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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > News > Mehr Verkehrstote: DVR fordert entschlossenes Handeln von Bund, Ländern und Kommunen
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Mehr Verkehrstote: DVR fordert entschlossenes Handeln von Bund, Ländern und Kommunen

Letztes Update: 09.12.2025
Honnef heute
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3 Min Lesezeit
autounfall
Bild von G.C. auf Pixabay
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Berlin – Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen steigt erneut – und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sieht darin ein deutliches Signal zum Handeln. Nach einer heute veröffentlichten Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wird es im Jahr 2025 voraussichtlich 2.810 Verkehrstote in Deutschland geben. Das wären 40 mehr als im Vorjahr – ein Anstieg um rund ein Prozent. Damit entfernt sich Deutschland weiter vom selbst gesteckten Ziel, die Zahl der Getöteten bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren.

Übersicht
  • Ambitionierte Ziele – ernüchternde Zwischenbilanz
  • DVR erneuert seine zentralen Forderungen
  • „Warum empören wir uns über Staus – aber nicht über Tote?“
  • Druck steigt, Zeitfenster schrumpft

Ambitionierte Ziele – ernüchternde Zwischenbilanz

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Verkehrssicherheitsprogramm 2021–2030 viel vorgenommen: Von 2.562 Verkehrstoten im Jahr 2021 soll die Zahl bis 2030 auf höchstens 1.537 sinken. Angesichts der aktuellen Entwicklung hält DVR-Präsident Manfred Wirsch dieses Ziel für gefährdet.

„Diese neuen Zahlen erschüttern mich zutiefst“, sagt Wirsch. „Tödliche Verkehrsunfälle sind kein Schicksal, sondern leider auch ein Ergebnis fehlender politischer Entscheidungen.“ Das Problem liege nicht im Wissen, sondern in der Umsetzung: „Bund, Länder und Kommunen haben kein Erkenntnisproblem – sondern ein Umsetzungsproblem.“

DVR erneuert seine zentralen Forderungen

  • Bereits seit 2013 formuliert der DVR sogenannte Top-Forderungen, die aus Sicht der Organisation unverzichtbar sind, um Menschenleben zu retten. Dazu gehören unter anderem:
  • Tempo 80 auf schmalen Landstraßen und Tempo 70 an gefährlichen Knotenpunkten.
  • Schutzplanken vor Bäumen sowie besser markierte und griffigere Fahrbahnen, insbesondere zum Schutz von Motorradfahrenden.
  • Sicherheitsaudits für Landes- und Kreisstraßen als verpflichtender Standard.
  • Ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.
  • Mehr Verkehrsüberwachung durch Polizei und kommunale Behörden.
  • Verbesserte Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr, einschließlich barrierefreier Wege und baulicher Maßnahmen gegen zugeparkte Sichtachsen.
  • Ein hochwertiger, verpflichtender Referenzlehrplan für die Fahrausbildung.
  • Die verpflichtende Ausstattung aller Fahrzeuge mit Assistenzsystemen.
  • Konsequente Maßnahmen gegen Ablenkung, etwa durch automatische Überwachung der Handynutzung am Steuer.

„Warum empören wir uns über Staus – aber nicht über Tote?“

Wirsch spricht deutliche Worte: „Warum verlieren wir jedes Jahr ein Dorf und tun so, als wäre das normal? Warum wird auch in diesem Jahr Weihnachten in tausenden Haushalten ein Fest der Trauer?“ Die Bundesregierung habe zugesagt, als Akteur und Koordinator eine führende Rolle einzunehmen – nun sei der Moment, dieses Versprechen einzulösen.

Druck steigt, Zeitfenster schrumpft

Die erneuten Forderungen des DVR sind nicht zufällig. Trotz technologischer Fortschritte und jahrelanger Diskussionen um Verkehrssicherheit zeigen die aktuellen Zahlen, dass Verbesserungen nicht schnell genug umgesetzt werden. Besonders auf Landstraßen, wo der Großteil der tödlichen Unfälle passiert, sehen Verkehrsexperten weiterhin dringenden Handlungsbedarf.

Ob es der Politik gelingt, die Trendwende einzuleiten, könnte sich schon in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht: Das Ziel für 2030 ist ambitioniert – und ohne tiefgreifende Veränderungen kaum erreichbar.

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