Bad Honnef-Rommersdorf. Im Planungsausschuss der Stadt Bad Honnef ist am Dienstag eine Beschlussempfehlung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Umgestaltung eines bislang vollständig versiegelten Platzes an der Ecke Rommersdorfer Straße / Bismarckstraße diskutiert worden. Ziel ist eine deutliche Aufwertung der Fläche im Sinne von Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung.
Die Verwaltung soll demnach beauftragt werden, die Umgestaltung des Areals aktiv voranzutreiben. Neben einer Begrünung mit Bäumen und Beeten sowie neuen Sitzgelegenheiten steht auch die Frage im Raum, ob der Eigentümer zu einer Aufwertung verpflichtet werden kann – etwa über ordnungsrechtliche Instrumente wie die Bauordnung NRW oder eine Freiflächensatzung.
Kritik an aktueller Gestaltung
Ausgangspunkt der Initiative ist der aktuelle Zustand der Fläche, die nach Abschluss der Bauarbeiten an der Rommersdorfer Straße vollständig asphaltiert und lediglich mit Findlingen abgegrenzt wurde. Nach Ansicht der Antragsteller bietet der Platz keinerlei Aufenthaltsqualität, heize sich im Sommer stark auf und sei weder ökologisch noch städtebaulich sinnvoll genutzt.
Bereits 2023 war politisch ein Konzept beschlossen worden, das für den Bereich eine deutlich andere Richtung vorsieht: mehr Grün, Entsiegelung, Versickerungsflächen sowie die Schaffung eines kleinen Begegnungsortes. Dieses Konzept wird nun erneut aufgegriffen und soll nach dem Willen der Grünen mit hoher Priorität umgesetzt werden.
Schwammstadt und Klimaanpassung im Fokus
In der Begründung wird die Fläche als klassisches Beispiel einer städtischen Hitzeinsel beschrieben. Durch die vollständige Versiegelung könne Regenwasser nicht versickern, gleichzeitig fehle jede kühlende Wirkung durch Vegetation. Die Umgestaltung solle daher auch einen Beitrag zur sogenannten „Schwammstadt“ leisten – also zur besseren Speicherung und Nutzung von Regenwasser im Stadtgebiet.
Auch die angrenzenden Bereiche vor der Gesamtschule Bad Honnef wurden in der Diskussion einbezogen. Diese seien ebenfalls weitgehend unbegrünt und würden sich ebenfalls für eine ökologische Aufwertung anbieten.
Eigentumsfrage und Gespräch mit dem Erzbistum
Ein zentraler Punkt bleibt die Eigentumssituation der Fläche. Nach Angaben aus der politischen Diskussion gehört der Bereich nicht der Stadt, sondern dem Erzbistum. Die Stadtverwaltung soll daher zunächst das Gespräch suchen, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob weitergehende rechtliche Schritte möglich sind.
Kontroverse politische Bewertung
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine Wortmeldung aus der Sitzung: Der Vertreter von Volt, Thomas Peter, sprach in der Debatte von einem „Platz der Schande“ und kritisierte die aktuelle Asphaltierung scharf. Die Stadt fordere zur Entschotterung auf und wolle die Stadt zur Schwammstadt machen, „und wir asphaltieren das Stück zu“. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die Fläche formal eine Verkehrsfläche sei und die Stadt sie bereits im Zuge der früheren Planungen hätte erwerben können.
Die Verwaltung will nun prüfen, wie realistisch eine kurzfristige Veränderung ist und welche Optionen für eine Begrünung und Entsiegelung bestehen. Klar ist: Der politische Druck, den Bereich klimafreundlicher und attraktiver zu gestalten, nimmt weiter zu.










