Bad Honnef. Eine geplante Lesung des Rheinbreitbacher Autors Timm Koch in der Bad Honnefer Buchhandlung Werber ist kurzfristig abgesagt worden. Darauf weist auch ein großes Plakat in der Hauptstraße hin. Hintergrund ist offensichtlich ein familiärer Konflikt um Kochs ersten Roman.
Nach Darstellung des General-Anzeigers entzündete sich der Streit insbesondere an möglichen Bezügen des Romans zur eigenen Familiengeschichte. Kritik äußerte Kochs Onkel Einar Koch, der das Buch als Verunglimpfung der Familie bewertet. Er kündigte demnach an, während der Lesung einen eigenen Text verlesen zu wollen, um aus seiner Sicht „Richtigstellungen“ vorzunehmen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht unter anderem die Darstellung des Journalisten Erwin Erasmus Koch, der während der NS-Zeit als Auslandskorrespondent tätig war.
Die Inhaberin der Buchhandlung, Ulrike Helmling, bestätigte die Absage der Veranstaltung gegenüber dem General-Anzeiger. Zwar verstehe sich die Buchhandlung als Ort des offenen Diskurses und der Literatur, man habe jedoch eine mögliche Eskalation der Veranstaltung befürchtet. Die Entscheidung sei daher im Interesse der Besucherinnen und Besucher gefallen. Weitere Stellungnahmen lehnte sie ab.
Autor Timm Koch zeigte sich überrascht über die Entwicklung. Gegenüber dem General-Anzeiger erklärte er, der Roman sei bewusst fiktionalisiert worden. Ein früheres Manuskript mit stärker autobiografischen Bezügen habe er seinem Onkel vorab zur Verfügung gestellt, später jedoch deutlich überarbeitet. Namen und konkrete Bezüge seien verändert worden. Timm Koch wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer aus seiner Sicht weiterhin tabuisierten familiären und historischen Aufarbeitung.
Auf der öffentlich zugänglichen Facebook-Seite „Totaler Wahnsinn“ äußert sich Timm Koch zudem ausführlich zur Absage. Darin bedankt er sich bei der Buchhandlung Werber und entschuldigt sich dafür, die Buchhändlerin nicht vor seinem Onkel „gewarnt“ zu haben. Zugleich erhebt er Vorwürfe gegen Einar Koch. Dieser habe nach seiner Darstellung zahlreiche E-Mails an die Buchhandlung sowie an Verantwortliche des General-Anzeigers versandt. Die Inhalte dieser Schreiben bezeichnet Koch unter anderem als „rufmörderisch“, „verleumderisch“ und „bedrohlich“.
Zudem stellt Timm Koch einen politischen Zusammenhang her. Er verweist darauf, dass sein Onkel Beiträge für den „Deutschlandkurier“ veröffentlicht habe, der der AfD zugerechnet wird. Daraus leitet er die Vermutung ab, die Kritik könne auch mit der satirisch-grotesken Darstellung nationalsozialistischer Figuren in seinem Roman zusammenhängen. Es handelt sich dabei um eine persönliche Einschätzung des Autors.
Die Buchhandlung Werber wollte sich auf Anfrage nicht weiter zu dem Vorgang äußern. Auch Timm Koch sowie der General-Anzeiger beantworteten gestellte Fragen nicht. Zu Einar Koch bestand kein direkter Kontakt.
Nach Angaben des Verlags FiftyFifty Verlag verbindet der Roman historische Motive mit fiktionalen und grotesken Elementen. Im Mittelpunkt steht die fiktionale Annahme, dass hochrangige Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg unter Mitwissen amerikanischer Geheimdienste in Südamerika weitergelebt hätten.
Eine Neuansetzung der Lesung in Bad Honnef ist derzeit nicht bekannt.











Nee, er „fiktionalisiert“ nix, sondern behauptet (halluziniert) alles Ernstes, der „greise Goebbels“, der historisch gesichert am 1. Mai 1945 im Berliner „Führerbunker“ durch Suizid aus dem Leben schied, wäre ihm 1994 in Südamerika begegnet: „Ich will es mal so ausdrücken: Wenn dieser Nazi-Greis, der mir damals die Tür zu seiner Wohnung öffnete, niemand anders als Goebbels war, hat er sich nach seiner Flucht ganz augenscheinlich keiner Gesichtsoperation unterziehen lassen.“
Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=135579
Ein übrigens reichweitenstarkes Schwurblerportal, lustigerweise mit zunehmend rechter Schlagseite. Aber was interessiert das schon, wenn es der krankhaften Geltungssucht hilft.
Weil der ‚persönlichen Einschätzung‘ meines Neffen Raum gewidmet wird, möchte ich ebenfalls eine persönliche Einschätzung äußern: Es ist ein bekanntes psychologisches Phänomen, dass das ständige Sichselbsteinreden von Dingen zu sogenannter Wahrheitsillusion (Illusory Truth Effect) führt.