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Lesen: Kommunales Finanzierungsdefizit erreicht 2025 mit 31,9 Milliarden Euro historischen Höchststand
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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > News > Kommunales Finanzierungsdefizit erreicht 2025 mit 31,9 Milliarden Euro historischen Höchststand
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Kommunales Finanzierungsdefizit erreicht 2025 mit 31,9 Milliarden Euro historischen Höchststand

Letztes Update: 01.04.2026
dts Nachrichtenagentur
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4 Min Lesezeit
Rathaus (Archiv)
Rathaus (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur
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Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland haben im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro aufgewiesen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik mitteilte, war dies das höchste kommunale Finanzierungsdefizit seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Das Defizit übertraf den bisherigen Rekordwert des Jahres 2024 (24,8 Milliarden Euro) um weitere 7,1 Milliarden Euro.

Im Jahr 2025 waren damit 7,5 Prozent der Ausgaben nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt und mussten zunehmend durch die Aufnahme von Kassenkrediten finanziert werden. So verzeichnete die vierteljährliche Schuldenstatistik zum 30. September 2025 eine um 16,5 Prozent höhere Verschuldung durch kommunale Kassenkredite als ein Jahr zuvor.

Das Defizit ist vor allem auf die kommunalen Kernhaushalte zurückzuführen: Mit 29,4 Milliarden Euro war es um 5,1 Milliarden Euro größer als im Vorjahr. Das Defizit der Extrahaushalte verfünffachte sich im Jahr 2025 auf 2,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Als Extrahaushalte gelten diejenigen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen in kommunaler Trägerschaft, deren Finanzierung überwiegend aus Zuschüssen der Kommunen erfolgt. Die wachsenden Defizite bedeuten, dass die Extrahaushalte einen höheren Zuschussbedarf von den kommunalen Kernhaushalten haben.

Das Defizit in den Kern- und Extrahaushalten wuchs, weil die Ausgaben erneut schneller stiegen als die Einnahmen: Die bereinigten Ausgaben der Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände stiegen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent oder 22,4 Milliarden Euro auf 423,3 Milliarden Euro.

Die Personalausgaben stiegen mit +6,8 Prozent auf 113,4 Milliarden Euro überdurchschnittlich. Die Gründe dafür liegen in der Tariferhöhung für die Beschäftigten von Bund und Kommunen im April 2025 und dem Ausbau des Personalstands. Die Ausgaben für den laufenden Sachaufwand stiegen weniger stark als in den Vorjahren um nun 3,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Euro.

Die kommunalen Kern- und Extrahaushalte gaben 90,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 für Sozialleistungen aus (+5,9 Prozent). Die größten Zuwächse waren für jene Sozialleistungen zu verzeichnen, deren Kosten vor allem die Kommunen und weniger der Bund und die Länder tragen: Die Ausgaben für Eingliederungshilfen nach SGB IX wuchsen deutlich um 2,5 Milliarden Euro (+11,2 Prozent) auf nunmehr 25,2 Milliarden Euro. Die Ausgaben zur Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII stiegen um 1,6 Milliarden Euro (+8,8 Prozent) auf 20,0 Milliarden Euro.

Bei den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz war hingegen ein deutlicher Rückgang um 10,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu verzeichnen. Die Ausgaben für Sachinvestitionen beliefen sich 2025 auf 53,9 Milliarden Euro. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um +3,5 Prozent. In den beiden Jahren davor lag das Wachstum bei +12,5 Prozent (2024) und +11,9 Prozent (2023). Die Ausgaben für Baumaßnahmen stiegen 2025 um 4,3 Prozent auf 38,0 Milliarden Euro.

Die bereinigten Einnahmen der kommunalen Kern- und Extrahaushalte waren im Jahr 2025 mit 391,4 Milliarden Euro um 4,1 Prozent oder 15,3 Milliarden Euro höher als im Jahr 2024, so das Bundesamt weiter. Die Einnahmen aus Steuern (netto) stiegen im Jahr 2025 wieder etwas stärker um 3,4 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro. Ausschlaggebend war das kräftige Plus von 7,5 Prozent beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer stieg um 4,3 Prozent, während die Einnahmen aus Gewerbesteuer (netto) um 1,0 Prozent wuchsen. Im Jahr des Wirksamwerdens der Grundsteuerreform blieb das Aufkommen aus Grundsteuern in der Summe aller Kommunen (ohne Stadtstaaten) unverändert bei 14,5 Milliarden Euro.

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