Bad Honnef/Rhein-Sieg-Kreis – Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung im Stadtbahnverkehr hat sich vorerst zerschlagen. Das am Freitag erstmals wieder freigegebene Fahrzeug der B-Wagen-Reihe ist nach Angaben von SWB Bus und Bahn am Montagabend, 31. August, erneut außer Betrieb genommen worden. Grund seien weitere Prüfungen an den Radscheiben. Die Freigabe weiterer Fahrzeuge wurde deshalb kurzfristig ausgesetzt.
Damit stehen zum Schulstart am Mittwoch, 2. September, nach Angaben der SWB nur noch K5000-Wagen sowie drei von der KVB zur Verfügung gestellte Doppeltraktionsbahnen für den Stadtbahnverkehr zur Verfügung.
Für die Linie 66 bedeutet dies eine erneute erhebliche Einschränkung. Die Bahnen verkehren lediglich zwischen Bonn Hauptbahnhof und Vilich. Zwischen Vilich und Siegburg wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Der Abschnitt zwischen Bonn Hauptbahnhof und Ramersdorf wird ebenfalls mit Bussen bedient. Fahrgäste mit dem Ziel Königswinter oder Bad Honnef müssen in Ramersdorf in den Ersatzverkehr BE66 umsteigen.
Die SWB begründet die Entscheidung damit, dass wegen der kurzfristigen Entwicklung keine grundlegende Änderung der Fahrpläne der Linien 16 und 18 mehr möglich sei. Die übrigen verfügbaren Bahnen sollen deshalb zwischen Bonn Hauptbahnhof und Vilich pendeln. Auf diese Weise solle zumindest die stark belastete West-Ost-Verbindung entlastet werden.
Auch beim Personal soll nach Angaben der SWB Unterstützung geleistet werden. Fahrpersonal, das derzeit wegen fehlender Fahrzeuge nicht eingesetzt werden kann, soll an verschiedenen Punkten im Bonner Stadtgebiet und im Umland Fahrgäste beim Umstieg unterstützen.
Kritik aus Bad Honnef
Die erneute Einschränkung stößt bei den Bad Honnefer Grünen auf scharfe Kritik. In einer Stellungnahme bezeichnet die Partei die Entwicklung als „Hiobsbotschaft für Bad Honnef“.
Bereits jetzt seien die Bahnen nach Bad Honnef häufig überfüllt, verspätet oder fielen aus. Die zusätzliche Umsteigepflicht in Ramersdorf werde den Weg zur Schule, zur Arbeit und in die Bonner Innenstadt weiter erschweren, so die Grünen.
Besonders problematisch sehen sie die Situation für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl. An den drei Bad Honnefer Stadtbahnhaltestellen sei bislang ein barrierefreier Einstieg möglich gewesen. Ob dies an den Ersatzhaltestellen gewährleistet werden könne, sei dagegen nicht überall sichergestellt.
Die Grünen fordern deshalb unter anderem möglichst barrierefreie Ersatzhaltestellen, ausreichend große Busse, eine klare und mehrsprachige Beschilderung sowie ein verlässliches Konzept für die besonders stark belasteten Schulspitzen.
„Es ist unsere politische Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Menschen in Bad Honnef auch mit Schienenersatzverkehr gut von A nach B kommen“, wird Grünen-Sprecherin Marita Langbein zitiert.
SPD: „Nicht enden wollender Albtraum“
Auch die SPD Rhein-Sieg kritisiert die erneute Kehrtwende. Michael Richter, SPD-Fraktionsgeschäftsführer und Kreistagsmitglied aus Sankt Augustin, spricht von einem „nicht enden wollenden Albtraum“.
Dass am Freitag die Freigabe des ersten B-Wagens als Meilenstein verkündet worden sei und das Fahrzeug bereits am Montag wieder aus dem Verkehr genommen werde, sorge für Unverständnis. Sicherheit müsse selbstverständlich Vorrang haben. Gleichzeitig sei die Situation für Pendlerinnen und Pendler inzwischen kaum noch hinnehmbar, so Richter.
