Bonn. Die Sperrung der Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke/A565) hat weitreichende Folgen für die Verkehrsplanung in Bonn. Um die wichtigsten Ausweichrouten leistungsfähig zu halten, verschiebt die Stadt mehrere bereits beschlossene Straßenbauprojekte – teilweise bis zur geplanten Wiederinbetriebnahme der Brücke Ende 2028.
Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden sämtliche geplanten Bauvorhaben auf und entlang der wichtigsten Verkehrsachsen überprüft. Ziel ist es, zusätzliche Behinderungen auf den derzeit stark belasteten Ausweichstrecken zu vermeiden.
„Wir werden alle städtischen Maßnahmen gezielt auf die Verträglichkeit mit der Sperrung der Nordbrücke prüfen und bewerten“, erklärt Oberbürgermeister Guido Déus. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass bestimmte Maßnahmen aus gesetzlichen Gründen nicht verschoben werden können – etwa Arbeiten zur Verkehrssicherheit oder im Rahmen des Abwasserbeseitigungskonzepts.
Kölnstraße besonders betroffen
Besonders einschneidend sind die Änderungen auf der Kölnstraße, die seit der Sperrung der Nordbrücke zu einer der wichtigsten Ausweichrouten geworden ist.
Verschoben werden:
- der barrierefreie Ausbau der Stadtbahnhaltestellen Chlodwigplatz und Rosental,
- die Erneuerung der Abwasserkanäle zwischen Rosental und Wilhelmplatz,
- sowie die geplante Umgestaltung der Kölnstraße zwischen Stiftsplatz und Bertha-von-Suttner-Platz. Voraussetzung hierfür ist allerdings noch die Zustimmung der Bezirksregierung zur Verlängerung des Förderzeitraums.
Als Sofortmaßnahme wurde stattdessen bereits eine zweispurige Abbiegespur von der Kölnstraße auf die Oxfordstraße eingerichtet.
Weitere Projekte auf dem Prüfstand
Auch andere Bauvorhaben werden verschoben oder erneut bewertet. Dazu gehören:
- die Sanierung der Fahrbahn an der Bushaltestelle am Bertha-von-Suttner-Platz,
- die geplante Verlegung von Fernwärmeleitungen zwischen Martinsplatz, Universität und Rathausgasse,
- sowie grundhafte Straßensanierungen im Bereich der Bornheimer Straße, des Lievelingswegs und der Hohen Straße. Hier soll zunächst untersucht werden, wie stark diese Straßen inzwischen zusätzlich belastet werden.
- Tunnel in Bad Godesberg wird dennoch saniert
Keine Verschiebung gibt es dagegen bei der technischen Erneuerung des Bad Godesberger Straßentunnels. Die Arbeiten beginnen wie geplant Mitte Juli und werden voraussichtlich rund ein Jahr dauern.
Nach Angaben der Stadt ist die Sanierung aus Sicherheitsgründen unumgänglich. Die technische Ausstattung des Tunnels ist veraltet, Ersatzteile sind teilweise nicht mehr verfügbar. Ein Ausfall der Technik könnte eine vollständige Sperrung des Tunnels zur Folge haben.
Umbau des Stiftsplatzes bleibt im Zeitplan
Der Umbau des Stiftsplatzes im Rahmen des Masterplans Innere Stadt wurde ebenfalls überprüft. Die Stadt bewertet das Projekt trotz der aktuellen Verkehrslage als verträglich. Der Baustart ist weiterhin für Herbst 2026 vorgesehen.
Die Übersicht über alle größeren Tiefbaumaßnahmen hat die Stadt Bonn inzwischen angepasst. Der Baustellen-Masterplan wird monatlich aktualisiert und auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht.
Für Pendler aus dem Rhein-Sieg-Kreis und damit auch aus Bad Honnef bedeutet die Entscheidung vor allem eines: Die wichtigsten Zufahrtsstraßen nach Bonn sollen während der mehrjährigen Sperrung der Nordbrücke möglichst frei von zusätzlichen Baustellen bleiben.









