein Herbstleuchten. Mutig, um diese Jahreszeit ein Herbstleuchten anzukündigen, denn ob Petrus da immer so mitspielt? Mehr als ungewiss. Aber, kurz gesagt, an ihm lag es nicht. Zumindest teilweise. Alleine, es mangelte an Leuten und besonders an Kindern, die den Weg auf den Göttchesplatz gefunden haben. Erstaunlich, denn Musik, Kreatives, Begegnung für Groß und Klein wurden angekündigt.
Ja, es wurde alles angeboten. Das „Duo Travels“ (Saxofon und Bass) spielte routiniert sein Repertoire runter, das aber eher sein Publikum in der Kellerbar eines Hotels gefunden hätte, aber nicht auf einem Begegnungsfest von Groß und Klein. Der Flohmarkt, mühsam auf Decken aufgebaut, fand wenig Interesse und fast alle Sachen, die aufgebaut wurden, wurden auch wieder mitgenommen. Kreatives wurde auch angeboten, aber außer fünf, sechs Kinder, allesamt Mädchen, fanden sich nicht ein und so kam dort auch keine kreative Stimmung auf. Und die Großen? Bildeten Spalier und ´unter´hielten sich ´unter´ sich so, als würden sie sich schon Jahren kennen. Kurz gesagt kein Leuchten. Schade.
Woran liegt oder lag es?
Die Idee ist großartig – an einem Sonntagnachmittag im Herbst zu einem Treffen einzuladen. Aber man sollte sich über das Konzept eines solchen Events, Erwachsene und Kinder zusammen zu bringen und einzuladen, noch ein paar Gedanken machen. Gerade der Herbst bietet mit einer Vielfalt an Naturprodukten wie Kastanien, Bucheckern, Gräser, Halmen, vielen bunten Blättern von Bäumen und Sträuchern, einen fast unerschöpflichen Vorrat an Materialien zu einem kreativen Werken. Alles kostenlos an fast jeder Ecke zu finden. Man muss nur suchen und sehen – sehen. Möglichkeiten, gerade den Kindern eine der interessantesten Jahreszeit näher zu bringen. Ja ich weiss, die Idee ist nicht neu, aber bewährt. Ich kann mich z.B. noch an die Kastanienmännchen erinnern. Kastanien und Streichhölzer. Mehr brauchte es nicht.
Es gibt noch andere Möglichkeiten, ein solches Treffen zu gestalten und das Engagement ist mehr als lobenswert und groß. Und ja, es müssen ja nicht immer die Massen sein, die kommen müssen und als Barometer für das Gelingen eines Festes herhalten müssen. Aber ein paar mehr Besucher sollten schon angelockt werden als die ca. 40 Erwachsenen und 7 Kinder, die ich während meines Besuches gezählt habe.










Schade – wir haben diesen Nachmittag ganz anders erlebt. Vielleicht ist dieser Eindruck aus den ersten oder letzten Abschnitten des Festes entstanden – anders können wir uns diese Wahrnehmung nicht erklären.
Ja, unser Herbstleuchten war kein Massenevent. Das sollte es auch gar nicht sein. Dafür gibt es zum Beispiel den Martinimarkt. Wir sind eine kleine Bürgerinitiative aus dem Viertel und versuchen ehrenamtlich, aus dem Göttchesplatz einen lebendigen Treffpunkt für Alle zu machen.
Und für uns hat das am Sonntag ziemlich gut funktioniert: Menschen (sicherlich deutlich mehr als 40) saßen zusammen, hörten dem großartigen Duo Travels zu (was sogar Patienten aus dem Krankenhaus auf den Platz lockte), unterhielten sich, bastelten und aßen offenbar ziemlich gerne Waffeln – zumindest mussten wir den Teig fünfmal neu ansetzen.
Den Basteltisch haben übrigens zwei Kinder aus unserer Initiative selbst vorbereitet – Kinder für Kinder. Er hatte über den ganzen Nachmittag viele kleine Besucher, die dort sehr gerne kreativ geworden sind! Und Grüße gehen raus an die beiden 13-jährigen Jungs, die mit großer Hingabe Steine bemalt haben! ;-) Wobei wir uns ohnehin fragen: Seit wann ist es eigentlich ein Qualitätsmerkmal für einen Basteltisch, ob dort Mädchen oder Jungs sitzen?
Natürlich ist eine Freiluftveranstaltung im Oktober ein kleines Glücksspiel. Umso schöner fanden wir, wie viele Menschen gekommen und geblieben sind.
„Honnef heute“ hat unsere Initiative und unsere Veranstaltungen bisher immer sehr positiv begleitet, was uns sehr geholfen hat, bekannter zu werden und unsere Veranstaltungen in dieser Form überhaupt auf die Beine stellen zu können. Dafür sind wir sehr dankbar. Gerade deshalb finden wir diese Berichterstattung schade. Denn hinter solchen Nachbarschaftsveranstaltungen stehen Menschen, die neben Beruf und Familie viel Zeit und Energie ehrenamtlich investieren. Menschen dafür zu begeistern, ist ohnehin nicht leicht – diese Berichterstattung macht es nicht leichter und wird der bereichernden und sinnstiftenden Arbeit der Initiative nicht gerecht.
Für uns – und nach vielen Rückmeldungen auch für unsere Gäste – hat der Göttchesplatz an diesem Nachmittag jedenfalls geleuchtet.
Anthea Peters und Anna Fischer von der Bürgerinitiative Göttchesplatz