Bonn/Rhein-Sieg – Eine Mehrheit der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg befragten Unternehmen spricht sich für den Erhalt von Oper und Schauspielhaus in Bonn aus. Gleichzeitig lehnt eine deutliche Mehrheit zusätzliche Belastungen bei den Kommunalsteuern zur Finanzierung der beiden Häuser ab oder fordert Abstriche bei den Plänen.
Das geht aus einer digitalen IHK-Umfrage hervor, an der sich im Juli rund 400 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben. Insgesamt 57 Prozent der Betriebe sprachen sich für den Erhalt von Oper und Schauspielhaus aus. Besonders hoch war die Zustimmung bei Unternehmen aus dem Gastgewerbe sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft und bei Bonner Betrieben.
Bei der Finanzierung zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Branchenübergreifend und sowohl in Bonn als auch im Rhein-Sieg-Kreis ist deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen gegen zusätzliche kommunale Steuerbelastungen für den Erhalt beider Häuser oder verlangt entsprechende Abstriche.
IHK-Präsident Stefan Hagen verweist auf die angespannte Finanzlage der Stadt Bonn und die bereits hohe Gewerbesteuerbelastung der Unternehmen. Aus Sicht der IHK seien unter anderem Sponsoring, Unternehmenspartnerschaften oder ein gemeinsames Bühnenkonzept mit anderen Kommunen entlang der Rheinschiene mögliche Ansätze, um Kosten zu begrenzen.
Beim Stellenwert des Kulturangebots fällt die Bewertung der Unternehmen ebenfalls zurückhaltend aus. Unter zehn abgefragten Standortfaktoren landete es auf dem letzten Platz. Eine größere Bedeutung haben für die Betriebe insbesondere Verkehrsinfrastruktur, Sicherheit sowie Bildungs- und Wohnungsangebot.
Eine eindeutige Präferenz für einen möglichen Standort der Bühnen – am Rhein oder in Beuel – ergab die Umfrage nicht.









