Bonn. Die Kommunikation rund um den Ausfall zahlreicher Stadtbahnen soll sich ändern. Das teilen die Stadtwerke Bonn in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung mit. Stadt, Aufsichtsräte und Stadtwerke hätten sich demnach auf einen verbindlicheren Umgang mit Informationen zur aktuellen Verkehrssituation und zur Wiederinbetriebnahme der Fahrzeuge verständigt.
Auf Initiative von Oberbürgermeister Guido Déus kamen die Spitzen der Stadt Bonn, der Aufsichtsräte und der Stadtwerke am Mittwochvormittag zu einer Videoschalte zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fahrgäste, Öffentlichkeit und Politik künftig verlässlich über das tatsächliche Verkehrsangebot und die technischen Arbeiten informiert werden können.
Künftig sollen vor allem gesicherte Informationen im Mittelpunkt stehen. Die Stadtwerke wollen regelmäßig mitteilen, welches Verkehrsangebot am jeweils folgenden Betriebstag tatsächlich zur Verfügung steht, wo Ersatzverkehre eingesetzt werden und welche Änderungen für Fahrgäste zu beachten sind.
Auf konkrete Prognosen zur Wiederinbetriebnahme weiterer Stadtbahnen soll dagegen verzichtet werden, solange diese aufgrund der laufenden technischen Prüfungen nicht belastbar sind.
Oberbürgermeister Guido Déus wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, die Situation sei „für die Fahrgäste nach dem Ende der Sommerferien sehr belastend“. Deshalb müsse jetzt sichergestellt werden, „dass die Menschen verlässlich wissen, womit sie rechnen können“.
Stadtwerke räumen Kommunikationsfehler ein
Auch die Stadtwerke selbst üben deutliche Selbstkritik. Die bisherige Kommunikation sei dem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden, erklären der kommissarische Stadtwerke-Geschäftsführer Marco Westphal und SWB-Bus-und-Bahn-Geschäftsführerin Anja Wenmakers.
Man habe die Menschen „zu lange im Unklaren gelassen“ und nicht ausreichend transparent über die Entwicklung und den Umgang mit der Situation informiert. Dafür entschuldigten sich beide ausdrücklich bei den Fahrgästen.
Künftig solle klar zwischen dem unterschieden werden, was bereits feststeht, und dem, was noch nicht verlässlich vorhergesagt werden könne. Sicherheit und Sorgfalt hätten bei den technischen Prüfungen Vorrang.
Einblick in technische Arbeiten
Mehr Transparenz soll auch bei den Arbeiten an den Fahrzeugen geschaffen werden. Am Mittwochnachmittag wollen die Stadtwerke auf dem Betriebshof in Dransdorf Medienvertretern und Mitgliedern der Aufsichtsräte den aktuellen Stand zeigen.
Fachleute sollen erläutern, welche Arbeiten an den Stadtbahnen durchgeführt werden, wie die Prüfverfahren ablaufen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, bevor ein Fahrzeug wieder eingesetzt werden kann.
Das Verkehrsangebot wird nach Angaben der Stadtwerke weiterhin an die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge angepasst. Wo erforderlich, sollen Ersatzverkehre eingesetzt werden. An wichtigen Umsteigepunkten unterstützen Mitarbeitende die Fahrgäste bei der Orientierung.
Auch die Politik soll enger eingebunden werden. Für Montag hat Déus die Vorsitzenden der Ratsfraktionen zu einem Gespräch über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen eingeladen. Am Dienstag ist eine gemeinsame Sondersitzung der Aufsichtsräte der Stadtwerke Bonn und von SWB Bus und Bahn geplant. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der aktuelle Sachstand, die laufenden Prüfungen und die weiteren Schritte.









