Berlin/Bad Honnef. Die Zahl der Unfälle mit E-Scootern hat in Deutschland deutlich zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, auf die sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in einer aktuellen Pressemitteilung bezieht, stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2025 um 38,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr – von 11.944 auf 16.496 Fälle.
Auch die Zahl der Todesopfer nahm den Angaben zufolge deutlich zu. 38 Menschen kamen 2025 bei E-Scooter-Unfällen ums Leben. Das sind rund 41 Prozent mehr als im Jahr zuvor, als 27 Todesfälle registriert wurden. Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 1.513 auf 1.895, die der Leichtverletzten von 11.433 auf 16.184.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung fordert der DVR mehrere Änderungen der gesetzlichen Regelungen.
Befähigungsnachweis für Nutzer ohne Führerschein
Nach Auffassung des Verkehrssicherheitsrates fehlt vielen E-Scooter-Fahrenden das notwendige Wissen über Verkehrsregeln und den sicheren Umgang mit den Fahrzeugen. Deshalb spricht sich der Verband für einen verpflichtenden Befähigungsnachweis aus – vergleichbar mit der Mofa-Prüfbescheinigung. Dieser soll insbesondere für Menschen gelten, die keinen Führerschein besitzen. Vermittelt werden sollen grundlegende Verkehrsregeln sowie praktische Fahrfertigkeiten. Nach Vorstellung des DVR könnte eine entsprechende Ausbildung bereits an Schulen stattfinden.
Mindestalter soll auf 15 Jahre steigen
Zudem fordert der Verkehrssicherheitsrat, das Mindestalter für die Nutzung von E-Scootern von derzeit 14 auf 15 Jahre anzuheben.
Zur Begründung verweist der DVR auf eine Auswertung der Destatis-Daten. Danach verunglückten im vergangenen Jahr 2.200 E-Scooter-Fahrende oder unerlaubte Mitfahrende, die jünger als 15 Jahre waren. Vier von ihnen starben, 211 wurden schwer verletzt.
Häufige Unfallursachen
Als häufigste Fehlverhaltensweisen nennt der DVR die falsche Benutzung von Fahrbahn oder Gehwegen. Dieser Verstoß machte laut den ausgewerteten Daten 21,6 Prozent der registrierten Fälle aus. Es folgten Fahrten unter Alkoholeinfluss mit 10,9 Prozent sowie eine nicht angepasste Geschwindigkeit mit 8,4 Prozent.
Der Verband fordert deshalb neben einer besseren Aufklärung auch verstärkte Polizeikontrollen, um bestehende Verkehrsregeln konsequenter durchzusetzen.
Bessere Sichtbarkeit gefordert
Ein weiterer Vorschlag betrifft die technische Ausstattung der Fahrzeuge. Nach Ansicht des DVR sollten E-Scooter künftig verpflichtend mit gelben Seitenmarkierungsleuchten ausgestattet werden, um ihre Sichtbarkeit insbesondere beim Queren von Straßen in der Dämmerung oder Dunkelheit zu verbessern. Für bereits zugelassene Fahrzeuge regt der Verband zusätzliche Reflektoren an der Lenkstange an.
Positive Entwicklungen
Positiv bewertet der DVR nach eigenen Angaben bereits beschlossene oder geplante Änderungen. Dazu gehören die ab 2027 geltende Blinkerpflicht für neue E-Scooter, höhere Verwarnungsgelder für das unerlaubte Befahren von Gehwegen sowie für das Fahren zu zweit. Ebenfalls begrüßt der Verband die geplante Einbeziehung von E-Scootern in die Gefährdungshaftung der Fahrzeughalter. Dadurch sollen Menschen, die durch unsachgemäß abgestellte E-Scooter verletzt werden, leichter Entschädigungsansprüche geltend machen können.
Unabhängig von möglichen gesetzlichen Änderungen empfiehlt der Verkehrssicherheitsrat E-Scooter-Fahrenden, stets einen Helm zu tragen, die Verkehrsregeln einzuhalten und vorausschauend zu fahren, um das Risiko schwerer Verletzungen zu verringern.










