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Lesen: Uni Bonn: Zwei Tage Hafer mit Langzeiteffekt auf den Cholesterinspiegel
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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > Bonn > Universität Bonn > Uni Bonn: Zwei Tage Hafer mit Langzeiteffekt auf den Cholesterinspiegel
Universität Bonn

Uni Bonn: Zwei Tage Hafer mit Langzeiteffekt auf den Cholesterinspiegel

Letztes Update: 24.01.2026
Honnef heute
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4 Min Lesezeit
haferflocken
Image by Martin Hetto from Pixabay
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Bonn. Eine kurzzeitige Haferkur kann den Cholesterinspiegel deutlich senken – und das mit erstaunlich nachhaltiger Wirkung. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Bonn, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde. Selbst sechs Wochen nach der Diät waren positive Effekte noch messbar.

Übersicht
  • 300 Gramm Hafer pro Tag
  • Bedeutung für Herz und Gefäße
  • Darmbakterien als Schlüssel
  • Kurz und intensiv wirksamer als langfristig moderat

Untersucht wurden Menschen mit metabolischem Syndrom. Diese Stoffwechselstörung ist gekennzeichnet durch Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte und gilt als wichtiger Risikofaktor für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Teilnehmenden absolvierten eine zweitägige, stark kalorienreduzierte Diät, die fast ausschließlich aus Haferflocken bestand.

300 Gramm Hafer pro Tag

Während der sogenannten Haferkur aßen die Versuchspersonen an beiden Tagen jeweils 300 Gramm Haferflocken, gekocht in Wasser. Erlaubt waren lediglich kleine Mengen Obst oder Gemüse als Ergänzung. Insgesamt nahmen sie dabei nur etwa die Hälfte der üblichen Kalorien zu sich. Eine Kontrollgruppe erhielt ebenfalls eine kalorienreduzierte Ernährung, jedoch ohne Hafer.

Beide Gruppen profitierten grundsätzlich von der Ernährungsumstellung. Die Effekte waren bei der Hafergruppe jedoch deutlich stärker. „Der Spiegel des besonders schädlichen LDL-Cholesterins sank bei ihnen um 10 Prozent – das ist eine substanzielle Reduktion, wenn auch nicht ganz vergleichbar mit der Wirkung moderner Medikamente“, erklärt Marie-Christine Simon, Juniorprofessorin an der Universität Bonn. Zusätzlich verloren die Teilnehmenden im Schnitt zwei Kilogramm Gewicht, auch der Blutdruck ging leicht zurück.

Bedeutung für Herz und Gefäße

LDL-Cholesterin spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Arteriosklerose. Überschüssiges LDL lagert sich in den Gefäßwänden ab, wo sogenannte Plaques entstehen. Diese können Gefäße verengen oder aufreißen und so Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen. Eine Senkung des LDL-Spiegels gilt daher als wichtiger präventiver Ansatz.

Darmbakterien als Schlüssel

Die Forschenden konnten zeigen, dass die Haferkur die Zusammensetzung der Darmflora veränderte. Bestimmte Bakterien vermehrten sich und produzierten dabei Stoffwechselprodukte mit gesundheitsfördernder Wirkung. „Wir konnten zum Beispiel nachweisen, dass die Darmbakterien durch den Abbau des Hafers phenolische Verbindungen produzieren“, sagt Studienerstautorin Linda Klümpen. Besonders die Ferulasäure steht im Verdacht, den Cholesterinstoffwechsel positiv zu beeinflussen.

Zugleich nahm die Menge bestimmter Bakterien zu, die die Aminosäure Histidin abbauen. Diese kann im Körper sonst zu Substanzen umgewandelt werden, die eine Insulinresistenz begünstigen – ein zentrales Merkmal von Diabetes mellitus.

Kurz und intensiv wirksamer als langfristig moderat

Bemerkenswert ist, dass die positiven Effekte der zweitägigen Haferkur auch sechs Wochen später noch messbar waren. „Eine kurze Haferkur in regelmäßigen Abständen könnte eine gut verträgliche Möglichkeit sein, den Cholesterinspiegel im Norm-Bereich zu halten und einem Diabetes vorzubeugen“, so Simon.

Eine zweite Studienphase zeigte jedoch, dass eine langfristige, weniger intensive Haferzufuhr deutlich geringere Effekte hat. Teilnehmende, die über sechs Wochen täglich 80 Gramm Hafer aßen, ohne ihre Kalorienzufuhr zu reduzieren, profitierten kaum. „Besser zwei Tage viel Hafer als sechs Wochen wenig“, lässt sich das Ergebnis zusammenfassen.

Insgesamt nahmen 68 Personen an den randomisierten kontrollierten Studien teil. Blut- und Stuhlproben, Gewicht und Blutdruck wurden mehrfach erhoben und die Auswertung erfolgte verblindet, um Verzerrungen zu vermeiden. Die Forschenden analysierten unter anderem LDL-Cholesterin, bakterielle Stoffwechselprodukte und die Zusammensetzung des Darmmikrobioms.

Die Studie wurde unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Deutschen Diabetes Gesellschaft gefördert.

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