Bad Honnef. Beckers Wohnzimmer platzte am Samstagnachmittag fast aus allen Nähten. Beim Spielmannszug des TV Eiche standen die Menschen im Mittelpunkt, die dem Verein seit vielen Jahren die Treue halten. Doch zwischen Ehrungen, Gesprächen und geselligem Beisammensein ging es auch um die Frage, was einen Verein lebendig hält. Ein Stichwort zog sich dabei durch den Nachmittag: Veränderung.
Kassierer Dominik Söhnle erinnerte daran, dass der Spielmannszug immer wieder neue Ideen aufgegriffen und damit Impulse gesetzt habe. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ – diesen Satz mag er besonders gern.
Wie sich der Verein weiterentwickelt hat, zeigen zwei Beispiele aus seiner Geschichte. 1995 wurden Gardeuniformen angeschafft, die die bis dahin selbstgenähten Kostüme ablösten. 2008 kam die Idee auf, Gardetänzer in das Vereinsleben einzubinden. Heute gehören sie selbstverständlich dazu.
Nun gibt es eine weitere Neuerung: einen eigenen Vereinspin. Die Idee dazu hatten die beiden Tänzer Olli und Schmidti, die gleich die ersten 300 Exemplare sponserten. Beim Treffen wurde der Pin erstmals vorgestellt.
Gut gerüstet für die Session
Für den musikalischen Leiter Benni Limbach war das Treffen eine willkommene Gelegenheit, die Mitglieder vor dem Start in die Session noch einmal zusammenzubringen – ausdrücklich auch mit ihren Partnerinnen und Partnern. Zugleich sollte der Nachmittag ein Dankeschön an jene sein, die den Spielmannszug seit zehn, 15, 20, 30 oder sogar 40 Jahren begleiten.
Auch Unterstützung von außen wurde gewürdigt. So gab es neue Schals, die den Spielleuten in den kommenden Wochen bei ihren Auftritten den Hals warmhalten sollen.
Viel Zeit bleibt bis zum närrischen Höhepunkt nicht mehr. Besonders freut sich der Spielmannszug darauf, in dieser Session die Siebengebirgstollitäten zu begleiten. Sie werden von der KG Große Selhofer gestellt, die in dieser Session ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
„Wir freuen uns riesig für die Freunde aus Selhof“, sagte Limbach. Als Stadtsoldaten-Corps werde man die Karnevalsgesellschaft nach Kräften unterstützen.
Nachwuchs ist dabei
Dass sich der Blick des Vereins nicht nur auf die Vergangenheit richtet, zeigte sich auch bei der Begrüßung. Vorsitzender Norbert Grünwald holte die jüngsten Mitglieder nach vorne. Acht oder neun Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren gehören derzeit zum Nachwuchs, berichtete Limbach.
Dass sie Freude daran haben, gemeinsam Musik zu machen, sei ein gutes Zeichen. Schließlich müsse es im Verein weitergehen. Oder, wie Limbach es ausdrückte: „Es muss ja wiggerjonn.“
Einen Auftritt hatte auch Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog an diesem Nachmittag – allerdings keinen amtlichen. Er war als Mitglied der Band „De Äsel vum Drachenfels“ dabei. Nachdem der offizielle Teil beendet war, übernahm die Gruppe die musikalische Unterhaltung.
Die Session ist noch nicht eröffnet, doch beim Spielmannszug ist die Vorfreude längst spürbar.
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