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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > News > Kriminalstatistik 2025: Rückgang bei Gewaltkriminalität und Tatverdächtigen
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Kriminalstatistik 2025: Rückgang bei Gewaltkriminalität und Tatverdächtigen

Letztes Update: 20.04.2026
dts Nachrichtenagentur
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6 Min Lesezeit
Alexander Dobrindt am 20.04.2026
Alexander Dobrindt am 20.04.2026 / Bild: via dts Nachrichtenagentur
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Erstmals seit 2021 ist 2025 die Zahl der Fälle von Gewaltkriminalität in Deutschland wieder leicht gesunken. Sie ging um 2,3 Prozent zurück, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 hervorgeht, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

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Auch die Anzahl der Tatverdächtigen ging hier zurück (-2,6 Prozent), insbesondere die der tatverdächtigen Jugendlichen (-7,4 Prozent) und der tatverdächtigen Zuwanderer (-7,2 Prozent). Dagegen stieg die Zahl der tatverdächtigen Kinder erneut an (+3,3 Prozent). Nichtdeutsche Tatverdächtige sind bei der Gewaltkriminalität mit 42,9 Prozent weiterhin deutlich überrepräsentiert.

Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2025 bundesweit rund 5,5 Millionen Straftaten registriert – das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Tatverdächtigen insgesamt ist um 5,9 Prozent auf ca. 2,05 Millionen gesunken. In den Zahlen schlägt sich die Teillegalisierung von Cannabis aus 2024 nieder, es ist aber selbst dann noch ein Rückgang vorhanden, wenn Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis herausgerechnet werden (-4,7 Prozent).

Insgesamt wurden rund 3,2 Millionen Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote liegt somit bei 57,9 Prozent und damit auf nahezu gleichem Niveau wie in den Vorjahren (2024: 58,0 Prozent).

Ergebnisse der zeitgleich durch das BKA veröffentlichten Opferbefragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024“ (SKiD) zeigen, dass besonders junge Menschen von Gewaltstraftaten betroffen sind – mit steigender Tendenz. So sind bei der aktuellen Erhebung 8,5 Prozent der Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren Opfer einer Körperverletzung geworden, ein Anstieg um 5,4 Prozentpunkte gegenüber der Befragung in 2020 und damit mehr als eine Verdopplung (2020: 3,1 Prozent).

Die Zahl der in der PKS für 2025 erfassten Sexualdelikte bleibt hoch. Auffällig ist der Anstieg bei Fällen von Vergewaltigung (+9,0 Prozent). Seit 2018 sind die Fallzahlen in diesem Bereich um rund 72 Prozent gestiegen. Die Tatverdächtigen sind überwiegend Freunde oder Bekannte sowie (ehemalige) Partner und zu 98,6 Prozent männlich. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 38,5 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Der Anteil der nichtdeutschen Opfer von Vergewaltigung lag bei 22,3 Prozent.

Die Ergebnisse von SKiD zeigen, dass Frauen insgesamt deutlich häufiger von Sexualdelikten betroffen sind als Männer. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. Das Dunkelfeld ist SKiD zufolge groß: Nach wie vor ist die Anzeigequote bei Sexualdelikten besonders gering – sie lag bei sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung 2023 bei 6,2 Prozent, bei körperlicher sexueller Belästigung bei 2,6 Prozent.

Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten sind laut PKS zwar zurückgegangen (-2,7 Prozent auf 41.677 Fälle), sie bleiben aber auf hohem Niveau. Straftaten im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten stiegen dagegen weiter an (+19,9 Prozent auf 11.515 Fälle). Bei den Jugendlichen, die pornografische Inhalte verbreiten, handelt es sich oftmals um sogenannte Selbstfilmende. Neben einer zunehmenden Verbreitung durch Social-Media-Kanäle kann auch eine erhöhte Anzeigebereitschaft angesichts einer erhöhten medialen Aufmerksamkeit und gesellschaftlichen Sensibilisierung mitverantwortlich für den Anstieg sein.

Die Zahl der Messerangriffe insgesamt ist ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (+0,8 Prozent auf 29.243 Fälle). Bedrohungen mit einem Messer haben hingegen um 9,5 Prozent zugenommen (13.748 Fälle). Auf einen Höchststand seit 2016 gestiegen sind die Fälle der mit Schusswaffengebrauch verbundenen Gewaltkriminalität, beispielsweise Raub oder schwere Körperverletzung, (+9,7 Prozent auf 3.166 Fälle) – in 1.371 Fällen wurde geschossen (+13,4 Prozent; Höchststand seit 2009).

Der durch die Teillegalisierung von Cannabis bedingte Rückgang der Rauschgiftdelikte insgesamt (-27,7 Prozent) darf nicht über die Realität hinwegtäuschen. Neben den Rauschgiftdelikten mit Kokain einschließlich Crack (39.414 Fälle, +1,9 Prozent) sind auch die Delikte mit neuen psychoaktiven Stoffen um +25,5 Prozent auf 5.338 Fälle (2024: 4.255) sowie mit Metamfetamin um +3,0 Prozent auf 11.398 Fälle (2024: 11.070) angestiegen. Rauschgiftkriminalität bleibt somit ein drängendes Problem in Deutschland.

Die im Inland registrierten Fälle sind bei Betrug (-8,4 Prozent) und Cyberkriminalität (-4,1 Prozent) zwar rückläufig, im Gegenzug steigen jedoch die aus dem Ausland heraus begangenen Taten deutlich an (Betrug: +7,0 Prozent, Cyberkriminalität +3,0 Prozent). Bei Betrug nähert sich die Anzahl der Inlands- und Auslandstaten und die Schadensumme zunehmend an (PKS-Ausland 2,3 Milliarden Euro, +65,1 Prozent; PKS-Inland 2,7 Milliarden Euro, -6,7 Prozent). Im Bereich der Cyberkriminalität übersteigt die Anzahl der Auslandstaten bereits die der Inlandstaten.

Nach den Ergebnissen der Dunkelfeldstudie SKiD war bereits jede fünfte Person Opfer von Delikten aus dem Bereich der Cyberkriminalität. Datenmissbrauch sowie Waren- und Dienstleistungsbetrug im Internet sind dabei die häufigsten Delikte, die auch im Vergleich zur vorherigen Erhebung 2020 signifikant zugenommen haben. Mit der zunehmenden Betroffenheit fürchtet mittlerweile mehr als jeder Zweite, Opfer von Betrug im Internet zu werden.

Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie SKiD zeigen, dass das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung grundsätzlich hoch ist. Bezogen auf die Wohngegend hat es sich nachts gegenüber 2020 leicht erhöht (+2,0 Prozentpunkte auf 74,0 Prozent). Rund 45 Prozent der Menschen fühlen sich jedoch nachts besonders im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) unsicher. Noch geringer ausgeprägt ist das Sicherheitsempfinden an Bahnhöfen (27,0 Prozent), öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen (40,1 Prozent) sowie Parks (22,8 Prozent).

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