Rhein-Sieg-Kreis/Bonn. Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und der Wirtschaft aus dem Rheinland haben im Bundesverkehrsministerium in Berlin über die zunehmend angespannte Situation der Rheinquerungen beraten. Anlass der Gespräche sei insbesondere die seit Anfang Juni bestehende Vollsperrung der Bonner Friedrich-Ebert-Brücke gewesen, teilten die Vereine Metropolregion Rheinland und Region Köln/Bonn in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.
An den Gesprächen mit der Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Dr. Claudia Elif Stutz, nahmen unter anderem der Kölner Oberbürgermeister und Vorsitzende der Metropolregion Rheinland, Torsten Burmester, der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und Vorsitzende des Region Köln/Bonn e. V., Sebastian Schuster, Bonns Oberbürgermeister Guido Déus sowie der Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Dr. Hubertus Hille, teil.
Nach Angaben der Beteiligten wurde vereinbart, die Koordinierung des Themas „Rheinquerungen“ künftig breiter aufzustellen und weitere Akteure einzubinden. Zudem sollen zusätzliche Fördermöglichkeiten, insbesondere für multimodale Verkehrsangebote, geprüft werden. Auch eine Priorisierung des Projekts Rheinspange 553 soll nach Angaben der Beteiligten untersucht werden.
Torsten Burmester erklärte laut Mitteilung, die Brückenkrise im Rheinland sei längst kein regionales Problem mehr. Sie betreffe zentrale Verkehrsachsen Deutschlands und Europas sowie die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und der Infrastruktur. Deshalb müsse der Bund die Rheinquerungen als nationale Aufgabe verstehen.
Sebastian Schuster betonte die enge Verflechtung der Kommunen in der Region Köln/Bonn. Verkehrsströme machten nicht an kommunalen Grenzen halt. Daher sei ein abgestimmtes Vorgehen erforderlich, das das gesamte Verkehrsnetz und nicht nur einzelne Brücken in den Blick nehme.
Bonns Oberbürgermeister Guido Déus verwies auf die Folgen der Sperrung der Bonner Nordbrücke. Diese zeige deutlich, wie anfällig das Verkehrsnetz geworden sei. Die Auswirkungen beträfen täglich zahlreiche Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen sowie Einsatzkräfte.
Auch die Wirtschaft fordert nach Angaben der IHK Bonn/Rhein-Sieg schnelle Lösungen. Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille erklärte, die wirtschaftlichen Folgen der Brückensperrungen seien für viele Unternehmen erheblich. Neben einer raschen Realisierung eines Ersatzneubaus der Bonner Nordbrücke seien auch Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe notwendig.
Hintergrund der Initiative ist nach Angaben der Metropolregion Rheinland die sich weiter verschärfende Lage der Brückeninfrastruktur. Demnach ist bereits heute rund ein Drittel der Straßen-Rheinquerungen im Rheinland ganz oder teilweise für den Verkehr eingeschränkt. Die Auswirkungen reichten über die Region hinaus und beträfen unter anderem Lieferketten, Pendlerverkehre und einen der wichtigsten europäischen Verkehrskorridore.
Im Rahmen des Treffens übergaben die Vertreter der Metropolregion Rheinland und der Region Köln/Bonn ein gemeinsames Forderungspapier an das Bundesverkehrsministerium. Darin werden unter anderem beschleunigte Ersatzneubauten und Sanierungen von Rheinquerungen, eine verlässliche Finanzierung kommunaler Brückenprojekte, die Stärkung des nachgeordneten Straßennetzes sowie eine bundesweite Koordinierung der anstehenden Infrastrukturmaßnahmen gefordert. Darüber hinaus sprechen sich die Unterzeichner für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an den Folgekosten von Umleitungen und an Maßnahmen zur Entlastung des öffentlichen Nahverkehrs aus.









