Bonn. Die Bundesstadt Bonn will angesichts der seit Anfang Juni bestehenden Vollsperrung der Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke/A565) weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des innerstädtischen Verkehrs umsetzen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sollen auf Abschnitten der Adenauerallee (B9) sowie der Oxfordstraße und der Straße Am Alten Friedhof (B56) künftig jeweils vier Fahrspuren für den Kraftfahrzeugverkehr sowie Fahrradschutzstreifen eingerichtet werden.
Die Maßnahmen gehen auf einen Beschluss des Bonner Stadtrats vom 11. Juni 2026 zurück und sollen nach Angaben der Stadt dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der durch die Brückensperrung besonders belasteten Hauptverkehrsachsen zu erhöhen. Die Planungen und Abstimmungen mit den zuständigen Behörden befänden sich in der Schlussphase. Mit der Umsetzung sei in den kommenden Wochen zu rechnen.
Bonns Oberbürgermeister Guido Déus erklärte laut Mitteilung, mit der Vierspurigkeit auf der Adenauerallee und auf Teilen der Oxfordstraße solle die Leistungsfähigkeit wichtiger Verkehrsachsen gestärkt werden. Gleichzeitig solle der Radverkehr weiterhin berücksichtigt und dort, wo dies nicht möglich sei, über alternative Routen geführt werden.
Änderungen auf der Adenauerallee
Nach Angaben der Stadt sollen zwischen dem Koblenzer Tor und der Weberstraße künftig zwei Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung stehen. Zusätzlich werde ein 1,50 Meter breiter Fahrradschutzstreifen eingerichtet, der in die rechte Fahrspur integriert werde.
Zwischen der Weberstraße und dem Bundeskanzlerplatz seien ebenfalls jeweils zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung vorgesehen. In diesem Abschnitt könne zunächst jedoch kein Fahrradschutzstreifen angeboten werden. Als Grund nennt die Stadt die vorhandenen Parkplätze sowie die erforderlichen Sicherheitsabstände zur Vermeidung sogenannter Dooring-Unfälle. Deshalb werde das Radfahren auf diesem Teilstück vorübergehend untersagt. Der Radverkehr solle über die parallel verlaufende Kaiserstraße sowie das Rheinufer umgeleitet werden. Langfristig sei eine bauliche Umgestaltung vorgesehen, um auch dort sichere Radverkehrsanlagen zu schaffen.
Anpassungen auf der Oxfordstraße
Auch auf der Bundesstraße 56 sind nach Angaben der Stadt mehrere Änderungen geplant. In Fahrtrichtung Stadthaus beziehungsweise Alter Friedhof bleibe zwischen Kölnstraße und Maarhofplatz die bestehende Verkehrsführung mit einer Fahrspur und einer Fahrradspur erhalten. Zwischen Maarhofplatz und Bornheimer Straße solle die Busspur entfallen, sodass dort künftig zwei Fahrspuren für den motorisierten Verkehr sowie ein Fahrradschutzstreifen markiert werden könnten. Die Stadt verweist darauf, dass auf diesem Abschnitt lediglich drei Buslinien verkehren.
Zwischen der Bornheimer Straße und dem Kreisverkehr Alter Friedhof seien dagegen keine Änderungen vorgesehen, da die verfügbare Straßenbreite nicht ausreiche.
In Fahrtrichtung Kennedybrücke soll der Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr Alter Friedhof und der Budapester Straße unverändert bleiben. Dies begründet die Stadt mit den Anforderungen der Feuerwehr, die diese Strecke bei Einsätzen nutze. Ab der Budapester Straße werde der Radverkehr über die Budapester Straße, den Friedensplatz und die Wilhelmstraße geführt. Dadurch könnten zwischen Budapester Straße und Wilhelmstraße zwei Fahrspuren für den Kraftfahrzeugverkehr eingerichtet werden.
Zwischen Wilhelmstraße und Bertha-von-Suttner-Platz seien ebenfalls keine Änderungen geplant, da dort nach Angaben der Stadt insgesamt 18 Buslinien verkehren.
Ziel: Höhere Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes
Die Stadt erwartet insbesondere im Bereich der Kreuzung Stadthaus, Thomas-Mann-Straße, Florentiusgraben und Sterntorbrücke eine Verbesserung des Verkehrsflusses. Dort soll sich durch zusätzliche Fahrspuren die Zahl der Fahrzeuge, die während einer Grünphase die Kreuzung passieren können, deutlich erhöhen.
Der Radverkehr aus der Altstadt soll künftig über die Sterntorbrücke und die Wilhelmstraße zur Busspur auf der Oxfordstraße geführt werden. Die Stadt begründet dies mit den begrenzten Platzverhältnissen auf dem betreffenden Straßenabschnitt.
Die Vollsperrung der Nordbrücke besteht seit dem 3. Juni 2026 und hat nach Angaben der Stadt zu erheblichen Veränderungen der Verkehrsströme in Bonn geführt. Der Stadtrat hatte deshalb Mitte Juni ein erstes Maßnahmenpaket beschlossen, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu begrenzen. Dabei sollten laut Ratsbeschluss auch die Belange des öffentlichen Nahverkehrs, des Rad- und Fußverkehrs sowie von Feuerwehr und Rettungsdiensten berücksichtigt werden.
Aktuelle Informationen zur Nordbrücken-Sperrung und zu den vorgesehenen Maßnahmen veröffentlicht die Stadt Bonn auf ihrer Internetseite.









