Bad Honnef | Die Sünden der Vergangenheit holen die Stadt mit Macht ein. Extremer Sanierungsbedarf bei städtischen Sporthallen zwingt die Verwaltung über unpopuläre Maßnahmen nachzudenken. Das meiste stadteigene Tafelsilber ist verkauft. Jetzt soll der Rest geopfert werden.

So steht der HC Bad Honnef kurz davor, seine sportliche Heimat aufgeben zu müssen. Stattdessen sehen die Planungen eine Nutzung des Menzenberger Stadion vor, zusammen mit dem HFV, den Leichtathleten und den Schulen. Das städtische Grundstück will die Verwaltung an einen privaten Investor verkaufen, der dort Wohnungen plant. Im Gegenzug sollen die Hockeyspieler im Stadion einen Kunstrasenplatz bekommen, den sie sich allerdings mit dem FV Bad Honnef teilen müssten.

Am kommenden Donnerstag soll nun der Rat beschließen, das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan fortzuführen. Mit einem Offenen Brief an die Ratsmitglieder, den Honnef heute hier veröffentlicht, greift der Hockey-Vorstand zu einem der letzten Strohhalme, um das auch für Fachleute fragwürdige Vorhaben noch zu stoppen.

 

Offener Brief des Hockey-Clubs an alle Ratsmitglieder zum beabsichtigten Verkauf des Hockey-Platzes als Bauland

Ausgangsintention / Zielerreichung

  • Mit dem Verkauf des Hockey-Platzes als Bauland soll eine erhebliche Summe erlöst werden zur Sanierung der gesamten Menzenberger Sportanlage und Schaffung eines Kombi-Kunstrasenplatzes.
  • Die dafür notwendige „Zweckbindung“ – Erlös kann direkt zur o.a. Sanierung verwendet werden – ist mehr als fraglich, da Bad Honnef dem HSK unterliegt.
  • Der zu erwartende Erlös ist nach unseren Informationen deutlich niedriger als bisher prognostiziert (vermutlich unter 2 Mio. €)
  • Nach unseren Recherchen birgt das Gelände (zumindest in Teilen) erhebliche Altlasten, die eine Bebauung einschränken bzw. erschweren.

Stadtentwicklung / Sport- und Grünflächen

  • Wie u.a. von der SPD mehrfach gefordert, müssen die Forderungen der GPA nach mehr Sport- und Freizeitflächen beachtet werden und der – gerade vom Bürgermeister vehement unterstützte – Stadtentwicklungsprozess in den entsprechende Ergebnissen abgewartet werden.
  • Der Hockey-Platz ist eine Grünfläche, die dem Allgemeinwohl zu Gute kommt, eine der wenigen „natürlichen“ Sportaußenflächen in Bad Honnef, allein vom HCH geschaffen und unterhalten (bis auf Abfuhr des Grünschnitts). Er dient der Integration und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen.

 

dlh

Hockey-Sport

  • Da inzwischen fast alle Hockey-Clubs auf Kunstrasen spielen, wäre das auch für unsere Mannschaften sinnvoll – aber vom Deutschen Hockey Bund nicht vorgeschrieben.
  • Richtig ist, dass ein Kunstrasen um ein Vielfaches mehr bespielt werden kann, als ein Naturrasen.
  • Ein Kombi-Kunstrasen (für Hockey und Fußball) ist ein Kompromiss und ist nicht vergleichbar mit einem spezifischen Hockey-Rasen.
  • Er schließt manche Sportarten (Wurfsportarten und Bogenschießen) von der Nutzung aus.
  • Auf diesem städtischen Platz müssen sich alle Nutzer verbindlich abstimmen über Trainingszeiten (für die ganze Saison) und Spielzeiten (z.T. lange im Voraus) – ähnlich wie in den Hallen.
  • Spontane bzw. ad hoc-Nutzungen sind kaum möglich.

 

Fazit: mit diesem städtischen Platz verliert der Hockey-Club seine Identität.

Wir bitten Sie deshalb – als unsere(n) Vertreter(in) im Stadtrat – den Verkauf des Hockey-Platzes als Bauland zu stoppen! Wir möchten auf unserer – mit viel Einsatz und Geld geschaffenen – Anlage bleiben. Selbstverständlich wird der Hockey-Club auch weiterhin für deren Pflege und Unterhalt aufkommen.

Bürgerblock, SPD und FDP machten sich bei der Jubiläumsfeier noch stark für den HCH. Die SPD hat ihre Meinung nicht geändert. Wie verhalten sich die anderen die anderen Parteien?
Bürgerblock, SPD und FDP machten sich bei der Jubiläumsfeier noch stark für den HCH. Die SPD hat ihre Meinung nicht geändert. Wie verhalten sich die anderen Parteien? (v.l. Katja Kramer-Dißmann und Christoph Kramer vom Bürgerblock, Guido Leiwig, Vors. der SPD und der Fraktionsvorsitzender der FDP, Rainer Quink.)

 

Die Hockeyjugend verbingt viel Zeit auf dem Platz und iauf der Terrasse des selbst gebauten Clubhauses. Bei einem Verkauf ihres Geländes wäre es mit dieser Art von Freizeitgestaltung ziemlich sicher vorbei
Die Hockeyjugend verbringt viel Zeit auf dem Platz und auf der Terrasse des selbst gebauten Clubhauses. Bei einem Verkauf ihrer “zweiten Heimat” wäre es mit der Gemütlichkeit sicherlich vorbei

 

Nicht nur Hockey wird auf dem Rasenplatz gespielt. Hoch im Kurs stehen die beliebten Familienfeste vor allem in der wärmeren Jahreszeit
Nicht nur Hockey wird auf dem Rasenplatz gespielt. Hoch im Kurs stehen die beliebten Familienfeste vor allem in der wärmeren Jahreszeit

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