Bad Honnef – Die zunehmende Häufigkeit von Katastrophen weltweit und direkt vor unserer Haustür macht das Thema Vorsorge dringlicher denn je. Das betonte Jens Koelzer, Kreisbereitschaftsleiter und Sachbearbeiter für Katastrophenschutz beim DRK Siebengebirge, bei einer aktuellen Infoveranstaltung in der Parkresidenz Bad Honnef. „Katastrophen machen vor nichts Halt – sie betreffen uns alle“, so Koelzer, der seit Jahren die Arbeit von über 900 Ehrenamtlichen im Rhein-Sieg-Kreis koordiniert und sich für eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung einsetzt.
Warum Katastrophenvorsorge heute unverzichtbar ist
Seit den 1970er-Jahren hat sich die Zahl der Katastrophen verfünffacht. Klimawandel, extreme Wetterereignisse wie Hochwasser oder Dürren, aber auch Pandemien und technische Großschadenslagen zeigen: Gut vorbereitete Menschen und Systeme können schneller reagieren und die Auswirkungen für Betroffene deutlich verringern. Koelzer verwies auf die Corona-Pandemie und die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre als Beispiele, die deutlich machen, wie wichtig es ist, dass alle Verantwortung für sich und andere übernehmen – sei es durch private Vorsorge oder durch Engagement im Quartier.
Praktische Tipps: Vom Notfallgepäck bis zur Nachbarschaftshilfe
Koelzer informierte die Teilnehmer:innen über konkrete Maßnahmen, die jeder ergreifen kann: Warn-Apps wie NINA, Katwarn oder Biwapp nutzen, wichtige Telefonnummern (z.B. 112, 110, Giftnotruf NRW 0228 192 40) griffbereit haben und ein Notfallgepäck für den Fall einer Evakuierung packen. Dazu gehören neben Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten auch wichtige Dokumente, Hygieneartikel und ein batteriebetriebenes Radio. Besonders betonte er die Bedeutung der Bevorratung für mindestens zehn Tage – etwa 80 Liter Wasser und 14 Kilogramm Getreideprodukte für eine vierköpfige Familie.
Ein zentrales Anliegen Koelzers ist die Stärkung der Nachbarschaft: „Vulnerable Gruppen wie Senior:innen, Menschen mit Beeinträchtigungen oder Kinder brauchen besondere Aufmerksamkeit. Hier kann jeder helfen – sei es durch regelmäßige Treffen, die Nutzung von Plattformen wie Nebenan.de oder die Zuordnung von Verantwortlichen für hilfsbedürftige Nachbar:innen.“
Bad Honnef ist vorbereitet – aber jeder Einzelne ist gefragt
Die Stadt Bad Honnef verfügt über Anlaufstellen wie die Josef-Bellinghausen-Sporthalle in Aegidienberg oder die Menzenberger Sporthalle, die im Katastrophenfall als „Leuchttürme“ für Information und Erste Hilfe dienen. Doch Koelzer unterstrich: „Ein Baustein der Hilfe bei Katastrophen ist die Hilfe zur Selbsthilfe der Bevölkerung.“ Nur wenn alle mitdenken und sich vorbereiten, können soziale, ökologische und wirtschaftliche Schäden minimiert werden.
Vorsorge ist kein Luxus, sondern Pflicht
Die Veranstaltung in der Parkresidenz machte deutlich: Katastrophenvorsorge ist kein Thema, das nur Behörden oder Hilfsorganisationen betrifft. „Jeder kann etwas tun – sei es durch persönliche Vorbereitung oder durch Engagement im Quartier“, appellierte Koelzer. Wer sich informiert, vorsorgt und andere mitdenkt, leistet einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit aller.
Das DRK weist seit 2009 auf das Thema in Bad Honnef hin. Jens Koelzer macht darauf aufmerksam, dass weitere Vorträge und Veranstaltungen geplant sind.
Kontakt und weitere Informationen:
- DRK Siebengebirge: www.drk-siebengebirge.de







