Bad Honnef. In der Bad Honnefer Innenstadt stehen derzeit fünf gewerblich nutzbare Flächen leer beziehungsweise sind noch nicht wieder regulär genutzt. Gleichzeitig verweist die Stadt auf mehrere Neuvermietungen und neue Nutzungen. Insgesamt bewertet die Verwaltung die Entwicklung deshalb als „stabil bis positiv“.
Das geht aus einer Sachstandsmitteilung der Stadtverwaltung für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag hervor. Anlass war eine Anfrage der Grünen zum Leerstand in Bad Honnef.
Eine flächendeckende Statistik, die Leerstände im gesamten Stadtgebiet nach Einzelhandel, Gastronomie, Büro und Wohnen unterscheidet, führt die Stadt nach eigenen Angaben derzeit nicht. Für den zentralen Bereich der Innenstadt beobachtet die Wirtschaftsförderung dagegen fortlaufend die gewerblich nutzbaren Erdgeschossflächen.
Als aktuell bekannte Leerstände nennt die Verwaltung die Flächen an der Kirchstraße 5, Markt 5, Hauptstraße 57, Hauptstraße 30 sowie innenliegende Flächen der Arboretum-Passage. Bei der Hauptstraße 57 handelt es sich um ein Objekt im Umbau.
Dem stehen mehrere Flächen gegenüber, die inzwischen neu genutzt werden oder deren Nutzung vorbereitet wird. Die Stadt nennt unter anderem das „Fluidum“ am Franz-Xaver-Trips-Platz, das „Mangold“ am früheren Standort „Markt 3“, den „StadtRaum“ an der Hauptstraße 48, das „Salut“ in der Linzer Straße und „Body Balance“ an der Rückseite der Hauptstraße 72a.
Auch für die vergangenen 12 bis 24 Monate kommt die Verwaltung zu einer positiven Einschätzung. Mehrere Neuvermietungen und Neuansiedlungen hätten dazu geführt, dass frei werdende Flächen wieder genutzt würden. Anzeichen für eine strukturelle Verschärfung des Leerstands sieht die Stadt derzeit nicht.
Als wesentliche Ursachen für Leerstände verweist die Verwaltung auf Entwicklungen im Einkaufs- und Konsumverhalten sowie strukturelle Veränderungen im Einzelhandel. Bundesweit hätten sich dadurch Betriebs- und Filialkonzepte ebenso verändert wie die Anforderungen an Verkaufsflächen.
Die Stadt setzt unter anderem auf aktives Flächen- und Ansiedlungsmanagement, den Austausch mit Immobilieneigentümern und Gewerbetreibenden sowie die Zusammenarbeit mit den Innenstadtvereinen. Hinzu kommt das Landesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“, an dem sich Bad Honnef seit Anfang 2024 beteiligt. Dafür stehen einschließlich des kommunalen Eigenanteils bis Ende 2026 rund 415.000 Euro zur Verfügung.
Mit dem Baustein „Vollstand“ mietet die Stadt Leerstände zu reduzierten Konditionen an und vermietet sie für eine begrenzte Anlaufphase an ausgewählte Gründer und Unternehmen weiter. Die Auswahl der Konzepte begleitet ein Innenstadtbeirat.
Seit dem 1. September ist die Wirtschaftsförderung zudem strategisch neu ausgerichtet. Das Leerstands- und Freiflächenmanagement soll dabei nicht auf die Innenstadt beschränkt bleiben. Einbezogen werden sollen unter anderem Selhof, Rhöndorf, Aegidienberg sowie Rottbitze/Vogelsbitze und weitere Wirtschafts- und Nahversorgungsstandorte.
Ob künftig zusätzliche Haushaltsmittel benötigt werden, will die Verwaltung nach eigenen Angaben abhängig von den konkreten Maßnahmen, deren Umsetzung und den verfügbaren Fördermöglichkeiten entscheiden.
Haupt- und Finanzausschuss – 24.09.2026 – 17:00 Uhr – Ratssaal









