
Königswinter – Königswinters neue Bürgermeisterin Heike Jüngling ist mit dem Versprechen angetreten, die Stadt moderner zu managen. Zur Modernisierung gehört offenbar auch ein frischer Markenauftritt – und damit ein neuer Slogan. Also schickte das Rathaus seine PR-Leute los, um kreative Ideen einzusammeln. Die griffen dabei nicht nur tief in die Kreativkiste, sondern wandten sich direkt an die Personalgemeinschaft der Stadtverwaltung. Das Ergebnis ist… sagen wir: bemerkenswert ehrlich und wurde auf Instagram und Facebook gepostet. Ob das alles wirklich ernst gemeint ist?
Die Antworten der Verwaltungsmitarbeiter reichten von spontan-resigniert („Pfff“, „Ernsthaft jetzt“) über ratlos („Ich muss nachdenken“) bis leicht überrumpelt („Jetzt überfallt ihr mich aber“). Fast schon philosophisch mutet der Vorschlag an: „Königswinter. Besser geht immer.“
Für einen echten Aufhorcher sorgte indes Fabiano Pinto, früherer Städtebauchef von Bad Honnef und heute Technischer Beigeordneter in Königswinter. Sein Vorschlag: „Lieber oben drauf, als unten drunter.“ Ein Slogan, der topografisch passt, Interpretationsspielraum lässt und definitiv hängen bleibt.
Dass neue Stadt-Slogans nicht immer so ankommen wie erhofft, weiß man auch im benachbarten Bad Honnef. Dort wurde vor einigen Jahren „Lebensfreude verbürgt“ eingeführt – von Teilen der Bevölkerung jedoch eher satirisch als identitätsstiftend aufgefasst. Ob Königswinter dieses Schicksal erspart bleibt, ist offen.
Die Initiatoren der aktuellen Ideensammlung favorisieren bislang den vergleichsweise sachlichen Slogan „Vielfältig. Interessant. Siebengebirge.“ Ob damit allerdings bereits das letzte Wort gesprochen ist, darf bezweifelt werden. Zumal auch Bürgerinnen und Bürger mitmischen: Ein Nutzer empfahl auf Instagram trocken „Komm bloß nicht mit dem Auto!“, ein anderer – ganz im Sinne der fünften Jahreszeit – dichtete: „Königswinter, Stadt am Rhein. Komm doch her, um jeck zu sein.“
Eines steht schon jetzt fest: Langweilig wird die Suche nach dem neuen Königswinter-Slogan ganz sicher nicht. Im Zeitalter von Machtpolitik könnte es ja auch in diese Richtung gehen: „Wir sind Siegfried!“ Oder gemeinsam mit Bonn, Königswinter und Bad Honnef: „De Äsel vum Drachenfels!“











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