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Bad Honnef-Rhöndorf – Der Ärger in Rhöndorf über den vorerst geplatzten barrierefreien Ausbau des Bahnhofs wächst. Während der laufenden Generalsanierung der rechten Rheinstrecke sollte der Bahnhof endlich vollständig barrierefrei werden. Nun steht fest: Die dafür erforderlichen Arbeiten können während der aktuellen Sperrpause nicht abgeschlossen werden.
Das sorgt im Ortsteil für erhebliches Unverständnis. Bei einem Treffen am Abend im Café Profittlich am Ziepchensplatz machten die Bad Honnefer Ratsmitglieder Peter Profittlich und Susanne Langguth deutlich, dass die Deutsche Bahn aus ihrer Sicht an ihrer Zusage festhalten müsse. An dem Gespräch nahmen unter anderem Vertreter des „Haus Rheinfrieden“, die Vorsitzende des Fachbeirats Inklusion, Ulla Studthoff, sowie weitere Vertreter von Rhöndorfer Vereinen, Organisationen und Institutionen teil.
„Die Bahn muss ihre Zusage einhalten“, war die zentrale Forderung des Treffens.
Kritik an fehlenden Kapazitäten
Nach Darstellung von Profittlich und Langguth war der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs im Zusammenhang mit der Generalsanierung zugesagt worden. Noch kurz vor Beginn der umfangreichen Bauarbeiten habe die Bahn gegenüber politischen Verantwortlichen versichert, dass das Projekt wie geplant umgesetzt werde.
Umso größer ist die Kritik an der jetzigen Entwicklung. Als Grund für die Verzögerung werden fehlende Kapazitäten beziehungsweise Fachkräftemangel genannt. Für Profittlich und Langguth ist das keine ausreichende Begründung. Ein solcher Engpass müsse bei der Planung berücksichtigt werden und dürfe nicht dazu führen, dass zugesagte Arbeiten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch die Frage nach möglichem „Missbrauch“ von Fördergeldern wurde aufgeworfen.
Betroffen sind vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Auch für die Schülerinnen und Schüler des Nell-Breuning-Berufskollegs ist die fehlende Barrierefreiheit von besonderer Bedeutung.
Nach den bisherigen Planungen soll der Bahnhof unter anderem durch eine Personenunterführung und zwei Aufzüge barrierefrei erschlossen werden. Diese Arbeiten können nun während der laufenden Korridorsperrung nicht wie vorgesehen fertiggestellt werden.
Sorge vor einer Dauerlösung
Als mögliche Übergangslösung steht ein Shuttleverkehr von und zum Bahnhof Rhöndorf im Raum. Die Teilnehmer des Treffens sehen diesen Vorschlag allerdings kritisch. Eine zunächst nur als Übergang gedachte Lösung dürfe nicht am Ende dazu führen, dass die eigentliche Barrierefreiheit weiter aufgeschoben werde.
Die Forderung lautet deshalb, die Deutsche Bahn nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Gleichzeitig soll die Landesregierung Nordrhein-Westfalen für das Thema sensibilisiert werden. g
Demonstration am 12. Oktober
Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, soll am 12. Oktober 2026 in Rhöndorf demonstriert werden. Der Termin muss noch mit der Stadt abgestimmt werden. Klar ist für die Initiatoren jedoch bereits: Der Protest soll stattfinden.
Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst soll die Forderungen zu hören bekommen. Er wird am 10. Oktober 2026 zur Jubiläumsveranstaltung „150 Jahre Konrad Adenauer und 80 Jahre CDU Bad Honnef“ im Kurhaus erwartet.
Der Protest hat in Rhöndorf eine lange Vorgeschichte. Für einen barrierefreien Bahnhof wird dort seit rund 15 Jahren gekämpft.
Der Protest begann vor 15 Jahren
Der konkrete Auslöser liegt im Jahr 2010. Damals entfernte die Deutsche Bahn einen provisorischen Gitterrost-Übergang über die Gleise. Der Übergang war zwar nicht regelkonform, wurde aber bis dahin geduldet. Für Menschen mit Behinderung bot er die Möglichkeit, vom nicht barrierefrei erreichbaren Mittelbahnsteig auf den ebenerdig zugänglichen Bahnsteig zu gelangen.
Besonders betroffen waren Schülerinnen und Schüler des damaligen Hauses Rheinfrieden. Sie protestierten gegen die neue Situation, unterstützt von Rhöndorfer Bürgerinnen und Bürgern. Eine Unterschriftenliste umfasste 174 Namen.
Im März 2011 initiierte der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf unter seinem damaligen Vorsitzenden Jörg Erich Haselier eine Petition beim NRW-Landtag. Im November desselben Jahres verabschiedete der Bad Honnefer Stadtrat eine Resolution zur Barrierefreiheit der Bahnhöfe.
Es folgten weitere Jahre mit Gesprächen, Planungen und unterschiedlichen Ausbauvarianten. 2014 legte die Deutsche Bahn eine Machbarkeitsstudie vor. 2017 wurde der Bahnhof Rhöndorf schließlich in die Modernisierungsoffensive 3 aufgenommen.
Jetzt, rund 15 Jahre nach Beginn des damaligen Protests, steht die Barrierefreiheit erneut auf der Tagesordnung.
Bahnhof Rhöndorf wird modernisiert – Philipp Herzog: „Kein Rhöndorf 21!“










