Videoüberwachung in Bonn

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LeserInnenbrief
Foto: Pixabay/blende12 | bearbeitet: Hh

Es ist doch kaum zu glauben: Da werden eine Polizistin und ein Polizist ermordet, und von überall her tönt es, wie wichtig doch die Polizeiarbeit sei, die Männer und Frauen würden sich ja, wie jetzt wieder einmal gesehen, oft unter größten Gefahren für unseren Schutz einsetzen; man müsse alles tun, um die Autorität der Polizei zu stärken.

Trotz des großen Einsatzes werden inzwischen in unserer Republik mehrmals wöchentlich Menschen zusammengeschlagen oder zusammengetreten oder mit einem Messer angegriffen. In den meisten Fällen verschwinden dann die Täter unerkannt, die Opfer können sich kaum erinnern, und die Polizei sucht meist vergeblich nach Zeugen. Wenn Täter oder Täterinnen gefasst werden, können sie belangt werden, oder die Opfer und ihre Angehörigen empfinden die Festnahme als eine Erleichterung.

So war es z.B. in Berlin, als ein junger Mann eine Frau die Treppe hinunter stieß, oder im Frankfurter Bahnhof, auch in Bonn. Kameras sorgten für die Ermittlung. Eine solche Videoüberwachung schlägt auch unsere Bonner Polizei schwerpunktmäßig u.a. vor zur Vorbeugung Es ist durchaus richtig, dass damit Terroranschläge nicht unbedingt verhindert werden, aber niemand kann auch verbindlich sagen, wieviel Delikte allgemein durch eine Videoüberwachung verhindert wurden. Die Kameras geben auch ein Gefühl der Sicherheit. Wer einmal London besucht, findet in Bus. Bahn, in Bahnhöfen und anderen Bereichen Kameras, ist zuerst erschrocken, aber schnell sieht man sie als Schutz.

Eine Videoüberwachung soll im digitalen Zeitalter unserem Schutz dienen, und es ist doch absurd, da von den Anfängen eines Überwachungstaates zu sprechen. Unser Schutz ist das Anliegen der Polizeibehörde – im Rahmen des Datenschutzes. Es ist aber nicht mehr nachzuvollziehen, dass ein überzogener Datenschutz einen Menschenschutz verhindert. Ich halte es für diskriminierend, der Polizei Überwachungsabsichten im negativen Sinne zu unterstellen. Es ist ein Trauerspiel, dass es in Bonn Parteien gibt, die die Wertschätzung der Polizei in dem Sinne nicht würdigen, gar untergraben. Zeigen wir doch einmal das notwendige Vertrauen in unsere Polizei.

Lothar Vreden
Königswinter
3.2.2022

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2 Kommentare

  1. Videoüberwachung in Bonn (Leserbrief v. Lothar Vreden)

    Sehr geehrte Herr Vreden,

    auch ich bin sehr bestürzt über den Tod der beiden Polizisten.
    Habe zusätzlich das ungute Gefühl, das Gewaltkriminalität „gefühlt“ zugenommen hat, nicht nur gegenüber Polizisten. Diverse Kriminal-Statistiken zeigen aber wohl ein anderes Bild.

    Ob die Videoüberwachung aller Mitbürger hier wirklich solche schweren Taten verhindert, wage ich allerdings zu bezweifeln.
    Den LKW werden wir nicht mit der Kamera alleine stoppen.

    Jede Medaille hat 2 Seiten und diese „Videoüberwachung“ sollte nicht in Maßnahmen wie in China enden. Diese „Videokameras“ können heute bereits wesentlich mehr …. als Film zu speichern.

    Ich empfehle hier zum Einstieg immer folgende Filmbeiträge:
    – Der Spiegel: Überwachung in China: Zwei Schritte – und die Software weiß, wer Du bist
    https://www.youtube.com/watch?v=osN4uzpsZ-s
    – WDR Doku 2019: Alles per App – Wie weit ist China uns voraus?
    https://www.youtube.com/watch?v=VNeEWzA6rR8
    https://netzpolitik.org/?s=%C3%BCberwachung

    Viele Bürger die bedenkenlos und voreilig nach völliger Videoüberwachung des öffentlichen Raums rufen,
    wissen vermutl. noch nicht einmal Ansatzweise was mit der Technik heute alles machbar ist. (nicht Sie persönlich gemeint)

    Bin der selber der Meinung, auch für die Überwachung muss es ebenfalls verbindliche Grenzen und Regeln geben. Zusätzlich sollte hier mit Augenmaß vorgangen werden und jetzt zu Viruszeit nicht alles auf den Weg gebracht werden was technisch möglich ist.

    Eine Überwachung aller Bürger mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und um jeden Preis, finde ich bedenklich und gefährdet unsere aller Freiheit in Zukunft.

    Gruss
    Niels Kohlhaas

  2. Es tut sich was – auch zum Schutz der Beamten.
    Ein interessanter Artikel zum Thema Videoüberwachung ….

    Zitat/Auszug: 07.02.2022 Netzpolitik.org – Matthias Monroy

    „Polizei in Hessen weitet Einsatz von „Super-Recognisern“ aus

    „In Frankfurt arbeiten mittlerweile zwei hauptamtliche Beamt:innen für die menschliche Gesichtserkennung. Täglich vergleichen sie aktuelle Personenfahndungen mit vorhandenen Bildern in Polizeidatenbanken. Das soll auch bei verdeckten Gesichtern funktionieren.“

    „Einsätze bei Protest, auf dem Weihnachtsmarkt oder im Fußballstadion“

    „Davis unterstützte anschließend die Polizei in München beim Aufbau einer solchen Einheit, Einsätze erfolgten seitdem unter anderem bei der Einlasskontrolle und am „Videoarbeitsplatz“ des Oktoberfestes. 2017, noch vor dem offiziellen Start der Einheit, unterstützten sechs bayerische Beamt:innen die nach dem G20-Gipfel eingerichtete Sonderkommission „Schwarzer Block“ in Hamburg bei der Sichtung von Videomaterial. “

    „Großeinsatz wegen „Identitätsverweigerern“ bei Umweltprotest“

    „Im „Danni“ war die Polizei aber auch mit vielen Protestierenden konfrontiert, die bei einer Festnahme ihre Identität nicht preisgeben wollten und dazu ihre Papillarlinien auf den Fingerkuppen verklebt haben. Für die „Super-Recogniser“ folgte deshalb ein Großeinsatz. Der FAZ zufolge haben sie Fotos aus „16 Listen mit sogenannten Identitätsverweigerern“ durchgesehen, viele der dort gespeicherten 1.668 Personen waren jedoch doppelt vorhanden. Auch dies hätten die „Super-Recogniser“ erkannt. “

    Ganzer Artikel: https://netzpolitik.org/2022/besondere-merkfaehigkeiten-polizei-in-hessen-weitet-einsatz-von-super-recognisern-aus/

    Mein Fazit: London wir holen auf!

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