Natürlich weiß jeder, dass Veränderungen nicht auf einen Schlag geschehen. Das gilt auch für unsere Innenstadt. Vieles ist geplant: eine neue Passage soll entstehen, neuer Wohn- und -Geschäftsraum inklusive. Neue Parkplätze auch für die Allgemeinheit. Ein Vollversorger im jetzigen Postgebäude soll die schmerzliche Lücke durch den Wegfall von Kaisers schließen. Der Marktplatz soll ein attraktiveres Gesicht bekommen etc. Das alles ist schön und zu begrüßen, aber es wird dauern. Außerdem konnte mit vielen Eigentümern noch keine Einigung erzielt werden, so dass die gesamte Planung – besonders am Saynschen Hof – auch bei längerfristiger Betrachtung noch sehr lückenhaft ist. Bis alles geregelt, geplant und in die Tat umgesetzt ist, können wir nicht warten, wenn wir unsere Innenstadt nicht schon vorher langsam sterben sehen wollen. Was können wir tun – jetzt?

Hierzu nur einige Stichworte:

Events haben in den letzten Jahren dank des Centrum e.V. und seines unermüdlichen Engagements viel Leben und Umsatz in die Stadt gebracht. Leider wurde das Programm nun durch Corona ausgebremst. Das was jeweils nach Lage der Schutzbestimmungen dennoch möglich ist, sollte unbedingt getan werden – schon allein um bei den bisherigen auswärtigen Besucher*innen nicht in Vergessenheit zu geraten. So sollten die vom Centrum geplanten verkaufsoffenen Sonntage am 18.10. und 06.12. nach Möglichkeit genehmigt werden.

Die Gastronomie hat durch Corona herbe Rückschläge erleiden müssen. Bei den im Allgemeinen immer milderen Wintern wäre zu überlegen, ob Außengastronomie vorläufig ganzjährig möglich gemacht, d.h. genehmigt werden kann. Mit klimaverträglichen Heizstrahlern im Winter könnten so deutlich mehr Gäste bewirtet werden.

Was bleibt ist die durch den Wegfall des Vollversorgers Kaiser entstandene Lücke. Damit fehlt ein zentraler Besuchermagnet, der sich nach den gescheiterten Versuchen, einen adäquaten Nachfolger zu finden, auch nicht so bald ersetzen lässt. Es bringt nichts jetzt darüber zu lamentieren, was hätte besser getan werden können. Vielleicht würden mehr Marktzeiten, eine größere Marktfläche (z.B. auf dem Rathausplatz) und ein größeres Angebot hier zumindest teilweise Abhilfe schaffen.

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Wenn dadurch mehr Gäste ins Zentrum gezogen werden, stellt sich allerdings wieder die Frage nach ausreichendem Parkraum. Eine Überarbeitung des aktuellen Parkraumkonzeptes ist auch aus diesem Grunde kurzfristig dringend erforderlich.

Das bisher nur als Corona-Notlösung erfolgreiche Kiezkaufhaus könnte in einen regional aufgestellten Internet-Shop integriert werden. Das würde mehr Nachfrage bei breiterem Angebot bedeuten und damit für Bad Honnefer Anbieter die Chance auf deutlich mehr zusätzlichen Umsatz.

Was bleibt noch? Ach ja, die Sauberkeit – auch ein nicht zu vernachlässigender Beitrag zur Attraktivität unserer Innenstadt. Vielleicht könnten hier Ehrenamtler*innen als City-Pat*innen
auf Sauberkeit und Ordnung achten und ggfls. die Stadt bei aufgefallenen Mängeln einschalten.

Viele Ansatzpunkte, viele Möglichkeiten, die mit relativ geringem Aufwand umgesetzt werden können. Mein Tipp: fangen wir jetzt damit an. Verhindern wir, dass das Herz unserer Stadt noch vor der finalen OP aufhört zu schlagen. Es wieder zu beleben wäre deutlich schwieriger, als es am Leben zu halten.

Herzlichst Ihr
Klaus Munk

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