Foto: Volker Lannert / Universität Bonn

Bonn – Für ihr Fördervorhaben „Virtual Collaboration (ViCo) – gemeinsam für die Zukunft lernen“ hat die Universität Bonn von der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ einen Förderbescheid über 2,15 Millionen Euro erhalten. Mit diesen Mitteln wird die Universität in den kommenden drei Jahren mehrere digitale Plattformen aufbauen, die neue didaktische Möglichkeiten für die Zusammenarbeit im Bereich von Lehre und Lernen bereithalten werden.

„Es gibt aktuell unglaublich spannende Innovationen im Bereich der Hochschullehre. Gerade die Pandemie hat zu einem echten Entwicklungsschub geführt“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, der Rektor der Universität Bonn. „Als Exzellenzuniversität wollen wir diese positive Kraft aufnehmen und den Studierenden und Lehrenden neue Werkzeuge für die virtuelle Kollaboration an die Hand geben und damit auch über die Pandemie hinaus neue didaktische Formate ermöglichen.“

So zielt ein Baustein des Projekts auf die virtuelle Zusammenarbeit im Bereich des wissenschaftlichen Rechnens, der Algorithmen und Programmcodes ab und soll den digitalen Austausch über Lerninhalte ermöglichen. In Zukunft wird es so beispielsweise möglich sein, gemeinsam zu programmieren, den entstehenden Programmcode zu dokumentieren oder bestehende Algorithmen in der Datenanalyse zu erproben. Auch aktuelle Daten aus der Forschung können in den Plattformen ausgespielt und gemeinsam von den Studierenden bearbeitet werden – dadurch wird ein noch unmittelbarerer Zugang zu Forschungsdaten ermöglicht.

„Durch die digitalen Tools wird die gemeinsame Arbeit an wissenschaftlichen Inhalten um neue didaktische Möglichkeiten erweitert“, erklärt Prof. Dr. Klaus Sandmann, Prorektor für Studium, Lehre und Hochschulentwicklung. „Durch Kommentare, Unterstreichungen oder Verweise auf andere Passagen oder Quellen, können so beispielsweise historische Texte neu erschlossen oder Gelerntes auf andere Problembereiche übertragen werden. Das Wissen des Einzelnen wird dabei im geschützten digitalen Raum für andere zugänglich und kann so einen konstruktiven Austausch befördern.“ Ziel sei es, das kollaborative Arbeiten auch in neuen didaktischen Konzepten zu verankern. „Das alles soll schon möglichst früh im Verlauf des Studiums ansetzen, um den Studierenden diese Formen des wissenschaftlichen Arbeitens und Austauschs von Beginn an näherzubringen“, so Sandmann.

Vom Projekt, das in der Pilotphase einigen Fächern aus verschiedenen Fakultäten zugänglich sein wird, sollen perspektivisch alle Studierenden der Universität profitieren können. Für die Weiterentwicklung von Lehr-Lernszenarien durch kollaboratives Arbeiten und Lernen werden drei themenspezifische virtuelle Begegnungsräume geschaffen. In den Themengebieten kollaboratives Arbeiten an Medien, kollaboratives wissenschaftliches Rechnen und kollaboratives Arbeiten in und an dreidimensionalen Umgebungen ermöglichen digitale Werkzeuge schon in frühen Semestern neue Formen von Lehre und Lernen.

Fördergeber ist die Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“, die im vergangenen Jahr eine bundesweite Förderbekanntmachung “Hochschullehre durch Digitalisierung stärken” veröffentlicht hat. Hierbei wurden insgesamt 264 Anträge eingereicht, aus denen 139 Projektvorhaben als förderwürdig eingestuft wurden.

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