Königswinter. Zwei Künstler, zwei unterschiedliche Ausgangspunkte und eine gemeinsame Frage nach der Zukunft von Bild und Wirklichkeit: Vom 29. August bis zum 27. September 2026 zeigen Helmut Reinelt und Maximilian Siegenbruk ihre Ausstellung „LATENT SPACES“ im HOTSPOT KW factory in Königswinter.
Unter dem Titel „Organische Metamorphosen und synthetische Realitäten jenseits von Zeichnung und Fotografie“ beschäftigen sich die beiden Künstler mit den Möglichkeiten, die sich aus der Verbindung klassischer künstlerischer Verfahren mit digitalen Technologien und generativer Künstlicher Intelligenz ergeben. Dabei treffen zwei unterschiedliche künstlerische Positionen aufeinander.
Von floralen Formen zu chimärenhaften Wesen
Maximilian Siegenbruk geht von analogen Malereien mit floralen Motiven aus. Diese werden anschließend durch digitale und generative Prozesse weiterentwickelt. Dabei entstehen komplexe, organisch wirkende und teilweise chimärenhafte Tierwesen.
Das digitale Bild wird anschließend in Vektoren übersetzt und mithilfe eines Plotters auf Papier gebracht. Den abschließenden Schritt übernimmt erneut die Handarbeit: Durch Zeichnung wird das Werk weitergeführt und vollendet.
Die Arbeiten sollen jedoch nicht auf der Fläche bleiben. Mithilfe von Augmented-Reality-Technologie werden einzelne Motive im Raum als animierte Loops erweitert und für die Besucherinnen und Besucher digital erlebbar gemacht.
Fotografie verliert ihre vertraute Eindeutigkeit
Helmut Reinelt setzt dagegen bei der dokumentarischen Fotografie an. Diese gilt traditionell als Medium, das Realität festhält und sichtbar macht. Laut Ausstellungsankündigung wird diese Eindeutigkeit in seinen Arbeiten jedoch bewusst aufgebrochen.
Aus fotografischem Ausgangsmaterial entstehen vielschichtige digitale Montagen, die anschließend durch generative KI-Verfahren weiterverarbeitet werden. Die ursprünglichen Bildinhalte werden dabei in einen eigenständigen visuellen Stil überführt.
Häufig bleiben nur noch Fragmente des Wiedererkennbaren erhalten. Die Betrachtenden sollen dadurch dazu angeregt werden, das Gesehene selbst zu deuten und ihre Vorstellung von Realität neu zusammenzusetzen.
Das Werk steht im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt der Ausstellung soll dabei nicht die Technologie selbst stehen. Entscheidend sei vielmehr das fertige Kunstwerk und dessen Wirkung im Raum. Mit dem HOTSPOT KW factory steht dafür ein Off-Space zur Verfügung, in dem großformatige und physische Arbeiten auf digitale und immaterielle Ebenen treffen. Die Ausstellung versteht sich damit als Begegnung zwischen analogem Handwerk, digitaler Bildbearbeitung und generativer Künstlicher Intelligenz.
Die Ausstellung „LATENT SPACES“ wird am Samstag, 29. August 2026, um 18 Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum 27. September 2026 zu sehen.
Ausstellungsort:
HOTSPOT KW factory
Kellerstraße 4
53639 Königswinter
Ausstellungsdauer: 29. August bis 27. September 2026
Eröffnung: 29. August 2026, 18 Uhr










