Bad Honnef. Bad Honnef startet in den Frühling – und mit ihm die Saison der Außengastronomie, Veranstaltungen und belebten Innenstadt. Viel Mühe wird derzeit darauf verwendet, die City ansprechend herzurichten. Doch ausgerechnet in der zentralen Hauptstraße stehen sich Anspruch und Wirklichkeit teilweise im Weg.
Wenn Schutz zum Hindernis wird
Ein Beispiel sind die Baumschutzgitter und versiegelten Baumscheiben entlang der Straße. Ursprünglich installiert, um das Wurzelwerk vor parkenden Autos zu schützen, haben sie ihre eigentliche Funktion längst eingebüßt. Parkbuchten zwischen den Bäumen gibt es heute nicht mehr, Halten ist dort ohnehin untersagt.
Was bleibt, sind Konstruktionen, die die Pflege erschweren, Verschmutzung begünstigen und vor allem eines verhindern: eine zeitgemäße Gestaltung der Baumscheiben. Denn diese könnten weit mehr leisten als bloßen Schutz – etwa zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen, Lebensraum für Insekten bieten und das Straßenbild sichtbar aufwerten.
Mehr als nur Kosmetik
Gerade im Abschnitt zwischen Kreissparkasse und Bahnhofstraße wird deutlich, welches Potenzial hier brachliegt. Entsiegelte, bepflanzte Baumscheiben könnten Hitzeinseln reduzieren, Regenwasser besser aufnehmen und gleichzeitig für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Städtebaulich wie ökologisch wäre das ein Gewinn.
Dass es anders geht, zeigt ein Blick in die Nachbarstadt Königswinter.
Königswinter macht vor, wie es gehen kann
Dort beteiligt sich die Stadt gemeinsam mit der Klimagruppe Königswinter e.V. am bundesweiten Wettbewerb Abpflastern. Ziel ist es, versiegelte Flächen aufzubrechen und wieder zu begrünen.
Der Auftakt findet am Freitag, 10. April 2026, um 15 Uhr in der Schönsitzstraße in Niederdollendorf statt. Ganz praktisch: Baumschutzgitter werden entfernt, Flächen entsiegelt und anschließend gemeinsam bepflanzt. Ein sichtbares Signal für mehr Artenvielfalt, bessere Kühlung und aktive Klimavorsorge.
Impuls für Bad Honnef?
Was in Königswinter modellhaft beginnt, könnte auch für Bad Honnef ein Impuls sein. Die Frage ist nicht nur, ob die bestehenden Gitter noch notwendig sind – sondern ob man die Chance ergreift, die Innenstadt funktional und gestalterisch weiterzuentwickeln.












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