Bad Honnef. Ja, man könnte sich fragen: „Warum jetzt?“ Denn die Veranstaltungen von Jürgen Kutter und seinem Team sind seit historischen Tagen fast ausnahmslos bei bestem Wetter vonstattengegangen. Und diesmal? Nun gut, das Wetter war bei Weitem nicht so schlecht wie von den Wetterdiensten angekündigt, aber es war auch nicht so gut, wie es schon so oft war. Es war nun mal so, wie der Herbst selber ist. „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“, heißt es in einem Gedicht, und er war schon bemerkbar. Jedoch brachte er nur so manches Mal einen Schauer über Bad Honnef und schickte ihn über den Martini-Markt. Aber, wie bereits beim Bericht über die Eröffnung bemerkt: Den Martini-Marktbesucher lässt so etwas kalt. Er kommt und feiert, auch wenn es „kalt“ ist!
Und so war es auch diesmal. Die Besucher kamen, drängten sich durch die vollen Straßen, was ihnen auch genügend Zeit gab, sich links und rechts einen ersten Überblick über das umfangreiche Angebot zu verschaffen, um dann anschließend zielgerichtet die Stände aufzusuchen, die ihnen einen ersten Kaufimpuls vermittelt hatten. Informationen in Form von Gesprächen und Vorführungen folgten, und bei manchen führte dieser ursprüngliche Kaufimpuls zu einem glücklichen und zufriedenen Abschluss.
So muss es sein auf einem Markt. Und so verschieden die Besucher des Marktes waren, so unterschiedlich waren auch die Angebote der Verkaufsstände. Diesmal 117 Verführungen, und die Erweiterung aufgrund der gesicherten Zufahrten bis hin zur Kreissparkasse taten ihr Übriges, den Markt attraktiver zu gestalten. Von A bis Z, wie es immer so schön heißt, gab es alles. Nun ja, vielleicht habe ich die Buchstaben X und Y übersehen, aber dafür waren die anderen Buchstaben mehrfach vertreten.
Abgesehen vom Besucherandrang war es wieder einmal die Qualität, die die Besucher überzeugte und die Verbundenheit zwischen Besuchern und Anbietern, die schon seit vielen Jahren besteht, aufrechterhält.
Es ist ja auch immer wieder schön zu erleben, wie der Martini-Markt die Jahrhunderte und Kontinente verbindet! Ein Weingut aus Nittel, etwa genau zwischen Trier und Schengen, bot einen Wein an, der aus der Rebe gewonnen wird, die die Römer nach Trier mitbrachten: Elbling. Im Laufe der Zeit wurde er durch verbesserte Kellertechniken wohl erheblich verbessert gegenüber dem Wein aus der Römerzeit und ist deswegen leckerer … Und daneben Kartoffeltwist – die neue Form, Fritten zu verkaufen. Ich habe kaum einen jungen Besucher oder eine junge Besucherin getroffen, die nicht eine aufgespindelte Kartoffel, in reichlich Fett frittiert, in der Hand hielt. Traditionelle und neu entwickelte Angebote dicht nebeneinander.
Wiederum wenige Meter weiter wartete die kleine, aber exquisite Bad Honnefer Kaffeerösterei Tasa Azul mit Kaffee aus mexikanischen Anbaugebieten auf. Ali Baba, ansonsten mit einem großen Sortiment an Gemüse, Obst und meist türkischen Spezialitäten in der Hauptstraße vertreten, erweiterte dieses diesmal um selbst hergestelltes Gebäck und Mandelköstlichkeiten. Der „Eine Welt Laden“ präsentierte sich mit einem breiten Sortiment aus „aller Herren Länder“, und mittendrin gab es portugiesische Spezialitäten bei Eat Portuguese. Alle spannten den Bogen bis in die weite Welt und waren hier auf dem Markt eng miteinander vereint.
Wie bei einem solchen Markt nicht anders zu erwarten, waren die Stände mit einem kulinarischen Angebot immer dicht umlagert. Und das Angebot war wieder mehr als vielfältig. Die Frage, was man bei dieser Auswahl nun probieren sollte, war gar nicht so einfach zu beantworten und fiel vielen schwer. Gerne hätte man da doch noch das eine oder andere probiert, aber irgendwann war man ja auch gesättigt.
Auch die Geschäfte, die – wenn schon nicht von Anbeginn an – mit einem speziellen Marktangebot in ihre Ladenlokale lockten, waren mit einem verkaufsoffenen Sonntag am Erfolg des Marktes beteiligt. Besonders in der Gastronomie waren die Plätze rar, da sie permanent besetzt waren. In der Kirchstraße, vor Eat Portuguese, war manchmal kein Durchkommen mehr, und man hätte Platzangst bekommen können. Aber alle waren friedlich vereint, wobei der Wein bestimmt seinen Anteil spielte.
Sicherlich werden bei den Nachbesprechungen noch die eine oder andere bemerkte Schwachstelle, besonders in der Verkehrsführung und bei den Parkmöglichkeiten, ein Thema sein. Aber wer an allen Tagen gesehen hat, welche Menschenmassen sich durch die Straßen drängten, muss vermuten, dass alle, die mit dem Ziel Martini-Markt zu Hause aufgebrochen waren, auch angekommen sind. Ein Blick von Feldmanns Riesenrad auf den Kirchplatz in den Abendstunden war in dieser Hinsicht schon beeindruckend.
Und ja, der Abschluss bei kräftigem Regen und heftigem Wind hätte für die Besucher und Aussteller schon etwas schöner ausfallen können. Aber was soll’s? Et kütt wie et kütt! Kennen wir doch irgendwoher.









