Bad Honnef – Während der Amtszeit von Ex-Bürgermeister Otto Neuhoff wurde die Wirtschaftsförderung personell wie finanziell deutlich ausgebaut. 2023 geriet der Bereich jedoch unter politischen Druck: Kritisiert wurden unter anderem mangelnde Transparenz, das Fehlen eines schlüssigen Konzepts sowie die ausbleibenden Erfolge des Kiezkaufhauses. In der Folge kürzte der Rat den Etat der Wirtschaftsförderung um 50.000 Euro.
Was hat sich seit dem Machtwechsel im Rathaus zum Thema Wirtschaftsförderung getan? Aktuell befindet sie sich offenbar in einem grundlegenden Neuordnungsprozess. Das geht aus Antworten der Stadtverwaltung auf eine Anfrage von Honnef heute zur personellen Situation, zur Rolle des Bürgermeisters sowie zur konzeptionellen Weiterentwicklung hervor.
Personelle Fragen bleiben ungeklärt
Auffällig ist, dass im öffentlich zugänglichen Verwaltungsgliederungsplan vom 1. Dezember 2025 im Bereich „Amt Bürgermeister, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung“ keine namentlichen Zuständigkeiten mehr ausgewiesen sind. Ob dies auf Veränderungen in der bisherigen personellen Besetzung hindeutet, lässt die Stadtverwaltung derzeit offen.
Als Hintergrund nennt die Verwaltung eine laufende Evaluation der Wirtschafts- und Tourismusförderung, die mit externer Unterstützung durchgeführt wird. Erst nach Abschluss dieses Prozesses könne über mögliche personelle Konsequenzen entschieden werden. Die Ergebnisse der begleitenden Unternehmensgespräche, die Bürgermeister Philipp Herzog seit seinem Amtsantritt insbesondere mit Betrieben außerhalb der Innenstadt führt, seien vertraulich.
Wirtschaftsförderung wird zur Chefsache
Ein zentrales Wahlversprechen von Bürgermeister Herzog war es, die Wirtschaftsförderung zur Chefsache zu machen. Organisatorisch knüpft die Stadt dabei an ein bestehendes Fundament an: Das Wirtschaftsförderungskonzept, dessen Umsetzung der Rat am 23. November 2023 beschlossen hat, gilt nach Angaben aus dem Rathaus weiterhin uneingeschränkt.
Das Konzept sieht ausdrücklich Maßnahmen nicht nur für die Innenstadt, sondern für das gesamte Stadtgebiet vor. Ziel der aktuellen Evaluation ist es, zu überprüfen, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und ob die strategischen Ziele mit den vorhandenen Strukturen und Ressourcen erreicht werden können. In diesem Zusammenhang wird auch untersucht, wie sich die Präsenz der Stadtverwaltung in der Innenstadt künftig sinnvoll weiterentwickeln lässt.
Unabhängig vom Ausgang der Evaluation richtet die Stadt die Wirtschafts- und Tourismusförderung bereits jetzt schrittweise gesamtstädtisch aus. Damit wird ein bislang stark auf die Innenstadt fokussierter Ansatz erweitert.
Innenstadtförderung: Zahlen, Laufzeiten, Ausblick
Ein zentrales Element der Innenstadtentwicklung ist das Projekt „Honnef handelt“. Seit 2023 wurden hierfür rund 300.000 Euro eingesetzt, davon etwa 180.000 Euro aus Fördermitteln. Der städtische Eigenanteil liegt bei rund 40 Prozent. Insgesamt umfasst das Projekt ein Volumen von etwa 415.000 Euro und bewegt sich damit innerhalb des vom Rat beschlossenen Finanzrahmens.
Das Projekt ist bis Ende 2027 angelegt. Bestehende Maßnahmen – insbesondere im Baustein „Verfügungsfonds Mieten“ – werden entsprechend ihrer vertraglichen Laufzeiten fortgeführt, so die Stadtverwaltung.
Für das Jahr 2026 sind weitere Maßnahmen vorgesehen, darunter zusätzliche Aufenthaltsflächen in der Innenstadt sowie ein sogenanntes Zentrenmanagement, das vor allem kommunikative und begleitende Aufgaben übernehmen soll. Konkrete Details kann die Stadt derzeit noch nicht benennen, da sich der Entscheidungsprozess noch in der Abstimmung befindet.











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