Bad Honnef – Piazza Verde Prima und kein Ende: Fast elf Monate nach dem symbolträchtigen ersten Spatenstich auf dem Gelände zwischen Saynschem Hof und Fußgängerzone ist von einem Baubeginn weiterhin nichts zu sehen. Statt Baggern und Baugrube wächst auf dem Areal inzwischen vor allem eines: Grün.
Zwei Anfragen von Honnef heute nach dem Stand des Projekts sind seit März 2026 unbeantwortet geblieben. In der vergangenen Woche soll es nun ein Krisengespräch mit Beteiligten der Stadt und der SOIF Consulting GmbH & Co. KG als Projektentwickler gegeben haben. Heute legte die Verwaltung dem Planungsausschuss eine Mitteilung zum aktuellen Sachstand vor. Die CDU hatte dazu eine Anfrage gestellt.
Die wichtigste Nachricht daraus: Einen belastbaren und verbindlich abgesicherten Termin für den Beginn der Tief- oder Hochbauarbeiten gibt es derzeit nicht. Zwar habe die Projektseite wiederholt einen zeitnahen Baubeginn in Aussicht gestellt. Dieser hänge aber weiterhin von mehreren Voraussetzungen ab, unter anderem von der vollständigen Stellung von Sicherheiten und nachbarlichen Abstimmungen.
Auch bei der Finanzierung gibt es offenbar weiterhin offene Fragen. Einen abschließenden, für die Stadt prüffähigen Nachweis über die vollständige Finanzierung des Gesamtvorhabens gebe es derzeit nicht, heißt es in der Vorlage. Nach dem Durchführungsvertrag müsse die Finanzierung in geeigneter Form nachgewiesen werden. Allgemeine Hinweise auf Finanzierungsabsichten, Vermarktung oder mögliche Förderprogramme reichten dafür nicht aus.
Gestiegene Kosten und offene Nachbarfragen
Die aktuellen Projektträger begründen die Verzögerungen nach Angaben der Verwaltung vor allem mit den veränderten Rahmenbedingungen in der Bauwirtschaft und bei der Finanzierung. Genannt werden unter anderem gestiegene Preise für Baumaterialien und Bauleistungen, höhere Anforderungen der Kreditinstitute und eine daraus resultierende Umplanung des Projekts und der Tiefgarage.
Hinzu kommen vorbereitete Förderanträge sowie noch offene Abstimmungen mit Nachbarn zur Baugrubensicherung und zu Rückverankerungen. Auch die geänderte Baugenehmigung spielt eine Rolle. Sie sei zwar entscheidungsreif, könne wegen noch nicht erfüllter vertraglicher Voraussetzungen derzeit aber noch nicht ausgehändigt werden.
Damit bleibt das zentrale Innenstadtprojekt weiter in der Warteschleife.
Stadt hält sich weitere Schritte offen
Ganz untätig ist die Stadt nach eigener Darstellung allerdings nicht. Der Durchführungsvertrag und seine Nachträge geben ihr Ansprüche auf die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen. Außerdem bestehen Regelungen zu Sicherheiten sowie – unter bestimmten Voraussetzungen – Möglichkeiten für Vertragsstrafen und weitere vertragliche Rechte.
Die Verwaltung prüfe fortlaufend, ob und in welchem Umfang diese Rechte in Anspruch genommen werden können. Welche konkreten Möglichkeiten bestehen und wie die Stadt ihre Rechtsposition bewertet, wurde heuet Abend im nichtöffentlichen Teil der Sitzung erläutert.
Bemerkenswert ist auch ein Hinweis der Verwaltung auf die Folgen eines weiteren Stillstands: Tatsächliche und rechtliche Rahmenbedingungen könnten sich verändern, ausdrücklich genannt werden mögliche naturschutzrechtliche Anforderungen. Konkrete zusätzliche Restriktionen seien derzeit allerdings nicht festgestellt worden.
Die Stadt erklärt, sie halte an den vertraglich vereinbarten Sicherungsinstrumenten fest und sei weiterhin an einer „geordneten, rechtssicheren und zügigen Realisierung“ des Vorhabens interessiert. Über den weiteren Projektfortgang sollen die politischen Gremien informiert werden.
Für die Passanten auf der Hauptstraße bleibt damit vorerst vor allem eine Frage: Wann beginnt Piazza Verde tatsächlich? Eine Antwort darauf gibt es auch knapp elf Monate nach dem ersten Spatenstich weiterhin nicht.










