Rhein-Sieg-Kreis. Im Rhein-Sieg-Kreis sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt. Nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gibt es aktuell 873 freie Ausbildungsstellen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Agentur für Arbeit. Gerade für Jugendliche ohne Berufsabschluss sieht sie darin eine Chance, noch in diesem Jahr den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen.
Allein im Baugewerbe sind demnach noch 52 Ausbildungsplätze frei. Im Garten- und Landschaftsbau werden sechs Auszubildende gesucht, sieben Ausbildungsstellen gibt es noch für Maler und Lackierer. Dachdeckerbetriebe haben laut IG BAU 17 Ausbildungsplätze zu besetzen.
„Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen“, sagt Mehmet Perisan, Vorsitzender der IG BAU Köln-Bonn. Eine abgeschlossene Berufsausbildung biete häufig bessere berufliche Perspektiven und könne sich auch beim späteren Einkommen bemerkbar machen.
Viele junge Arbeitslose ohne Berufsabschluss
Nach Angaben der Gewerkschaft haben in Nordrhein-Westfalen rund 642.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keinen abgeschlossenen Berufsabschluss und keinen Ausbildungsplatz. Im Rhein-Sieg-Kreis ist die Situation bei den unter 25-jährigen Arbeitslosen besonders auffällig: Laut Arbeitsagentur verfügen 70 Prozent von ihnen über keinen Berufsabschluss.
Die IG BAU appelliert deshalb insbesondere an diese Gruppe, den Ausbildungsmarkt noch einmal in den Blick zu nehmen. „Jetzt im August und September starten die Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, erklärt Perisan.
Dabei sei die Auswahl größer, als es auf den ersten Blick scheinen könnte. Von Bau- und Handwerksberufen über den Garten- und Landschaftsbau bis hin zu anderen Branchen reicht das Angebot.
Gewerkschaft rät zu persönlichem Kontakt
Wer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sollte nach Einschätzung der IG BAU Beratungsangebote nutzen. Als Anlaufstelle nennt die Gewerkschaft unter anderem die Jugendberufsagentur. Auch die Agentur für Arbeit bietet Beratungen zur Berufswahl und Ausbildung an.
Perisan empfiehlt Jugendlichen zudem, direkt auf Unternehmen zuzugehen. Eine Nachfrage könne nicht nur zu einem Ausbildungsplatz führen, sondern zunächst auch ein Praktikum ermöglichen. Bei der Auswahl eines Betriebs sollten neben dem Beruf selbst auch Ausbildungsqualität, Bezahlung und die beruflichen Perspektiven nach dem Abschluss eine Rolle spielen.
Die IG BAU rät dabei insbesondere dazu, auf Unternehmen mit Tarifbindung zu achten. Denn ein Ausbildungsplatz sei zwar der erste Schritt ins Berufsleben – entscheidend sei aber auch, unter welchen Bedingungen die Ausbildung stattfinde und welche Chancen sich danach ergäben.











