Bad Honnef-Rhöndorf – Tauben stehen zwar für Liebe und Frieden, doch in vielen Städten sind sie unerwünscht. Auch in Rhöndorf ärgern sich viele Bürgerinnen und Bürger über den Taubenkot in der Unterführung am Bahnhof. Straßen.NRW hat nun Gitter angebracht, um den Tauben den Zugang zu ihren Aufenthaltsplätzen zu versperren. Laut Bad Honnefer Taubenfreundinnen ist die Maßnahme nicht gut durchdacht. Denn Tauben lassen sich nicht einfach so vertreiben, sie bleiben an ihrem Heimatort und suchen sich andere Aufenthaltsplätze in der Nähe. Allerding sterben auch viele Tiere, weil sie zunächst orientierungslos und verängstigt sind.

Der deutsche Tierschutzbund wirbt seit einigen Monaten offensiv für eine friedliche Koexistenz von Mensch und Taube und fordert eine nachhaltige und tierschutzgerechte Bestandsregulierung der Taubenpopulationen. Diese könne beispielsweise durch einen flächendeckenden Einsatz von Taubenhäusern gelingen, in denen die Tauben artgerechtes Futter und attraktive Nistmöglichkeiten finden und Eier durch Attrappen aus Gips ausgetauscht werden können. Die Zahl der Tauben und damit Konflikte mit Menschen könnten so dauerhaft verringert werden.

Den Aufruf des Tierschutzbundes haben nun Bad Honnefer Taubenfreundinnen aufgegriffen. Sie kümmern sich bereits um die notleidenden Tiere an der Unterführung, sorgen bei schwächelnden für eine medizinische Betreuung und machen sogar den Kot auf Straße und Gehweg weg. Um aber den Tauben ein stressfreies Leben und den Bürgern sauberere Gehwege sichern zu können, muss in der Nähe des Bahnhofes ein Taubenschlag installiert werden. Das hat schon in anderen Städten gut funktioniert, beispielsweise in Köln oder Bonn.

In Bad Honnef würden die bislang zehn Taubenfreund.innen die Versorgung des Taubenschlags übernehmen. Dafür wollen sie extra einen Verein gründen oder sich der Bonner Taubenhilfe anschließen. Nur: Die Stadt müsste die Kosten für das Taubenhaus und den Aufbau übernehmen. Einen entsprechenden Antrag haben die engagierten Tierschützer.innen bereits an die Stadtverwaltung geschickt. Die bestätigt den Eingang und will sich mit dem Thema befassen. Unabhängig davon haben die Bad Honnefer Grünen die Thematik auf die Tagesordnung der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 18 Uhr, Kurhaus, setzen lassen.

Eine schnelle Lösung ist angezeigt, denn jeden Tag vergrößert sich das Elend der Rhöndorfer Stadttauben. Und das, obwohl sie nichts für ihre Situation können. Stadttauben fallen nämlich nicht vom Himmel und koten auch nicht aus Jux und Dollerei Straßen, Gehwege und Dächer zu. Das Problem ist einmal mehr von Menschen gemacht.

“Sie sind Nachkommen entflogener Haustauben. Ursprünglich stammen sie von der Felsentaube ab. Diese holte der Mensch einst selbst in die Städte, um sie aus verschiedenen Gründen zu züchten”. (Deutscher Tierschutzbund)

Auch die Unsitte, sogenannte Hochzeitstauben gen Himmel fliegen zu lassen, bringt die Tiere in Not.

Der Deutsche Tierschutzbund rät: Tauben helfen

Es ist ganz einfach: Du musst Tauben nicht lieben, aber behandle unsere städtischen Mitbewohner mit Respekt.

  • Keine Angst vor Krankheiten. Die gesundheitliche Gefährdung durch Tauben ist nicht größer als die durch andere Zier- und Wildvögel oder Haustiere.
    Bitte nicht unkontrolliert füttern. Dem Zufutter fehlen oft wichtige Nährstoffe und auch die unregelmäßige Fütterung birgt Probleme für die Tiere.
  • Tauben kennenlernen. Tauben stehen für Liebe und Frieden. Sie sind treue Tiere und bleiben ein ganzes Leben lang mit ihrem Partner zusammen. Sie sind sehr intelligent und können sogar menschliche Gesichter wiedererkennen.
  • Nicht quälen oder ärgern. Niemand wird gerne getreten oder verscheucht. Das Leben der Tauben in der Stadt ist schon schwierig genug. Wir sollten es ihnen nicht noch schwerer machen.
  • Stadt auf tierschutzgerechte Lösungen ansprechen. Taubenhäuser und -türme helfen dabei, den Bestand der Tauben tiergerecht zu regulieren. So können sie artgerecht gefüttert und ihre Gesundheit kontrolliert werden. Die Tiere können in Ruhe nisten und ihre Eier durch Attrappen ausgetauscht werden. Dadurch entsteht ein kleinerer, gesunder Stadttaubenbestand. Unser Leitfaden und unsere Checkliste zeigen wie es geht.
  • Tauben in Not helfen. Wenn Du eine kranke oder verletzte Taube siehst, erkundige Dich am besten bei einem Stadttauben- oder Tierschutzverein, wie und ob man dem Tier helfen kann.

 

 

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