Bad Honnef. Wo wird es in Bad Honnef besonders heiß? Wo finden sich kühle Rückzugsorte? Antworten auf diese Fragen liefern derzeit wieder Schülerinnen und Schüler aus Bad Honnef. Im Rahmen des Netzwerks „Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit“ erfassen sie auch in diesem Sommer Temperaturen im Stadtgebiet und entwickeln Ideen, wie Schulen und öffentliche Plätze besser auf zunehmende Hitzewellen vorbereitet werden können.
Mit Thermometern und einer eigens entwickelten digitalen Erfassungs-App ziehen die Jugendlichen durch die Stadt. Ziel ist es, Hitzeinseln und kühlere Bereiche zu identifizieren. Die gewonnenen Daten sollen dabei helfen, geeignete Standorte für neue Bäume, Sitzgelegenheiten oder Trinkwasserbrunnen zu finden und Wartebereiche an Bushaltestellen angenehmer zu gestalten.
Messungen mit digitaler Unterstützung
Während jüngere Schülerinnen und Schüler erste Lufttemperaturmessungen durchführen und sogar die Auswirkungen steigender Temperaturen auf den Möschbach untersuchen, arbeiten die Jugendlichen der Gesamtschule St. Josef, der Privatschule Schloss Hagerhof und des Nell-Breuning-Berufskollegs mit der App ArcGIS Survey123. Die Anwendung wurde gemeinsam mit der IT-Abteilung der Stadt Bad Honnef und Lehrkräften an die örtlichen Anforderungen angepasst.
Die Messdaten fließen direkt in eine zentrale Datenbank ein und können später ausgewertet werden. So entsteht nach und nach eine Hitzekarte für Bad Honnef.
Nebeldusche sorgt für Abkühlung
Ein sichtbares Ergebnis des Projekts gibt es bereits an den Schulen. Erstmals wurde unter einem überdachten Schulbereich eine Nebeldusche installiert. Finanziert wurde sie über ein städtisches Projekt zur Klimaanpassung und sorgt an heißen Tagen für willkommene Abkühlung.
Weitere Maßnahmen wie die Entsiegelung von Schulhöfen oder der Einbau von Klimaanlagen in Klassenräumen stehen zwar auf der Wunschliste der Schülerinnen und Schüler, ob und wann sie umgesetzt werden können, ist derzeit jedoch noch offen.
Lions Club unterstützt das Projekt
Seit mehreren Jahren fördert der Lions Club Bad Honnef das Bildungsprojekt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für die Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren und sie aktiv in den Klima- und Umweltschutz einzubeziehen.
In diesem Jahr beteiligen sich erstmals rund 50 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule St. Josef an den Messungen. Angesichts der angekündigten neuen Hitzewelle erwarten die Projektverantwortlichen besonders aussagekräftige Ergebnisse.
Informationsabend im Rathaus
Über die aktuellen Erkenntnisse informiert heute Abend um 19 Uhr der Lions Club Bad Honnef im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Rathaus. Dort wird auch ein Oberstufenschüler der Privatschule Schloss Hagerhof seine Facharbeit „Hitzeinseln in Bad Honnef – Entwicklung eines KI-Modells zur Datenverarbeitung und -analyse“ vorstellen.
Das Projekt wurde bereits mehrfach als Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE 2030) ausgezeichnet und orientiert sich an mehreren Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, darunter hochwertige Bildung, nachhaltige Städte sowie Maßnahmen zum Klimaschutz.