Besonders kritisiert die SPD die kurzfristige Information über die erneute Einschränkung. Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin und Siegburg würden damit ab dem Schulstart vom Stadtbahnverkehr abgeschnitten.
Richter fordert darüber hinaus Konsequenzen für die Verantwortlichen bei den Stadtwerken und einen belastbaren Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme der Fahrzeuge.
Auch die Fahrgastinformation steht in der Kritik. Otis Henkel, SPD-Kreistagsmitglied aus Wachtberg und Mitglied der Gesellschafterversammlung der SSB, bemängelt, dass Ausfälle und Ersatzverkehre in digitalen Fahrgastinformationen teilweise nicht korrekt angezeigt würden.
Die SPD fordert deshalb regelmäßige Informationen über den Zustand der Fahrzeuge und eine transparente Kommunikation auch dann, wenn es keine positiven Nachrichten zu vermelden gibt.
So soll der Verkehr zum Schulstart laufen
Nach Angaben der SWB ist für die kommenden Tage folgende Verkehrsplanung vorgesehen:
Linie 16: Der Bahnverkehr soll grundsätzlich wie geplant stattfinden. Durch Unterstützung der KVB entfällt lediglich ein Kurs.
Linie 18: Der reguläre Bahnverkehr soll mit Unterstützung der KVB aufrechterhalten werden.
Linie 66: Zwischen Vilich und Bonn Hauptbahnhof pendeln die verbleibenden K5000-Wagen. Zwischen Siegburg und Vilich fährt der Ersatzverkehr BE67.
Bonn Hauptbahnhof–Ramersdorf: Auf diesem Abschnitt verkehren Busse als BE68.
Ramersdorf–Bad Honnef: Fahrgäste nach Königswinter und Bad Honnef sollen in Ramersdorf in den BE66 umsteigen.
Linie 62: Wer nach Oberkassel möchte, kann die Linie 62 bis Oberkassel Süd/Römlinghoven nutzen und dort beziehungsweise in Ramersdorf den weiteren Weg organisieren.
Linien 63, 67 und 68: Diese Linien werden derzeit nicht bedient. Der als BE68 bezeichnete Ersatzverkehr übernimmt lediglich den Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf.
Fahrgäste, die normalerweise die Linie 63 nutzen, sollen nach Angaben der SWB auf die Linie 16 in Richtung Bad Godesberg und zurück ausweichen. Die Linie 67 entfällt ersatzlos.
Die SWB weist zudem darauf hin, dass die in den Anhängen veröffentlichten Lagepläne der Ersatzhaltestellen korrekt seien. Die Bezeichnungen der Linien müssten allerdings teilweise noch angepasst werden.
Wie lange die Einschränkungen auf der Linie 66 andauern werden, ist derzeit offen. Die erneute Prüfung der Radscheiben und die damit verbundene Aussetzung weiterer Fahrzeugfreigaben machen eine verlässliche Prognose zur Rückkehr des regulären Stadtbahnverkehrs derzeit offenbar schwierig.











Das kommt davon, wenn die Politik Chefposten (hier: der SWB) mit unfähigen Personen besetzt, die dann mehrere Hunderttausend Euro im Jahr bekommen – nicht verdienen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Leider bin leider auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Das plötzlich Reparaturarbeiten an den Strasenbahnen durchgeführt werden müssen und das genau zu dem Zeitpunkt, wo die maroden Schienen und Bahnhöfe abgerissen werden, ist ein schlechter Scherz. Warum habe ich mir vor 2 Monaten das Dt. – Ticket gekauft? Bestimmt nicht , um gestreßt in überfüllten Bussen im Berufsverkehr nach Bonn Nord zur Arbeit zu fahren. . Ich kann ja verstehen, wenn Verkehrsmittel gewartet werden müssen, aber warum 62 Straßenbahneb auf einmal? Ich wrde darauf bestehen, einen Teil der Kosten für mein Dt ‚ Ticket “ erstattet zu bekommen. Unglaublich diese Fehlplanungen .
Mit freundlichen Grüßen
Jost Hausmann