Rheinbreitbach – Die Karnevalisten aus Rheinbreitbach haben mit ihrer Prunksitzung in der Hans-Dahmen-Halle am 30. Januar 2026 eindrucksvoll gezeigt, dass Tradition und Moderne, fröhliches Feiern ebenso wie gebanntes Zuhören miteinander harmonieren können. Mehr als 600 Besucherinnen und Besucher feierten ausgelassen mit Prinz Jonathan I. und seiner Isabel, dem amtierenden Kinderprinzenpaar.

„Atmen wir heute ganz tief durch und tanken eine kräftige Prise Spaß und Freude!“ Mit diesen Worten hießen der freudig aufgelegte Sitzungspräsident Andreas Frings und sein Co-Moderator Thomas Kramer die Gäste willkommen. Und sie versäumten es nicht, den vielen Helferinnen und Helfern zu danken, die den Saal wieder einmal in einen bunt geschmückten Karnevalspalast verwandelt hatten. Als um 19:11 Uhr die Mitglieder der KG, der Burggarde und der Prinzenbagage unter dem Banner der Siebengebirgs-Eule in den Saal einzogen, standen allein von der Burggarde 102 tanzende Kinder auf der Bühne. Sie umringten ein selbstbewusst auftretendes Kinderprinzenpaar: Jonathan I. (aus dem Hause Klein, jener Familie, die am Rhein den Biergarten Salmenfang betreibt) und Isabel I. (aus dem Hause Koslowski, vielen bekannt für ihr vielseitiges ehrenamtliches Engagement in Kindergarten und Schule), nebst Pagengespann Carla Schmitz und Anton Voigt sowie Prinzenführerin Jessica Tjaden. Ihr Motto lautete: „Jecki-Ritter – Hüter der bunten Macht“ – eine Anspielung auf das Star-Wars-Epos.

Die erste Hälfte des Abends gehörte fast ausschließlich den lokalen Kräften. So traten Asterix und Obelix im Zwiegespräch über die Wildschweinplage im Ort auf. Seit Jahren treiben die Tiere in Rheinbreitbach ihr Unwesen, sodass sie es nun sogar zum diesjährigen Motto des Sessionsordens geschafft haben: „Schweinbreitbach – Die Säu sinn los!“ Dann wurde es politisch: Mit Stefan Heck aus Erpel als Horst-Schlemmer-Parodie betrat der erste Büttenredner die Bühne. Für das Männerballett Koppelelfen, Rheinbreitbachs jüngsten Exportschlager, war es ein Heimspiel. Gekonnt wirbelten sie ihre zum Teil stattlich beleibten Körper in luftige Höhen – lautes Gejohle war ihnen gewiss. Ihr Verein betreibt nicht nur die letzte Dorfkneipe im Ort, die damit vor der Schließung gerettet wurde, sondern kündigte auch an, das brachliegende Tennisgelände samt Clubhäuschen (künftig: Elfenstube) demnächst instand setzen zu wollen.

Weitere „Stars“ des Abends waren die Bands Fiasko, King Loui und Kaschämm, die Showtanzgruppe Grün-Weisse Mädcher und Jonge Neuwied sowie der aus Nickenich stammende Komödiant Kai Kramosta als Handwerker Peters. Immer wieder gelang es, auch ruhige Momente zu schaffen und damit eine Atmosphäre entstehen zu lassen, die Raum für Witz und Charme bis hin zu großen Emotionen bot. Vor allem galt das für JP Weber, der mit einer Mischung aus Wortwitz, Spontanität und Musikalität den gesamten Saal vom ersten Moment an in seinen Bann zog. Und natürlich durfte auch ein Auftritt des amtierenden Siebengebirgsprinzenpaares nicht fehlen, samt Aufmarsch des Spielmannszugs vom TV Eiche.
Doch Rheinbreitbach wäre nicht Rheinbreitbach, hätte sich das Orgateam um Literatin Nadine Fassbender nicht noch ein besonderes Highlight für den Abschluss ausgedacht: den Auftritt des Bonner Prinzenpaares Roland I. und Stephanie III. Die karnevalistische Karriere der aktuellen Bonna Stephanie begann als Kinderprinzessin von Rheinbreitbach in der Session 1998/99. Zum 200. Jubiläum des Bonner Karnevals ist sie nun zentrale Botschafterin des närrischen Treibens in der Bundesstadt. Mit ihrer Rede über den Wert von Verbundenheit und Heimat rührte sie den Saal – und sich selbst – beinahe zu Tränen.
Ein rundum gelungener Abend – Rheinbreitbach Alaaf!
Thomas Kramer







