Düsseldorf – Auch in diesem Jahr führt Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt den Mikrozensus durch. Rund 80.000 Haushalte in Nordrhein-Westfalen werden dabei befragt. Die Erhebung ist Teil der größten jährlichen Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland und wird seit 1957 bundesweit durchgeführt.
Ziel des Mikrozensus ist es, verlässliche Informationen über die Lebensbedingungen der Menschen zu gewinnen. Die Ergebnisse liefern Antworten auf zentrale gesellschaftliche Fragen, etwa zur Bildungs- und Erwerbssituation, zur Zahl der Familien mit Kindern oder zur Wohn- und Mietbelastung unterschiedlicher Haushaltsformen. Auch Themen wie die finanzielle Situation von Mieterhaushalten mit minderjährigen Kindern oder die Mietkostenbelastung von Alleinstehenden stehen im Fokus.
Grundlage der Erhebung ist eine Stichprobe von einem Prozent aller Haushalte in Deutschland. Die Auswahl erfolgt nach einem mathematischen Zufallsverfahren, bei dem ganze Straßenzüge oder Gebäude berücksichtigt werden. Die dort lebenden Haushalte nehmen innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren bis zu viermal an der Befragung teil. Auf diese Weise können Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg beobachtet werden.
Die ausgewählten Haushalte werden zunächst schriftlich zur Teilnahme aufgefordert. Die Datenmeldung erfolgt in erster Linie online über ein besonders gesichertes Meldeverfahren der Statistischen Ämter. Alternativ stehen auch telefonische oder schriftliche Wege zur Verfügung. Um sicherzustellen, dass tatsächlich die aktuell dort wohnenden Haushalte erreicht werden, greift das Statistische Landesamt auf Melderegisterdaten zurück. Zusätzlich sind landesweit rund 100 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte im Einsatz, die bei Ortsbegehungen Namen an Klingeln und Briefkästen erfassen. Diese Personen sind sorgfältig geschult, zur Verschwiegenheit verpflichtet und können sich ausweisen.
Die Befragungen finden ganzjährig statt und sind gleichmäßig über alle Kalenderwochen verteilt. So werden beispielsweise im Januar 2026 in Essen in 53 zufällig ausgewählten Auswahlbezirken etwa 480 Haushalte befragt. Pro Auswahlbezirk sind das im Durchschnitt rund neun Haushalte.
Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht. Erhoben werden unter anderem Angaben zu Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch und Erwerbstätigkeit. Die hohe Beteiligung sorgt dafür, dass Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit auf ein solides und belastbares Datenfundament zurückgreifen können, das zentrale gesellschaftliche Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland abbildet.











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