Königswinter. Wie soll Königswinter künftig beheizt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadtverwaltung in den kommenden Monaten. Der Stadtrat hat am 28. September die kommunale Wärmeplanung beschlossen. Bis Ende 2027 soll feststehen, welche Möglichkeiten für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in den einzelnen Bereichen der Stadt bestehen.
Die Stadt hat mit der Erstellung des Wärmeplans die Rhein-Sieg Netz GmbH beauftragt. Beteiligt sind außerdem die rhenag Rheinische Energie AG und die greenventory GmbH. Zunächst wird der aktuelle Zustand der Wärmeversorgung untersucht: Welche Gebäude gibt es, wie hoch ist ihr Wärmebedarf, welche Heizsysteme werden eingesetzt und welche Infrastruktur ist vorhanden?
Anschließend sollen die Potenziale für Energieeinsparungen und erneuerbare Wärmequellen ermittelt werden. Dazu gehören unter anderem mögliche Wärmenetze, Wärmepumpen, erneuerbare Energien und nutzbare Abwärme.
Auf dieser Grundlage soll ein Szenario für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 entstehen. Die Stadt will daraus Gebiete ableiten, in denen unterschiedliche Formen der Wärmeversorgung grundsätzlich geeignet sein könnten. Grundlage ist ein digitaler Zwilling, der die örtlichen Gegebenheiten abbildet.
Noch keine Entscheidung über einzelne Straßen
Für Hauseigentümer bedeutet der Wärmeplan zunächst vor allem Orientierung. Er legt nach Angaben der Stadt nicht fest, wann eine bestimmte Straße an ein Wärmenetz angeschlossen wird oder welche Kosten für einen Anschluss entstehen. Solche Entscheidungen wären Bestandteil späterer Planungen und Machbarkeitsuntersuchungen.
Die Stadt weist deshalb darauf hin, dass Sanierungen oder ein Heizungstausch nicht grundsätzlich bis zum Abschluss der Wärmeplanung aufgeschoben werden müssen. Gerade energetische Sanierungen könnten helfen, den späteren Wärmebedarf zu reduzieren.
„Die Kommunale Wärmeplanung ist der Beginn einer wichtigen und gesetzlich verankerten Wärmewende weg von fossilen Brennstoffen – hin zu erneuerbaren Quellen“, sagt Antje Fehr, Projektleiterin und Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz der Stadt Königswinter.
Nach Darstellung der Stadt könnten steigende Preise für fossile Energieträger, Netzentgelte und CO₂-Kosten künftig die Heizkosten zusätzlich beeinflussen. Fehr warnt deshalb vor einer langfristigen Abhängigkeit von Öl und Gas.
Bürger sollen beteiligt werden
Die Stadt kündigt während der Erstellung des Wärmeplans zwei Bürgerforen an. Vor der endgültigen Fertigstellung soll außerdem Gelegenheit bestehen, zu den Ergebnissen Stellung zu nehmen. Die erhobenen Gebäudedaten sollen anonymisiert und datenschutzkonform verarbeitet werden.
Für Bürgerinnen und Bürger gibt es bereits erste Beratungsangebote. Am 6. Oktober 2026 bietet die Verbraucherzentrale NRW von 14 bis 18 Uhr im Klimabüro der Stadt Königswinter eine kostenlose Energieberatungs-Sprechstunde an. Themen sind unter anderem energetische Sanierung, Heizungsmodernisierung, erneuerbare Energien und Fördermöglichkeiten. Eine Anmeldung ist per E-Mail an rheinsiegkreis.energie@verbraucherzentrale.nrw unter Angabe der Telefonnummer möglich.
Am 21. November 2026 beteiligt sich Königswinter zudem am „Tag des offenen Heizungskellers“. Dabei sollen unter anderem klimafreundliche Heizlösungen in privaten Gebäuden besichtigt werden können. Weitere Informationen gibt es auf offenerheizungskeller.de.
Die Ergebnisse der Wärmeplanung sollen nach Angaben der Stadt anschließend als Grundlage für weitere Planungen und Investitionen dienen. Eine Fortschreibung des Wärmeplans ist etwa alle fünf Jahre vorgesehen.










